DW Akademie in Kenia | Afrika | DW | 04.06.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Afrika

DW Akademie in Kenia

Gegen Hasssprache eintreten, faktengetreu und unabhängig berichten, Medienhäuser wirtschaftlich fit machen für die Zukunft - dafür setzt sich die DW Akademie gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen in Kenia ein.

Kenia ist ein Land der Konflikte. Aufgrund der politischen Polarisierung und ethnischer Spannungen nehmen Hasssprache, Desinformation ("Fake News") und Propaganda beunruhigende Ausmaße an. Vorurteile und Stereotype sind oft tief in der Bevölkerung verwurzelt, werden aber auch durch die Medien gespiegelt oder sogar aufgeheizt. Medienhäuser, die versuchen mit gut recherchierten Geschichten und konfliktsensibler Berichterstattung dagegen zu halten, stoßen oftmals an ihre Grenzen. Viele Medienhäuser sind im Besitz von Politikern, die ethnische Konflikte noch anheizen und einseitig auf die Berichterstattung Einfluss nehmen. Hinzu kommt, dass viele der kleineren Medienhäuser um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen und es ihnen an Ausstattung und Personal für eine angemessene Berichterstattung mangelt.

Trotz dieser Probleme werden die Medien auf nationaler Ebene ihrer gesellschaftlichen und politischen Kontrollfunktion mehr oder weniger gerecht: Insbesondere die großen, profitablen Hauptstadtzeitungen decken immer wieder Korruptionsskandale auf, kritisieren politische Entscheidungen oder berichten über soziale Missstände. Allerdings zeichnet sich die Medienlandschaft insgesamt durch eine hohe Konzentration aus: Fünf große Medienhäuser teilen sich fast den kompletten Rundfunkmarkt, unter ihnen die privaten Unternehmen "Nation Media Group", "Standard Media Group" oder die "Royal Media Services".

Unser Engagement

Um Hasssprache und Desinformation entgegenzuwirken, unterstützt die DW Akademie zusammen mit lokalen Expertinnen und Experten und Partnerorganisationen Lokalradios in verschiedenen ländlichen Gebieten. Sie sollen in die Lage versetzt werden, unabhängig, fair und sachlich korrekt zu berichten. Ein Netzwerk investigativer Recherche-Teams hilft dabei zu entscheiden: Was ist Fakt und was ist Fake? Wann ist eine Quelle verlässlich und woran erkennt man, dass Informationen einseitig oder falsch sind? Dem Kampf gegen die sich ausbreitende Hasssprache widmet sich die Nichtregierungsorganisation Artikel 19 Ostafrika.

Sie unterstützt Medienschaffende dabei zu erkennen: Wo endet eine kritische Auseinandersetzung, wo beginnt Hasssprache? Wann also droht eine hitzige Debatte in Diskriminierung oder gar Gewalt umzuschlagen? Und was ist durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt? Damit die Medienhäuser sich auch wirtschaftlich besser aufstellen können, berät die DW Akademie sie gemeinsam mit kenianischen Expert/innen dabei, tragfähige Geschäftsfelder zu erschließen und sich innerhalb eines neu gegründeten Senderverbandes gegenseitig zu unterstützen. Der Zusammenschluss soll dabei auch dazu dienen, die Verhandlungsmacht der Medien gegenüber politischen Entscheidungsträger/innen und Medienagenturen zu stärken.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ländermanagerin: Jutta vom Hofe

Partner vor Ort:  Aga Khan Universität, Article 19 East Africa, Association of Media Women In Kenya, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Kenya Correspondents Association, Media Council of Kenya, Senderverbund BUMAH KINO,  Transparency International

Schwerpunkte: Journalistische Ausbildung, Managementberatung, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, konfliktsensibler Journalismus

Die Redaktion empfiehlt