DW Akademie in Kenia | Afrika | DW | 04.06.2018
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Afrika

DW Akademie in Kenia

Um die Konzentration der Medien aufzubrechen und mehr Vielfalt in der Berichterstattung zu ermöglichen, unterstützt die DW Akademie unter anderem kleine und mittlere Medienhäuser in ländlichen Gebieten Kenias.

Obwohl die kenianische Verfassung von 2010 Meinungs-, Informations- und Versammlungsfreiheit garantiert, kann dieses Recht in der Praxis nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Der Zugang zu Informationen von staatlichen Stellen wird Journalisten kaum gewährt. Viele Politiker und Unternehmer – oft auch Eigentümer von Medienhäusern – sehen es als ihr selbstverständliches Recht an, eine ihnen zuträgliche Berichterstattung durchzusetzen. Weitere Manipulationen werden durch die Anzeigenvergabe sowohl durch den Staat als auch die private Wirtschaft begünstigt. Häufig werden kritische Reporter und Blogger verklagt, manchmal physisch bedroht, in Einzelfällen soll es aufgrund ihrer Berichterstattung auch zu gezielten Tötungen gekommen sein.

Trotz des großen Drucks auf Journalisten werden die Medien auf nationaler Ebene ihrer gesellschaftlichen und politischen Kontrollfunktion mehr oder weniger gerecht: Insbesondere die großen, profitablen Hauptstadtzeitungen decken immer wieder Korruptionsskandale auf, kritisieren politische Entscheidungen oder decken Missstände auf. Insgesamt zeichnet sich jedoch die Medienlandschaft durch eine hohe Konzentration aus: Fünf große Medienhäuser teilen sich fast den kompletten Rundfunkmarkt, unter ihnen die privaten Unternehmen "Nation Media Group", "Standard Media Group" sowie die "Royal Media Services" und der staatliche Sender "Kenya Broadcasting Corporation" (KBC), die ihre Hörfunkprogramme auch landesweit ausstrahlen. Inzwischen arbeiten viele Verlage auch crossmedial. Neben ihren Printpublikationen betreiben sie auch Internetseiten, Radio- und Fernsehsender.

Unser Engagement

Um die Konzentration der Medien aufzubrechen und mehr Vielfalt in der Berichterstattung zu ermöglichen, unterstützt die DW Akademie unter anderem zehn kleine und mittlere Medienhäuser in ländlichen Gebieten. Insbesondere Frauen sollen mit für sie relevanten Informationen versorgt werden, da ihre Belange kaum in den Medien vorkommen. Journalistinnen und Journalisten werden in der Entwicklung neuer partizipativer Formate unterstützt, um den Mediennutzern mehr Möglichkeiten zur Teilhabe am öffentlichen Diskus zu eröffnen. Darüber hinaus stärkt die DW Akademie Kenias Medienrat, verschiedene Journalistenverbände und andere zivilgesellschaftliche Organisationen darin, für Medienfreiheit und freien Zugang zu Informationen einzutreten.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ländermanagerin: Jutta vom Hofe

Einsatzorte: Nairobi, Kisumu, Nakuru, Bungoma, Webuye

Partner vor Ort: African Media Initiative, Aga Khan Universität, Article 19 East Africa, Association of Media Women In Kenya, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Kenya Broadcasting Cooperation, Kenya Correspondents Association, Media Council of Kenya, Radio Amani, Radio Lake Victoria, Radio Mambo, Radio Nam Lolwe, Radio Nyota, Radio Sahara, Sky FM, Sauti ya Mwananchi, Transparency International, West Fm

Schwerpunkte: Professionalität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Mediensektors, Medienselbstregulierung und journalistische Ethik, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, (lokale) partizipative Medienangebote und Bürgermedien, konfliktsensible Berichterstattung, Netzwerke im Journalismus, Blended Learning.

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