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PolitikGlobal

News kompakt: Forscher sorgen sich um Europas Klima

29. April 2026

Kein Kontinent erwärmt sich so schnell wie Europa. Folgen zeigt der jüngste Klimazustandsbericht auf. König Charles III. hält eine historische Rede vor dem US-Kongress. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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Großbritannien Glossop 2025 | Dürre legt Teile des Woodhead-Stausees trocken
Kaum Wasser in einem Teil des Woodhead-Stausees in Großbritannien (09.05.2025) Bild: Oli Scarff/AFP

In fast allen Gebieten Europas ist es 2025 überdurchschnittlich warm gewesen. Die Meeresoberflächen hatten die höchsten Durchschnittstemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen und 70 Prozent der Flüsse führten weniger Wasser als gewöhnlich. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Bericht "European State of the Climate 2025" hervor.

Deutschland NRW 2025 | Ausgetrockneter Ackerboden aufgrund anhaltender Dürre und Hitze
So sahen im vorigen Jahr viele Ackerböden aus - hier in der Nähe von Meckenheim im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen Bild: Goldmann/picture alliance

Die Übersicht, die vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage, dem EU-Beobachtungsdienst Copernicus und der Weltwetterorganisation WMO herausgegeben wird, warnt vor Folgen für die Gesellschaft und für Ökosysteme in ganz Europa. Hitzewellen träten häufiger auf und sie würden stärker, unterstrich WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. Insbesondere in Südeuropa hätten Dürren Waldbrände befeuert. "Gletscher in allen europäischen Regionen sind weiter geschmolzen."

König Charles betont Verbundenheit zwischen Großbritannien und USA 

Der britische ​König Charles III. hat in einer historischen Rede vor dem US-Kongress die unverbrüchliche Allianz zwischen seinem Land und den USA hervorgehoben. Ungeachtet der tiefen Meinungsverschiedenheiten über den Krieg mit dem Iran würden beide Länder stets vereint die Demokratie verteidigen, sagte der Monarch in Washington. Charles ist erst der zweite britische Herrscher nach seiner Mutter Queen Elizabeth II., der vor beiden Kammern des Parlaments sprach. Beim ‌Betreten des Plenarsaals ⁠mit Ehefrau ⁠Camilla wurde das Königspaar mit Standing Ovations empfangen.

USA Washington D.C. 2026 | König Charles III. spricht vor dem US-Kongress, neben ihm seine Ehefrau Camilla
König Charles III. im Kongress, rechts seine Ehefrau Camilla Bild: Saul Loeb/AFP

In seiner gut halbstündigen Rede warnte Charles III. eindringlich vor Isolationismus - was als Anspielung auf die "America First"-Politik von US-Präsident Donald Trump gewertet wurde. Der König betonte ‌zudem die Wichtigkeit der NATO und der anhaltenden Hilfe der USA für die von Russland angegriffene Ukraine. An diesem Mittwoch reist das Königspaar weiter nach New York. 

Vereinigte Arabische Emirate verlassen die OPEC 

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treten aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und dem erweiterten Verbund OPEC+ aus. Der Schritt werde schon am 1. Mai erfolgen, berichteten staatliche Medien. Die VAE waren 1967 OPEC-Mitglied geworden. Ihr Austritt inmitten der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten dürfte das Kartell schwächen.

Die Föderation von sieben Emiraten war vor Beginn des Iran-Kriegs viertgrößter Ölproduzent in der OPEC+ mit ihren 22 Mitgliedern - nach Saudi-Arabien, Russland und Irak. Mit dem Austritt aus der OPEC können die VAE selber Fördermenge und Preis bestimmen. Die Emirate hatten zuletzt auch schwierige Beziehungen zu ihrem mächtigen Nachbarn Saudi-Arabien. Das Königreich hat großen Einfluss in der OPEC.

EU-Parlament befasst sich mit Lockerungen bei Chemikalien in Kosmetika

Das Europäische Parlament stimmt an diesem Mittwoch über Lockerungen der Regeln für Chemikalien in Kosmetika ab. Die Abgeordneten legen damit ihre Position für anstehende Verhandlungen mit dem Rat der 27 EU-Länder fest.

Bei den Änderungen geht es um Chemikalien, die in größeren Mengen krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsschädigend wirken können. Diese Stoffe sind für die Verwendung in Kosmetika wie Schminke, Shampoo und Sonnencreme grundsätzlich verboten, es gibt aber zahlreiche Ausnahmen. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission sollen Kosmetika künftig nicht mehr die gleichen Standards erfüllen müssen wie Lebensmittel. 

Belarus lässt Journalisten Poczobut frei

Belarus ​hat im Rahmen eines Gefangenenaustauschs an der Grenze zu Polen den polnisch-belarussischen Journalisten und Aktivisten Andrzej Poczobut freigelassen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk nahm persönlich den 53-Jährigen in Empfang. Poczobut gehört der polnischen Minderheit in Belarus an. Der Journalist war im März 2021 festgenommen und 2023 ​wegen angeblicher Anstiftung zu ethnischem ‌Hass und Gefährdung der belarussischen Sicherheit zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Polen bezeichnete die Anschuldigungen als politisch motiviert.

Polen 2026 | Donald Tusk begrüßt den freigelassenen Journalisten Andrzej Poczobut
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (l.) begrüßt den freigelassenen Journalisten Andrzej Poczobut an der Grenze Bild: X/@donaldtusk/Handout/REUTERS

2025 war Poczobut vom EU-Parlament mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet worden. Insgesamt entließ Belarus unter Vermittlung der USA drei polnische und zwei moldauische Staatsbürger aus dem Gefängnis. Im Gegenzug kamen in Polen fünf Häftlinge frei.

Feierlicher Abschied für Grünen-Ministerpräsident Kretschmann 

Nach 15 Jahren im Amt wird der Regierungschef des Bundeslandes Baden-Würtemberg, Winfried Kretschmann, an diesem Mittwoch mit einer feierlichen Zeremonie verabschiedet. Er war Deutschlands erster und bislang einziger Ministerpräsident der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Zum Festakt in der Landeshauptstadt Stuttgart wird unter anderen auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Deutschland Stuttgart | Winfried Kretschmann steigt aus seinem Dienstwagen
Winnfried Kretschmann - er war erster und bisher einziger Regierungschef der Grünen (Archivbild) Bild: Arnulf Hettrich/imageBROKER/picture alliance

Der 77 Jahre alte Kretschmann war bei der Landtagswahl im März nicht mehr angetreten. Die Grünen gewannen die Wahl knapp mit Spitzenkandidat Cem Özdemir. Er wird vermutlich der neue Regierungschef in Baden-Württemberg. In Stuttgart laufen derzeit Koalitionsverhandlungen mit der konservativen CDU. Sie war knapp hinter den Grünen auf Platz zwei gelandet. Die Wahl des neuen Ministerpräsidenten im Landtag ist für den 13. Mai geplant.

Buckelwal wird nun Richtung Nordsee transportiert

Der wochenlang vor der deutschen Ostseeinsel Poel liegende Buckelwal ist am Dienstag mit Unterstützung von Helfern in einen vorbereiteten Frachtkahn geschwommen. Anschließend wurde der mit Wasser gefüllte Lastkahn von einem Schlepper einer privaten Hilfsorganisation aus der Wismarer Bucht gezogen. Nun soll der junge Meeressäuger in seiner Transportbox in die etwa 400 Kilometer entfernte Nordsee gebracht werden. Von dort soll der Wal in den Atlantischen Ozean schwimmen, in dem er heimisch ist.

Deutschland | Helfer um den gestrandeten Buckelwal vor der Ostseeinsel Poel
Vorbereitungen, damit der Wal in den mit Wasser gefüllten Lastkahn schwimmt Bild: Annegret Hilse/REUTERS

Das Drama um den Buckelwal wird im In- und Ausland mit großer Anteilnahme verfolgt. Er irrte seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete mehrfach. Zudem verfing er sich in Fischernetzen. 

se/pg/pgr (dpa, afp, rtr, ap, kna, epd) 

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.