″Shoah″-Regisseur Claude Lanzmann ist tot | Filme | DW | 05.07.2018
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Film

"Shoah"-Regisseur Claude Lanzmann ist tot

Mit 92 Jahren ist der französische Regisseur gestorben. Mehr als zwölf Jahre lang hatte er an "Shoah" gearbeitet. Der Film über den Völkermord an den europäischen Juden machte Lanzmann weltberühmt.

Mit der Zeitzeugen-Dokumentation "Shoah" hat sich Regisseur Lanzmann in das Gedächtnis der Menschheit eingeprägt. Neuneinhalb Stunden ließ der französisch-jüdische Filmemacher Opfer und Täter des Holocaust zu Wort kommen. Dafür erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Als Lanzmann 2013 für "Shoah" und sein Gesamtwerk den Goldenen Ehrenbären der Berlinale erhielt, sagte er, während der zwölfjährigen Arbeit an der Dokumentation habe er immer an einem Gedanken festgehalten: "Ich wusste, dass "Shoah" nach dem langen Schweigen eine Befreiung für die Deutschen sein würde, um immer offener über ihren eigenen Schmerz zu sprechen."

"Shoah" als Synonym für den NS-Völkermord an den Juden

Für seine Arbeit an "Shoah" verzichtete Lanzmann gänzlich auf Archivmaterial und konzentrierte sich ganz auf die Schilderungen der Zeitzeugen. Diese mussten das Erzählte nochmals durchleben und machten den Film so zu einem "ursprünglichen Ereignis", wie Lanzmann selbst es einmal nannte. Sein Opus etablierte das hebräische Wort "Shoah" (dt. Katastrophe, Vernichtung) weltweit als Synonym für den NS-Völkermord an sechs Millionen Juden.

Claude Lanzmann Roter Teppich Berlin Internationales Filmfestival Goldener Bär (picture-alliance/dpa/S.Hoppe)

Claude Lanzmann 2013 mit dem Goldenen Ehrenbären

Lanzmann wurde am 27. November 1925 im Großraum Paris geboren. Als Jugendlicher engagierte er sich in der kommunistischen Jugendbewegung Frankreichs, der französischen Widerstandsbewegung, er studierte Philosophie und war Lektor an der Freien Universität Berlin. Als Journalist reiste er unter anderem nach China und Korea und engagierte sich gegen den Algerienkrieg.

Noch im vergangenen Jahr präsentierte er beim Filmfestival in Cannes außer Konkurrenz den Dokumentarfilm "Napalm", für den er 2004 und 2015 in das diktatorisch geführte Nordkorea gereist war.

Lanzmann starb am Donnerstag im Alter von 92 Jahren in Paris, wie seine Ehefrau Dominique Petithory der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

ka/suc (dpa/Munzinger)

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