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PolitikGlobal

News kompakt: Merz empfängt syrischen Präsidenten al-Scharaa

30. März 2026

Ursprünglich war Ahmed al-Scharaas Besuch bereits im Januar geplant, musste aber verschoben werden. Die USA haben einem russischen Öltanker die Fahrt nach Kuba gestattet. Das Wichtigste in Kürze.

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Syriens Übergangspräsident al-Scharaa
Syriens Übergangspräsident al-Scharaa (Archivfoto)Bild: Francisco Seco/AP/dpa/picture alliance

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa holt seinen im Januar verschobenen Besuch in Deutschland nach. An diesem Montag wird al-Scharaa in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Friedrich Merz zusammenkommen. Im Auswärtigen Amt ist zudem ein Runder Tisch mit deutschen Wirtschaftsvertretern geplant. Hauptthemen der Gespräche sind die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat und der Wiederaufbau des im Bürgerkrieg schwer zerstörten Landes, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte.

Syrische Kurden laufen mit kurdischen Flaggen in den Händen durch Afrin, im Hintergrund sind Regenbögen zu sehen
Vorbereitungen für das Frühlingsfest Nouruz: Syrische Kurden bei Afrin (Foto v. 20.3.26)Bild: Orhan Qereman/REUTERS

Die von al-Scharaa angeführte Islamistenmiliz HTS hatte Ende 2024 nach fast 14 Jahren Krieg Syriens langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt. Anschließend wurde al-Scharaa zum Übergangspräsidenten ernannt. Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) kritisierte die Einladung scharf. "Ahmed al-Scharaa trägt Verantwortung für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit", heißt es in einer Erklärung. Der einstige Dschihadistenführer versucht, das Land Richtung Westen zu öffnen. Er war bereits bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Élysée-Palast und bei US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu Gast.

UN-Blauhelmsoldat bei Explosion im Südlibanon getötet

Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen im Libanon ist ein indonesischer Blauhelmsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat wurde bei dem Vorfall im Süden des Landes schwer verletzt. Das teilte die UN-Beobachtermission Unifil mit. Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam. Ermittlungen wurden eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären.

Angriffe auf Unifil-Truppen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, erklärte die Mission weiter. Das indonesische Außenministerium bestätigte, ein indonesischer Blauhelmsoldat sei nahe Adtschit al-Kusayr getötet worden. 

USA lassen russischen Öltanker nach Kuba passieren

Die USA lockern nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ihre faktische Ölblockade gegen Kuba und lassen einen russischen Tanker die Karibikinsel ansteuern. Wenn ein Land jetzt gerade etwas Öl nach Kuba schicken ‌wolle, habe ⁠er ⁠kein Problem damit, ob es nun Russland sei oder nicht, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Laut der Website Marinetraffic ist ​der mit US-Sanktionen belegte Tanker "Anatoly Kolodkin" auf dem Weg nach Kuba.

Menschen auf Kuba schauen sich nach einem Stromausfall den Sonnenuntergang an
Stromausfall am Malecón in Havanna: Kubas Wirtschaftskrise wird durch das Ausbleiben der Öllieferungen aus Venezuela verschärft (Archivfoto)Bild: Ramon Espinosa/AP Photo/picture alliance

Die Lieferung dürfte die angespannte Lage in dem Land ​lindern. Dem kubanischen Präsidenten Miguel Diaz-Canel zufolge hat Kuba seit drei Monaten keine Ölimporte mehr ​erhalten. Die Regierung in Washington hatte Öllieferungen nach ​Kuba faktisch blockiert, um den ⁠Druck auf die Führung in Havanna zu erhöhen.

Drohnen in Finnland abgestürzt

Im Süden Finnlands sind nach Regierungsangaben zwei Drohnen abgestürzt. Es handele sich vermutlich um ukrainische Drohnen, sagte Ministerpräsident Petteri Orpo dem Sender Yle. Er bezeichnete die Luftraum-Verletzung als ernste Angelegenheit. Die Untersuchung zu dem Vorfall in Kouvola sei aber noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren mehrere Objekte entdeckt worden, die in niedriger Höhe den finnischen Luftraum passierten. Kampfjets seien aufgestiegen, um die Geräte zu identifizieren, hätten sie jedoch nicht abgeschossen, um Kollateralschäden am Boden zu vermeiden.

Polizeifahrzeuge nach dem Absturz zweier unbekannter Drohnen östlich der Stadt Kouvola
Finnische Polizeifahrzeuge im Einsatz bei Kouvola. Hier schlugen nach Informationen finnischer Behörden zwei unbemannte Flugkörper auf.Bild: Sasu Järnstedt/Lehtikuva/IMAGO

Die Stadt Kouvola liegt rund 70 Kilometer entfernt von der Grenze zur russischen Region Leningrad. Laut Premier Orpo dürften die verirrten Drohnen im Zusammenhang mit den Angriffen der Ukraine auf die russische Ölindustrie stehen.

Verhandlungen zur WTO-Reform ohne Ergebnis beendet

Die Verhandlungen über eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach viertägigen Beratungen in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde endete die Konferenz in der Nacht zum Montag, ohne dass Reformschritte für die Organisation vereinbart wurden. Als ein Rückschlag für die Industriestaaten wurde unter anderem gewertet, dass sich ihre Vertreter nicht darauf verständigen konnten, das seit Jahren bestehende Zollmoratorium für den digitalen Handel zu verlängern.

Das Zollmoratorium war 1998 beschlossen worden und wurde seitdem immer wieder verlängert. Die USA und andere Industrienationen fordern einen dauerhaften Verzicht auf die Zölle. Indien und andere Schwellenländer lehnen dies ab und verweisen darauf, dass ihnen dadurch Einnahmemöglichkeiten entgehen.

Staaten beschließen strengeren Schutz für 40 Tierarten

Angesichts wachsender Bedrohungen sollen 40 wandernde Tierarten wie Hai, Gepard und Schneeeule künftig international strenger geschützt werden. Darauf einigten sich die Vertragsstaaten bei der 15. UN-Konferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in der brasilianischen Stadt Campo Grande. Die Konferenz stand unter dem Eindruck neuer UN-Daten, die eine zunehmende Gefährdung wandernder Tierarten zeigen. Laut UN gehen die Bestände von fast der Hälfte der im Rahmen des Abkommens geschützten Arten zurück, rund ein Viertel ist vom Aussterben bedroht.

Asiatischer Gepard im Miandasht-Wildreservat im Iran (Archivfoto)
Asiatischer Gepard im Miandasht-Wildreservat im Iran (Archivfoto)Bild: Ali/Middle East Images/picture alliance

Besonders kritisch ist die Lage im Meer. Dem Abkommen gehören mehr als 130 Staaten sowie die EU an, darunter viele Länder in Afrika und Lateinamerika; große Staaten wie die USA, China und Russland zählen jedoch nicht dazu.

pg/se/haz (dpa, afp, rtr, epd)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.