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Christian Wulff: Es geht um „verlässliche Partnerschaft in internationalen Bündnissen“

18. Juni 2010

Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten im Interview der Deutschen Welle

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Christian WulffBild: picture alliance / dpa

Sollte er am 30. Juni zum Bundespräsidenten gewählt werden, sei für ihn die Verbesserung des transatlantischen Verhältnisses ein Schwerpunkt. „Wir haben viele Veranlassungen, die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu intensivieren zu beiderseitigem Nutzen“, sagte der Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), im Interview der Deutschen Welle.

Ausbauen müsse man zudem „die Beziehungen zu China, Japan, Indien, auch die Beziehungen zu den Golfstaaten. Und dass wir unsere Verantwortung für Israel wahrnehmen und das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat dabei nie aus dem Auge verlieren“, so Wulff.

Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr gehe es „vor allem um verlässliche Partnerschaft in internationalen Bündnissen“. Es sei wichtig, „dass es ein internationales Mandat gibt und dass man dort auch bereit ist zur Übernahme von Verantwortung innerhalb dieser Bündnisse“.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung sei Deutschland, so Wulff, wieder ein Land. Dennoch müssten alle Deutschen weiter daran arbeiten, dass alte und neue Bundesländer noch mehr zusammenrücken. „Es gibt zu wenig Anerkennung für die Lebensleistung vieler in Ostdeutschland, die sehr viel mehr Veränderungen organisiert haben, Veränderungsprozesse durchlebt haben, als wir in Westdeutschland.“ Die Menschen im Osten verdienten „vielmehr Respekt und Anerkennung. Da könnten wir noch mehr an gegenseitiger Zuneigung entwickeln.“

Mit Blick auf die derzeitige Begeisterung um die deutsche Fußballnationalmannschaft und speziell für Spieler mit Migrationshintergrund sagte Wulff: „Wir haben viel Einwanderung erlebt, glücklicherweise. Wir brauchen diese Menschen in unserem Land an allen Stellen, nicht nur im Sport.“ Deutschland müsse jetzt „einen geordneten Prozess“ der Integration dieser Menschen bewältigen.

Dass es bei der Wahl zum Bundespräsidenten mehrere Kandidaten gebe, die fair miteinander umgingen, sei Ausdruck der Demokratie. „Und dass über Internet, Twitter, Facebook, Blogs, über all diese Möglichkeiten versucht wird, auf die Bundesversammlung, auf die Wahlmänner und Wahlfrauen Einfluss zu nehmen, das ist gelebte Demokratie“, sagte Wulff.

18. Juni 2010
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