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"007 First Light": Das neue James Bond-Videospiel

26. Mai 2026

James Bond ist zurück - charismatisch, risikobereit und impulsiv. Das Videospiel "007 First Light" erzählt die Geschichte vom Aufstieg des britischen Geheimagenten. Die Erwartungen sind hoch.

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Screenshot aus dem Videospiel "007 First Light" zeigt den Geheimagenten James Bond süffisant lächelnd, in die Ferne blickend in einem dunklen Raum.
Gestatten: Sein Name ist Bond, James Bond.Bild: IO Interactive / Amazon MGM Studios

"007 First Light" zählte bei den Game Awards im Dezember 2025 zu den meisterwarteten Spielen für das Jahr 2026. Nun ist es so weit: Am 27. Mai erscheint das neue James-Bond Videospiel für Konsolen und PCs. Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen dabei in die Rolle des britischen Geheimagenten. Der ist noch jung, erst 26 Jahre alt, aber trotzdem schon ein typischer Bond. 

Erfunden wurde James Bond von dem britischen Schriftsteller Ian Fleming. 1953 erschien der erste Roman, neun Jahre später lief erstmals ein Bond-Film im Kino. Zunächst verkörperte Sean Connery den Geheimagenten, später übernahmen Roger Moore, Pierce Brosnan, Daniel Craig und andere die Rolle.

Screenshot aus dem Videospiel "007 First Light" zeigt Geheimagent James Bond, der sich in einem Museum im Schatten hinter einer Kiste versteckt und von dort aus einem Mann beobachtet, der am Ende des Ganges steht.
Im Spiel kann Bond schleichen, seine Gegner austricksen, zahlreiche Gadgets nutzen - aber auch knallhart zuschlagen.Bild: IO Interactive / Amazon MGM Studios

Bond-Darsteller in dem neuen Action-Spiel ist der irische Schauspieler Patrick Gibson. Es gibt Gerüchte, dass er auch im nächsten Bond-Film zu sehen ist. Doch das ist noch völlig unklar. Seit Jahren schon wird darüber spekuliert, wer die Nachfolge von Daniel Craig antritt. 

Das Spiel wurde entwickelt vom dänischen Studio IO Interactive, das für die Videospielreihe "Hitman"- bekannt ist. Den Titelsong steuerte Lana Del Rey bei, Lenny Kravitz tritt als Bösewicht auf. Inhaltlich erzählt "007 First Light" die Vorgeschichte des Agenten: Es zeigt Bonds Weg vom Soldaten zum Geheimagenten des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 – einschließlich der berühmten "Lizenz zum Töten".

Das Bond-Franchise ist inzwischen mehr als 60 Jahre alt: Zu den zwölf Romanen gesellen sich mittlerweile 25 Filme und zahlreiche Videospiel-Adaptionen.

Der Feind, der uns verbindet

Was ist es also, das Menschen unterschiedlicher Generationen seit Jahrzehnten an Bond fasziniert? "Zum einen ist das Geheimnis der Zeitgeist, der immer getroffen wird", sagt die Kulturwissenschaftlerin Svenja Böhm. Sie hat ihre Dissertation über die Feindbilder in der James Bond-Reihe geschrieben. "Es werden bestimmte kulturelle Trends immer wieder verarbeitet, die gerade auftreten, aber auch Ängste der Bevölkerung."

Hinzu komme der Wiedererkennungswert: Dazu zählten die ikonische Musik, die exotischen Schauplätze, die teuren Autos sowie das Freund-Feind-Schema. "Das spielt eine klare Rolle, denn ohne Feind würde Bond nicht funktionieren." Über den Feind werde die eigene Identität konstruiert. "Je mehr der Feind behaftet ist mit sehr bösen Merkmalen oder eben Andersartigkeit, desto einfacher ist es, uns davon abzugrenzen. Das ist erstmal der Kerngedanke."

Screenshot aus dem Videospiel "007 First Light" zeigt ein Luxushotel in den Karpaten in der Slowakei vor einer Bergkulisse, umgeben von dichten Wäldern.
Außeneinsatz für 007 im Grand Carpathian Hotel in der Slowakei: Besondere Schauplätze sind seit jeher Teil der Bond-FormelBild: IO Interactive / Amazon MGM Studios

Bond wäre nicht James Bond, wenn es ihm nicht trotz aller Widrigkeiten in letzter Sekunde gelingen würde, im Auftrag ihrer Majestät, die Welt zu retten. Man kann das auch als Seitenhieb auf die USA verstehen. Die Weltmacht, die seit Jahrzehnten die Weltpolitik maßgeblich prägt, spielt bei Bond nämlich nur eine Nebenrolle, sagt die Anglistin Anette Pankratz. Tatsächlich hat Großbritannien seinen einstigen Status als globale Supermacht schon in den 1960er- und 1970er-Jahren eingebüßt. Die Bond-Reihe hält dennoch an der Vorstellung britischer Handlungsfähigkeit auf der Weltbühne fest.

James Bond trifft auf KI 

Die James Bond-Reihe dient in erster Linie der Unterhaltung und zielt auf ein internationales Publikum ab. Der Plot ist schnell erzählt: Auf der Suche nach seinem Gegenspieler reist Bond um die halbe Welt, trinkt Martinis in schicken Bars, logiert in den besten Hotels, liefert sich Verfolgungsjagten und bandelt mit attraktiven Frauen an. Zwischendurch: Feuergefechte, Explosionen, rasante Action.

Das Spiel steht dem in seiner cineastischen Inszenierung in Nichts nach. "Die Geschichte spiegelt die Zeit wider, in der wir leben, so wie es Bond-Geschichten immer getan haben", sagt der Hauptautor von "007 First Light", Michael Vogt, in einem Videotagebuch. Die Romane, Filme und Spiele transportierten stets bestehende Werte und Normen sowie gesellschaftliche Ängste einer Epoche. Dementsprechend spielt nun KI-Technologie eine wichtige Rolle. Das Spiel wirft die Frage auf, was zuverlässiger ist: Künstliche Intelligenz oder menschliches Wissen, Herz und Intuition. 

Neue Feindbilder im Laufe der Zeit

In den Bond-Romanen der 1950er-Jahre war die Sowjetunion ein zentrales Feindbild, erklärt die Kulturwissenschaftlerin Svenja Böhm. Dem gegenüber stand das positive Selbstbild der Briten und des Westens. Ob kommunistische Bedrohung oder Angst vor Atomkrieg: "Fleming hat sich beim Schaffen seiner Schurken immer auch daran bedient. Dieses Ost-West-Thema ist sehr stark in den Romanen zu finden", sagt Danny Morgenstern. Er ist Vorsitzender des deutschen "James Bond Club" und hat unter anderem das Buch "Was Sie nie über James Bond zu fragen wagten" geschrieben.

Bereits mit den Filmen Anfang der 1960er-Jahre veränderte sich das Feindbild. Der Kalte Krieg blieb zwar präsent, doch andere Gegenspieler rückten zunehmend in den Vordergrund - wie etwa die fiktive Geheimdienstorganisation Spectre, die Ost und West gezielt gegeneinander ausspielt. Die klaren Grenzen zwischen Freund und Feind wurden weniger eindeutig, sagt Svenja Böhm.

Screenshot aus dem Videospiel "007 First Light" zeigt eine Person mit einem Maschinengewehr und einer goldenen Maske, die das gesamte Gesicht verdeckt in einem Museum.
Führt sicher nichts Gutes im Schilde: Doch wer ist die Person hinter der Maske?Bild: IO Interactive / Amazon MGM Studios

Mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Kriegs 1991 war das einstige Feindbild überholt. Hinzu kam zehn Jahre später die diffuse Angst vor Terroranschlägen, die seit dem 11. September in vielen Ländern Teile der Bevölkerung erfasste. Die Bond-Macher griffen auch diese Stimmung auf.

Misstrauen gegenüber dem Staat

In den neueren James-Bond Geschichten kommt die Bedrohung zunehmend aus dem Innern. Gegner sind häufig ehemalige Verbündete oder schwer greifbare Akteure im eigenen Umfeld und dadurch umso bedrohlicher. Die Zuordnung von Freund und Feind wird komplexer, was Gefühl der Unsicherheit verstärkt. "Das sind wirklich gesellschaftliche Ängste, die da verhandelt werden", sagt Svenja Böhm. "Es besteht ein Misstrauen gegenüber der Regierung, gegenüber Geheimdienstaktionen."

Auch "007 First Light" knüpft daran an: Die Spielerinnen und Spieler müssen in Bond-Manier, furchtlos, charmant und mit jeder Menge Gadgets, wie etwa einer Uhr, die elektrische Geräte in der Nähe an- oder ausschalten kann, einen ehemaligen Doppelnull-Agenten aufspüren und einer Verschwörung auf die Spur kommen.

Gibt es denn etwas, das wir von Bond lernen können? Svenja Böhm denkt eine Weile nach und sagt schließlich: "Das Vertrauen darauf: Alles wird gut." Was auch immer passiert, Bond wird es richten. Eine wohltuende Gewissheit in stürmischen Zeiten.

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