Olympia 2026: Große Eröffnungsfeier in Mailand und Cortina
Veröffentlicht 6. Februar 2026Zuletzt aktualisiert 6. Februar 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Rund 60.000 Menschen haben im San-Siro-Stadion die Eröffnungsfeier verfolgt, während fast 3.000 Athletinnen und Athleten aus über 90 Nationen begrüßt wurden.
- Es sind die 25. Olympischen Winterspiele, die dritten in Italien.
- Weltstars wie Mariah Carey, Andrea Bocelli und Charlize Theron sind während der opulenten Feier aufgetreten.
- Der Einlauf der Nationen fand zeitgleich in Mailand, Cortina d'Ampezzo sowie in Livigno und Predazzo statt.
- Für Deutschland trugen Eishockey-Star Leon Draisaitl und Skisprung-Pionierin Katharina Schmid die Fahne - allerdings nicht am selben Ort.
- IOC-Präsidentin Kirsty Coventry wendete sich in ihrer ersten Eröffnungsrede mit emotionalen Worten vor allem an die Athletinnen und Athleten.
- Am Ende wurden erstmals in der olympischen Geschichte zwei Feuer entzündet - eins in Mailand, das andere in Cortina d’Ampezzo.
- Die hohe Ehre, als letzte Fackelträger das olympische Feuer entzünden zu dürfen, wurde den drei italienischen Ski-alpin-Stars Alberto Tomba, Deborah Compagnoni und Sofia Goggia zuteil.
Das Olympische Feuer brennt
Auch am Arco della Pace, einem 25 Meter hohen Triumphbogen, haben sich viele Menschen versammelt. Sie sind hautnah dabei, als ehemalige Wintersport-Stars und Olympiasieger die Fackel auf ihren letzten Metern tragen dürfen.
Gleiches passiert in Cortina, wo das Feuer auf der Piazza Dibona brennen wird.
In Mailand nehmen die Ski-alpin-Stars Alberto Tomba und Deborah Compagnoni die olympische Fackel als letzte Träger entgegen. Auf einer Art Aufzugplattform werden sie nach oben unter das Gewölbe des Arco gefahren.
Dort entzünden sie das olympische Feuer in einer kugelförmigen Metallkonstruktion, die an die Sonne erinnern soll. Sie ist beweglich und kann sich wie ein langsam pulsierender Feuerball öffnen und schließen.
In Cortina ist die noch aktive Skirennläuferin Sofia Goggia die letzte Fackelträgerin. Auch hier brennt das Feuer nun für die nächsten 16 Tage, bis es am 22. Februar bei der Schlusszeremonie erlöschen wird.
Olympischer Fackellauf erreicht die Arena
Ein Video zeichnet den Weg nach, den das olympische Feuers zurückgelegt hat. Viele Prominente wie Bergsteiger Reinhold Messner oder die Fußballstars Franco Baresi und Giuseppe Bergomi durften es tragen.
Danach tritt mit Andrea Bocelli der nächste Weltstar auf. Der blinde Tenor singt die Arie "Nessun dorma". Als der Chor einsetzt, tragen zwei Fackelträger das olympische Feuer ins Stadion.
Nach kurzer Runde und Weitergabe an einige verdiente Sportlerinnen und Sportler verlässt es die Arena aber auch schon wieder, denn entzündet werden soll es nicht im San Siro, sondern einige Kilometer entfernt davon am am Arco della Pace.
Während der Fackellauf auf die letzten Meter geht, betritt Schauspielerin und UN-Botschafterin Charlize Theron die Bühne und überbringt eine Friedensbotschaft. Danach wird die olympische Flagge ins Stadion getragen und schließlich zu den Klängen der olympischen Hymne gehisst.
Auch in Cortina d'Ampezzo wird die Fahne mit den fünf bunten Ringen am Fahnenmast nach oben gezogen. An beiden Orten wird der olympische Eid gesprochen.
Die Spiele sind eröffnet
Nach ihrer Rede gibt Coventry das Wort an Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, der seinen Wortbeitrag auf einen einzigen Satz beschränkt.
"Ich erkläre die Olympischen Spiele für eröffnet."
Erst ohne Worte, dann viele Worte
Den offiziellen Teil mit den obligatorischen Reden bei einer Eröffnungsfeier leitet Schauspielerin Sabrina Impacciatore ein, indem sie zunächst so tut, als sei das Mikrofon kaputt und danach ein Potpourri der gängigsten italienischen Gesten vollführt, die man fast auch ganz ohne Worte versteht.
Danach spricht zunächst Giovanni Malago, der Chef des Organisationskomitees der Winterspiele 2026.
Anschließend begrüßt IOC-Präsidentin Kirsty Coventry die Athletinnen und Athleten zu den Olympischen Spielen. "Willkommen zu euren Spielen! Das ist euer Moment", sagt die ehemalige Schwimmerin, die zweimal Olympia-Gold für Zimbabwe gewinnen konnte.
"Ihr werdet nicht nur für unglaubliche Erinnerungen sorgen, sondern eure olympischen Träume verwirklichen und Vorbilder für die ganze Welt sein. Genau deshalb lieben wir alle die Olympischen Spiele so sehr", sagt die Nachfolgerin von Thomas Bach in ihrer ersten Eröffnungsrede bei Olympischen Spielen.
Die Gastgeber kommen
Finalmente Italia! Und schließlich betritt auch Italiens Olympia-Mannschaft das Stadion in Mailand und die Arenen an den anderen Olympia-Orten.
Selbstverständlich tragen auch die Olympia-Sportlerinnen und -Sportler aus Italien Trainingsanzüge, die Giorgio Armani kreiert hat. Wenn schon sportlich, dann doch bitte mit Stil!
In Cortina hat Skirennläuferin Federica Brignone die Ehre, die italienische Fahne zu tragen. Sie wird von ihrem Teamkollegen Amos Mosaner auf den Schultern getragen.
Brignone ist besonders glücklich, bei den Heim-Spielen dabei sein zu können, da sie gerade erst von einer schweren Knieverletzung mit Kreuzbandriss genesen ist, die sie sich im April bei den nationalen Meisterschaften zugezogen hatte. Sie wird unter anderem gegen Lindsey Vonn antreten, die mit frisch erlittenem Kreuzbandriss auf die Piste gehen will.
Lauter Jubel für die Ukraine
Es wird laut im San Siro, aber nicht, weil die Gastgeber kommen, sondern weil die Olympia-Mannschaft der Ukraine einläuft.
In Cortina, wo Skeleton-Pilot Vladyslav Heraskevych die Fahne seiner Heimat trägt, schwillt der Jubel der Zuschauer ebenfalls an. Heraskevych hatte bei den letzten Olympischen Spielen im Ziel ein Schild mit der Aufschrift "No war! Ukraine!" präsentiert.
Wenige Tage vor den Spielen von Mailand und Cortina hatte er beklagt, dass unter den Sportlerinnen und Sportlern, die als "Neutrale Athleten Russlands" antreten, auch solche sind, die offenbar Russlands Krieg gegen die Ukraine unterstützen.
Pfiffe gegen Israel
Als die kleine Gruppe Sportlerinnen und Sportler aus Israel das Stadion betritt, gellt ein Pfeifkonzert durch die Arena. In Predazzo hört man Buh-Rufe.
In Italien wird Israels Politik im Nahost-Konflikt von vielen Menschen sehr kritisch gesehen und die Anliegen der Palästinenser genießen breite Unterstützung.
Nicht wenige sind der Meinung, dass genau wie Russland auch Israel von den Olympischen Spielen hätte ausgeschlossen werden sollen.
Schmid und Draisaitl vorneweg
Schließlich ist auch die deutsche Olympia-Mannschaft an der Reihe. Mit 185 Athletinnen und Athleten sind es so viele wie noch nie zuvor bei Olympischen Winterspielen.
In Mailand führt Eishockey-Superstar Leon Draisaitl aus Köln das Team an. Er spielt in der NHL für die Edmonton Oilers.
In Predazzo, im Val di Fiemme, wo die Olympia-Skisprungschanzen stehen und die Langlaufloipen von Tesero nicht weit sind, schwingt Skispringerin Katharina Schmid, geborene Althaus, die deutsche Fahne. Sie ist zweifache Silbermedaillengewinnerin bei Olympischen Spielen.
"Bei meinen vierten und letzten Olympischen Spielen ist es mir eine Wahnsinnsehre", sagte Schmid nach ihrer Wahl zur Fahnenträgerin. "Ich freue mich einfach riesig. Ich versuche, alles aufzusaugen, mitzunehmen und das richtig zu feiern."
Kleine Splittergruppen oder nur ein Schild
Da sich die Sportlerinnen und Sportler auf ihre jeweiligen Wettkampforte verteilt haben, oder dort einlaufen, wo sie ihrem Wettkampfort am nächsten sind, sind bei vielen Nationen nur wenige Athleten pro Land auf dem Weg ins Stadion.
Wenn an einem der Zeremonien-Orte gar kein Aktiver anwesend ist, tragen in dicke, silberne Wintermäntel gehüllte Models lediglich ein Schild mit dem Namen des Landes herein.
Einlauf der Nationen
Nachdem ein weiteres Video per Überflug die Wettkampforte der 25. Olympischen Winterspiele gezeigt hat, dürfen die Sportler das Stadion betreten - beziehungsweise die Stadien, denn nicht nur in Mailand, sondern auch in Cortina, Livigno und Predazzo machen sich Sportlerinnen und Sportler auf den Weg.
Dem olympischen Protokoll folgend beginnt die Parade mit Griechenland als Wiege der Olympischen Spiele und endet mit Italien, dem Gastgeberland.
Die Reihenfolge der Delegationen richtet sich ansonsten nach der alphabetischen Ordnung auf Italienisch. Deutschland, auf Italienisch "Germania", kommt an 32. Stelle.
Die Olympischen Ringe bauen sich auf
Nach kurzem Flug zum Biathlon-Wettkampfort Antholz per Videotrailer, wo Violinist Giovanni Andrea Zanon auf einer Stradivari spielt, rezitiert in Mailand Schauspielerin Pierfrancesco Favino ein bekanntes italienisches Gedicht.
Direkt danach fluten 180 Tänzerinnen und Tänzer den Stadion-Innenraum. Während sie ihre gigantische Choreographie präsentieren, fliegen unter dem Stadiondach die fünf Olympischen Ringe hinein.
Fratelli d'Italia
Models in den italienischen Landesfarben Grün-Weiß-Rot tragen Anzüge des kürzlich verstorbenen Modedesigners Giorgio Armani.
In der Mitte der Bühne wird die italienische Flagge an die Corazzieri übergeben, die Ehrenwache des italienischen Präsidenten.
Gleichzeitig übergeben in Cortina vier ehemalige Olympiasieger eine Fahne an drei weibliche Carabinieri, Mitglieder der nationalen Gendarmerie Italiens. Anschließend erklingt die Nationalhymne zeitgleich in beiden Gastgeberstädten. In Mailand wird sie gesungen von Sängerin Laura Pausini.
Auftritt des Weltstars
Mariah Carey kann auch auf Italienisch singen - das beweist sie bei ihrem Auftritt im voluminösen, weißen Kleid. Sie präsentiert ein Medley aus bekannten italienischen Welthits - unter anderem "Volare" und das neu kreierte "Milano e Cortina" auf die Melodie von "Vamos a la Playa".
Nachdem sie unter lautem Jubel geendet hat, werden Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry auf der Ehrentribüne begrüßt.
Hommage an die Künste Italiens
Zu Beginn verwandelt sich das Stadion in ein Museum - Tänzerinnen und Tänzer stellen marmorne Statuen dar, die zum Leben erwachen.
Es folgt der Auftritt von Schauspielerin Matilda de Angelis, die sich umringt von Paparazzi-Fotografen über die Bühne bewegt - eine Hommage an Fellinis Film "La Dolce Vita". Sie wird begleitet von den drei großen italienischen Komponisten Verdi, Puccini und Rossini.
Anschließend wird der Kunst gehuldigt, mit großen Farbtuben, die sich auf die Bühne ergießen. Dazu der Architektur, der Oper und der populären Musik.
Die Zeremonie beginnt
In rötliches Licht getaucht präsentiert sich das San-Siro-Stadion. Während in Mailand rund acht Grad Celsius herrschen, ist in Livignio, Predazzo und Cortina kurz vor Beginn der Spiele noch einmal neuer Schnee gefallen - entsprechend winterlich ist dort die Atmosphäre.