Die wichtigsten Filme von Woody Allen
Über 50 Filme hat Woody Allen gemacht - seine bekanntesten Werke handeln von komplizierten Liebesbeziehungen - oder vom Kino selbst. Hier sind einige seiner Regie-Highlights.

A Rainy Day in New York (2019)
Obwohl bereits 2018 fertiggestellt, lief die romantische Komödie mit Elle Fanning und Timothee Chalamet erst ab Mitte 2019 in den Kinos - und das nur in Europa. Ursprünglich sollte der Film auf Amazon Prime veröffentlicht werden. Doch der US-Konzern beendete die Zusammenarbeit aufgrund des Missbrauchsvorwurfs gegen Woody Allen. Der Film erschien erst im Oktober 2020 in den USA.
To Rome with Love (2012)
Timothée Chalamet hatte im Zuge der wiederholten Vorwürfe durch Allens Adoptivtochter seine Gage für "A Rainy Day in New York" zurückgegeben. Die private Angelegenheit, die Allen bestreitet, überschattete nachträglich auch den bereits 2012 veröffentlichten "To Rome with Love". Greta Gerwig, die darin die Hauptrolle spielt, bekundete, dass sie bedauere, in diesem Allen-Film mitgewirkt zu haben.
Midnight in Paris (2011)
Als nicht belastet durch den Vorwurf von 2014 kann dieser Film aus dem Jahr 2011 gelten. Er bescherte Woody Allen einen weiteren Oscar für seine Sammlung. Sein Drehbuch führt Owen Wilson, wiederum in der Rolle eines Drehbuchautors, auf eine Zeitreise. Somit wird aus der Romanze eine Fantasy-Hommage an die Goldenen Zwanziger in Paris, mit Auftritten von Kunstgrößen wie Picasso oder Salvador Dalí.
Vicky Cristina Barcelona (2008)
Rom, Paris, London und zuvor schon Barcelona: Anfang des neuen Jahrtausends suchte Allen seine Filmkulissen verstärkt in Europa. "Vicky Cristina Barcelona" ist ein Film mit einem exquisiten Darstellerensemble: Neben Scarlett Johansson waren Penélope Cruz und Javier Bardem dabei. Doch Allen bleibt New Yorker. Von anderen Metropolen erzeuge er laut "Spiegel" nur "pittoreske Postkartenklischees".
Match Point (2005)
Nach einigen schwächeren Filmen, bei denen die Zuschauer schon das Gefühl hatten, Allen wiederhole sich nur noch, verblüffte der Regisseur die Filmwelt 2005 noch einmal nachdrücklich. "Match Point" war weder Komödie noch New Yorker Nabelschau, sondern ein messerscharf inszenierter Kriminalfilm. Der jungen Scarlett Johansson eröffnete Allen damit die Chance zu einer Weltkarriere.
Verbrechen und andere Kleinigkeiten (1989)
Woody Allens Talent, Drama und Komödie zusammenzufügen, tritt im Film "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" von 1989 zu Tage. Hierin begegnen sich verschiedene Geschichten, Charaktere und Figurenkonstellationen in einem immerwährenden Reigen aus komischen und romantischen Momenten. Wie meist bei Allen sorgen die großartig ausgewählten Schauspieler für das filmische Vergnügen.
Radio Days (1987)
Eine Hommage an das Medium Radio war 1987 der Film "Radio Days". Woody Allen stellt eine jüdische Familie im New Yorker Stadtteil Queens vor, die sich in den 1930er- und 1940er-Jahren regelmäßig um ein Radio versammelt. Sportübertragungen, Nachrichten, Spiel-Shows und Musik gehören zum Alltag. Ein liebevoller, leicht verklärter, aber immer auch humorgetränkter Blick auf eine vergangene Zeit.
Hannah und ihre Schwestern (1986)
In "Hannah und ihre Schwestern" kam Woody Allen seinem Ziel, den Filmen philosophische Tiefe und gedankliche Reife zu geben, am nächsten. Das Werk ist auch ein wunderbares Beispiel dafür, wie Woody Allen Frauenrollen inszenieren kann. Neben Mia Farrow erstrahlen Barbara Hershey, Carrie Fisher, Dianne Wiest und Maureen O'Sullivan. Michael Caine ist auch dabei - Allen selbst spielt eine Nebenrolle.
The Purple Rose of Cairo (1985)
Mia Farrow war es auch, die in einer ihrer schönsten Karriere-Rollen als junge Kellnerin Cecilia in "The Purple Rose of Cairo" glänzte. Cecilia ist unglücklich und sucht Ablenkung in der Welt des Films. Bei ihren ständigen Kinobesuchen trifft sie irgendwann tatsächlich auf ihre Helden. Die Schauspieler der Filme, die Cecilia sieht, treten in ihr Leben. Eine wunderbare Kino-Philosophie.
Zelig (1983)
1983 verblüffte Allen die Filmwelt mit "Zelig", einem Wunderwerk voller filmischer und erzählerischer Überraschungen. Hierin spielt Allen im New York der 1920er-Jahre Leonard Zelig, einen schwachen und hilflosen Charakter, der sich seiner Umwelt anpasst - seelisch, aber auch physisch. Ein feinfühliges Werk über Opportunismus. An Woody Allens Seite seine damals neue Lebenspartnerin Mia Farrow.
Stardust Memories (1980)
In diesem Film dokumentierte Woody Allen seine erste künstlerische Krise. Allen, im richtigen Leben auch ein grüblerischer Mensch, sah sich damals nicht in erster Linie als Komödiant. Eines seiner großen Vorbilder war der Schwede Ingmar Bergman. "Stardust Memories" ist ein Dokument dieser filmischen Sinnkrise. Natürlich gab es auch da etwas zu lachen - wie man an Marie-Christine Barrault sieht.
Manhattan (1979)
Das Meisterwerk "Manhattan" ist für viele bis heute der beste aller Woody-Allen-Filme. In der romantischen Komödie, die ganz nebenbei auch einer der schönsten New-York-Filme ist, brillieren an der Seite von Regisseur und Hauptdarsteller Woody Allen seine damalige Lebenspartnerin Diane Keaton - und die damals 30-jährige Meryl Streep (oben).
Der Stadtneurotiker (1977)
Als Woody Allen 1977 seinen sechsten Film als Regisseur in die Kinos brachte, kannte man den New Yorker bereits als genialen Clown und anarchistischen Spaßmacher auf der Bühne und vor den Filmkameras. Doch "Der Stadtneurotiker" war anders. Mit diesem Film erfand sich Woody Allen neu. Er gab seinen Figuren Tiefe und viel Psychologie mit auf den Weg. Ungemein witzig blieben sie dennoch.