News kompakt: Israel bestätigt Alleingang gegen South Pars
20. März 2026
Nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Israel den Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars alleine und ohne Vorwissen der USA durchgeführt. US-Präsident Donald Trump habe Israel anschließend gebeten, "weitere Angriffe auszusetzen", sagte Netanjahu. Die Zeitung "Wall Street Journal" berichtet jedoch, Trump sei vorab informiert gewesen und habe den Angriff unterstützt, um den Iran zur Öffnung der wichtigen Straße von Hormus zu bewegen. Nach dem Angriff am Mittwoch hatte Trump öffentlich erklärt, die USA hätten davon "nichts gewusst", und betonte, Israel werde "keine weiteren Angriffe" ausführen.
South Pars unter dem Persischen Golf ist das größte Gasfeld der Welt. Der Iran und Katar beuten es getrennt voneinander aus. South Pars liefert rund 70 Prozent des iranischen Bedarfs an Erdgas. Seine Fläche ist mit 9700 Quadratkilometern etwa viermal so groß wie Luxemburg. Zwei Drittel davon gehören zur Wirtschaftszone Katars.
Deutschland und Verbündete verurteilen Blockade am Persischen Golf
Deutschland, europäische Verbündete und Japan fordern den Iran auf, die faktische Sperrung der Straße von Hormus zu beenden. Die Führung in Teheran solle unverzüglich die Versuche stoppen, die wichtige Meerenge durch Drohnen- und Raketenangriffe sowie das Verlegen von Minen zu blockieren, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Japan.
Zudem signalisieren sie ihre Bereitschaft, zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Region aktiv zu werden. Bundeskanzler Friedrich Merz schränkte allerdings ein, Deutschland sei erst nach einem Ende des Kriegs zur Hilfe bereit. Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar ist die Straße von Hormus faktisch gesperrt. Durch die Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt.
Orban blockiert weiter EU-Hilfe für Ukraine
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bei ihrem Gipfel in Brüssel nicht zum Einlenken bei den milliardenschweren Ukraine-Hilfen bewegen können. Die Gespräche endeten am späten Abend ohne Ergebnis. Orban, der im eigenen Land um seine Wiederwahl kämpft, hält an seinem Veto fest. Er fordert die Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über die Druschba-Pipeline und warnt, ohne das günstige Öl drohten Haushalten und Unternehmen in Ungarn schwere wirtschaftliche Folgen. Trotz erheblichen Drucks blieb er bei seiner Haltung.
Diplomaten zufolge kritisierten andere EU-Spitzen Orbans Blockade scharf und verwiesen darauf, dass er dem Hilfspaket von bis zu 90 Milliarden Euro bereits im Dezember zugestimmt hatte. Bundeskanzler Merz bezeichnete Orbans Vorgehen als "groben Verstoß gegen die Loyalität der Mitgliedstaaten".
Deutsche Firmen sollen stärker in der Ukraine investieren
Die Bundesregierung will deutsche Unternehmen zu mehr Investitionen in die Rüstungsindustrie der Ukraine bewegen. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte in Berlin an, man werde den bestehenden Dialog mit der Wirtschaft hierfür gezielt erweitern. Für die Zeit rund um die parlamentarische Sommerpause sei ein spezieller "Roundtable über weitere Joint-Venture-Perspektiven und das gegenseitige Lernen aus der Rüstungsindustrie" geplant. Der Minister verwies darauf, dass Investoren aus anderen Regionen, etwa den Golfstaaten, bereits sehr aktiv seien.
Pistorius hatte sich zuvor mit dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Peter Leibinger, und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche getroffen.
EZB erwartet Inflationsschub wegen des Nahost-Kriegs
Die Ökonomen der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs mit einer deutlich höheren Inflation. Die Verbraucherpreise im Euro-Raum dürften in diesem Jahr um durchschnittlich 2,6 Prozent zulegen, teilte die EZB in Frankfurt am Main mit. Den Leitzins tastete die Zentralbank noch nicht an. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins bleibe bei 2,0 Prozent, gab die Notenbank bekannt.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hob gleichwohl hervor, die Zentralbank sei "entschlossen", die Inflation auf mittlere Sicht beim Zielwert von zwei Prozent zu halten.
VW-Mitarbeiter erhalten trotz Krise eine Prämie
Deutschlands Autobauer Volkswagen zahlt seinen Beschäftigten trotz wegbrechender Gewinne einen Bonus. Die Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG und der Volkswagen Sachsen GmbH erhielten eine Einmalzahlung von 1250 Euro brutto, teilte das Wolfsburger Unternehmen mit. Ursprünglich hatten sich das Management und die Arbeitnehmervertreter darauf geeinigt, keine Boni zu zahlen.
Man gehe aktuell durch eine schwierige Zeit der Restrukturierung, sagte Thomas Schäfer, Chef der Marke Volkswagen. Mit der Prämie würden die gemeinsamen Anstrengungen beim Konzernumbau gewürdigt. Bis 2030 will der Autobauer rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Allein 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke VW sozialverträglich abgebaut werden.
pgr/AR/se/ack (dpa, afp, rtr, ap)
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