Mexiko verliert Kontakt zu Schiffen mit Hilfsgütern für Kuba
27. März 2026
Die mexikanische Marine teilte mit, es habe weder Kommunikation mit den beiden Schiffen gegeben noch eine Bestätigung ihrer Ankunft in Kuba. Die Segelboote mit humanitären Hilfsgütern an Bord waren am vergangenen Freitag von der südostmexikanischen Insel Isla Mujeres ausgelaufen und sollten am Dienstag oder Mittwoch dieser Woche in der kubanischen Hauptstadt Havanna eintreffen.
Den Angaben zufolge wurden die Marinekommandos in der Region sowie Such- und Rettungsstationen alarmiert. Auch Flugzeuge suchten die Route zwischen Isla Mujeres und Havanna ab.
Die Suchaktionen würden auch unter Berücksichtigung möglicher Kursänderungen sowie der Wetterbedingungen durchgeführt, teilte die Marine mit. Die Besatzungen anderer Schiffe wurden gebeten, sofort zu informieren, sollten sie die Segelboote bemerken.
Neun Besatzungsmitglieder vermisst
Auf den Booten sollen sich insgesamt neun Besatzungsmitglieder befinden. Laut der lokalen Nachrichtenplattform "Estamos Aqui" stammen sie aus Frankreich, Polen und den USA. Darunter sei auch ein vierjähriger Junge.
Die Organisatoren des Hilfskonvois erklärten, bei den Kapitänen und der Besatzung handele es sich um erfahrene Seeleute, und die Boote seien mit Sicherheitssystemen ausgestattet. Man arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen und sei zuversichtlich, dass die Crews Havanna sicher erreichen würden.
Am Dienstag hatte das erste Boot der internationalen Hilfsflotte in Havanna angelegt. Es war von den Aktivisten symbolisch in "Granma 2.0" umbenannt worden - in Erinnerung an das Schiff, mit dem Fidel Castro und seine Guerillakämpfer 1956 in Kuba landeten und ihre Revolution starteten. An Bord des Bootes waren nach Angaben der Organisatoren dringend benötigte Lebensmittel, Medikamente und andere lebensnotwendige Güter.
Öllieferungen aus Venezuela eingestellt
Organisiert wurde die Flotte von einem Zusammenschluss von Gewerkschaften, Hilfsorganisationen, Parlamentsabgeordneten und Aktivisten aus verschiedenen Ländern. Vorbild ist die Gaza-Hilfsflotte, die im vergangenen Jahr versucht hatte, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen, aber vom israelischen Militär abgefangen wurde.
In Kuba hatte sich die wirtschaftliche Not zuletzt durch den Stopp von Öllieferungen infolge der US-Intervention in Venezuela verschärft. US-Präsident Donald Trump ließ nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar die Öllieferungen Venezuelas an Kuba einstellen. Anderen Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen Zöllen.
Trump hatte zuletzt den Druck auf Kuba immer weiter erhöht. In der vergangenen Woche drohte er, den Karibikstaat zu "übernehmen".
gri/pgr (afp, rtr, epd, dpa)