Kommentar: Letzte Chance für Lucien Favre | Kommentare | DW | 24.05.2020
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Bundesliga-Kommentar

Kommentar: Letzte Chance für Lucien Favre

Wenn der BVB und sein Trainer Lucien Favre am Dienstag nicht gegen den FC Bayern München gewinnen, ist die Chance auf die Meisterschaft dahin. Dann endet auch Favres Zeit in Dortmund, meint Andreas Sten-Ziemons.

Es ist angerichtet: Borussia Dortmund hat seine beiden ersten Auftritte nach dem Bundesliga-Neustart souverän gewonnen, der FC Bayern war ebenfalls zweimal klar überlegen. Nun gehen die beiden vermeintlich besten Fußball-Mannschaften Deutschlands am Dienstag als Zweiter und Erster der Tabelle in das direkte Duell (Anstoß 18:30 Uhr MESZ, ab 18:15 Uhr im DW-Liveticker). Vier Punkte trennen die beiden Klubs, die Partie wird also der erhoffte Showdown im Meisterschaftsrennen.

Immer, wenn es darauf ankommt

Allerdings kommt es dabei in erster Linie auf die Dortmunder an. Versagen sie im direkten Duell mit dem FC Bayern wie schon in der Vorsaison, ist das Thema Meisterschaft erneut durch. Damals - ebenfalls am 28. Spieltag - reisten die Schwarz-Gelben als Tabellenführer nach München, lieferten dann aber ein katastrophales Spiel ab, in dem die Angst Fehler zu machen, sie so sehr lähmte, dass die Partie am Ende mit einem klaren 5:0 an die selbstbewussten Münchner ging.

Andreas Sten-Ziemons

Andreas Sten-Ziemons

Und obwohl der BVB auch danach nur einen Punkt Rückstand auf die Bayern hatte, und die Münchner in den restlichen Saisonspielen sogar noch Punkte liegen ließen, kam man nicht mehr am Rekordmeister vorbei.

Diesmal betrüge die Lücke bei einer Dortmunder Niederlage sieben Punkte - der Traum vom Titel wäre ausgeträumt. Für Lucien Favre würde es im Sommer dann wohl nicht weitergehen in Dortmund. Im DFB-Pokal ist man bereits im Achtelfinale an Werder Bremen gescheitert. Auch in der Champions League war früher Schluss als erwünscht. Nach einem 2:1-Hinspielerfolg gegen Paris St. Germain ging man im Rückspiel unerklärlicherweise mit 0:2 unter und schied doch noch aus.

Suche nach Klopp 2.0 beginnt

Die Zweifel der Verantwortlichen am nicht immer ganz einfachen Schweizer Trainer sind damit noch einmal größer geworden. Favre - so der Eindruck, der sich verfestigt - ist zwar ein absoluter Fußball-Fachmann, er eignet sich allerdings nicht als Motivator und kann unter Druck einfach keine entscheidenden Spiele gewinnen. Oder anders formuliert: Lucien Favre ist nicht Jürgen Klopp. Wo andere die Meisterschaft als klares Ziel formulieren, wiegelt Favre eher ab, bleibt bescheiden und zurückhaltend.

Das kann man sympathisch finden - aber Deutscher Meister wird man so nicht. In der BVB-Chefetage werden daher spätestens ab Mittwochmorgen die Überlegungen losgehen, wer Favre im Sommer ersetzen kann - und welcher Trainerkandidat beides mitbringt: Favres fußballerischen Sachverstand und Klopps Fähigkeit zu begeistern und mitzureißen.

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