Mindestens 30 Tote: Erdbeben erschüttern Venezuela
25. Juni 2026
Bei zwei Erdbeben in Venezuela sind ersten Erkenntnissen zufolge mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen und rund 700 weitere verletzt worden. Das sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez. Die Regierung rief angesichts der "Tragödie" den Notstand aus.
Airport bleibt bis auf weiteres zu
Rettungskräfte suchten in den Trümmern eingestürzter Gebäude nach Verschütteten. Der Zugverkehr in dem südamerikanischen Land wurde eingestellt, der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas wurde wegen Schäden geschlossen.
Die Erdbebenwarte der Vereinigten Staaten, USGS, gab die Stärke der beiden Erdbeben mit 7,2 und 7,5 an. Das erste Beben ereignete sich östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von rund 22 Kilometern. Zu dem zweiten Erdstoß kam es wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe.
Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein. Die Millionenstadt Caracas liegt rund 150 Kilometer östlich vom Epizentrum entfernt.
"Werden für unsere neuen Freunde da sein"
US-Präsident Donald Trump sicherte dem südamerikanischen Land schnelle Hilfe zu. Er habe alle US-Behörden angewiesen, sich darauf vorzubereiten, schnell zu helfen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "Wir werden für unsere neuen und großartigen Freunde da sein", schrieb Trump - wohl mit Blick auf die Übergangsregierung in Caracas.
Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, teilte mit, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt gebracht zu werden. Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, verkündete, spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien, Mexiko, Panama und weitere Staaten signalisierten Hilfsbereitschaft.
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf ihrem Social-Media-Kanal: "Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen."
In Venezuela leben rund 80 Prozent der Menschen in erdbebenbedrohten Gebieten, starke Beben sind jedoch selten. 1997 kamen bei einem Beben im östlichen Bundesstaat Sucre 73 Menschen ums Leben. 1976 starben fast 300 Menschen als ein Beben die Hauptstadt Caracas erschütterte.
haz/AR (dpa, afp, rtr)