News kompakt: Erneuter Stromausfall legt ganz Kuba lahm
7. Juli 2026
Auf Kuba ist am Montag landesweit das Stromnetz zusammengebrochen. Nach Angaben des Netzbetreibers UNE läuft inzwischen die Versorgung langsam wieder an; Vorrang haben Krankenhäuser und Einrichtungen der Lebensmittelproduktion. In der Hauptstadt Havanna konnte bisher jedoch erst ein Prozent des Bedarfs gedeckt werden. Die Ursache war zunächst unklar.
Es ist bereits der achte landesweite Stromausfall seit Oktober 2025 und der dritte in diesem Jahr. Kuba leidet seit Monaten unter schweren Engpässen bei Energie, Treibstoff und Medikamenten. Als Gründe gelten unter anderem ein veraltetes Stromnetz und eingeschränkte Treibstofflieferungen infolge von US-Sanktionen.
Kanada kauft U-Boote aus Deutschland
Kanada setzt bei der Erneuerung seiner U-Boot-Flotte auf eine milliardenschwere Kooperation mit Deutschland und Norwegen. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS soll bis zu zwölf U-Boote liefern, wie Premierminister Mark Carney in Halifax vor seiner Abreise zum NATO-Gipfel in Ankara mitteilte. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Entscheidung und sprach von einem starken Zeichen transatlantischer Zusammenarbeit. Für TKMS wäre es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte.
Kanada soll U-Boote des Typs 212CD erhalten, die Deutschland und Norwegen gemeinsam entwickelt haben. Bislang bezieht Kanada rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA. Das Verhältnis zu Washington ist jedoch seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump stark belastet.
Tanker in Straße von Hormus beschossen
Ein Tanker ist in der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO brach an Bord Feuer aus, verletzt wurde niemand. Der Vorfall ereignete sich rund acht Seemeilen vor Omans Küstenort Lima. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Die amerikanische Nachrichten-Webseite "Axios“ berichtete unter Berufung auf US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Zwei Schiffe seien schwer beschädigt worden. Eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung lag zunächst nicht vor.
Die Straße von Hormus gilt als zentrale Route für den weltweiten Öl-, Gas- und Düngemittelhandel. Ihre Wiederöffnung ist Teil eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran, das Mitte Juni geschlossen wurde. Die USA fordern freie Durchfahrt für alle Schiffe ohne Gebühren.
Etatentwurf für 2027 sieht höhere Ausgaben und noch mehr Schulden vor
Die Bundesregierung aus konservativer Union und Sozialdemokraten hat den Haushaltsenwurf für das kommende Jahr beschlossen. Bei Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Umweltschützern und der Opposition lösten die Pläne massive Kritik aus. Die Rede war von einer "gefährlichen Schuldenpolitik", einer erheblichen "sozialen Schieflage" und von "Taschenspielertricks", um Einsparungen nur vorzutäuschen.
Vor allem die Verteidigungsausgaben sollen deutlich steigen, um die Bundeswehr gegen Bedrohungen durch Russland zu stärken. Im Entwurf der Regierung werden für 2027 insgesamt Ausgaben in Höhe von 555,4 Milliarden Euro veranschlagt - das ist viel mehr als im laufenden Jahr. Die Neuverschuldung soll bei gut 200 Milliarden Euro liegen.
Zwei syrische Ex-Offiziere in Österreich zu langer Haft verurteilt
Am Landesgericht Wien sind zwei ehemalige Funktionäre aus Syrien wegen der Folter von Regimegegnern und anderer schwerer Straftaten zu jeweils acht Jahren Haft verurteilt worden. Sie waren unter der Führung des Ende 2024 gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad tätig. Der frühere Leiter des Geheimdienstes in der Stadt Rakka und der Ex-Chef der dortigen Kriminalpolizei wurden für schuldig befunden, zwischen 2011 und 2013 die Misshandlung von inhaftierten Mitgliedern einer zivilen Protestbewegung befohlen oder selbst vorgenommen zu haben. Die beiden Männer leben seit mehreren Jahren in Österreich.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verhandelt wurde in Wien nach dem Weltrechtsprinzip, wonach schwere Verstöße gegen das Völkerrecht unabhängig vom Tatort oder der Nationalität von Tätern und Opfern verfolgt werden können.
Tausende Menschen fliehen vor Waldbrand in Südfrankreich
Wegen eines sich weiter ausbreitenden Waldbrandes in Südfrankreich sind 10.000 Menschen aus ihren Häusern evakuiert worden. Betroffen sind Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, nahe der Landesgrenze zu Spanien. Die Flammen zerstörten bereits 4600 Hektar Land, wie die Behörden mitteilten. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt, darunter vier Feuerwehrleute.
Das Feuer wird durch Wind, intensive Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich niedrige Luftfeuchtigkeit angefacht. Schweden und Zypern schickten insgesamt vier Löschflugzeuge. Die französische Regierung hatte sie über einen Mechanismus der EU angefordert. Auch Portugal hat nach Angaben aus Brüssel im Kampf gegen Waldbrände um EU-Hilfe gebeten.
pgr/se (dpa, afp, rtr, kna)
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