News kompakt: Bodycams für ICE-Beamte in Minneapolis
3. Februar 2026
Bundesbeamte der Einwanderungsbehörden in den USA sollen bei ihren umstrittenen Razzien in Minneapolis künftig Körperkameras tragen. Alle Mitarbeiter entsprechender Behörden wie ICE erhielten "mit sofortiger Wirkung" sogenannte Bodycams, teilte Heimatschutzministerin Kristi Noem im Onlinedienst X mit. Sobald die Mittel zur Verfügung stünden, werde das Bodycam-Programm auf das ganze Land ausgeweitet. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump geht damit auf eine Forderung der Demokraten ein.
Nach dem Tod von zwei US-Bürgern durch Schüsse von Bundesbeamten in Minneapolis hatten die Demokraten im Kongress schärfere Regeln für Mitarbeiter der Einwanderungsbehörden gefordert. Sie drohten mit einer Blockade neuer Haushaltsmittel für die Bundesverwaltung.
Raumfahrtunternehmen SpaceX übernimmt KI-Firma xAI
Es ist der größte Tech-Deal der Geschichte: US-Milliardär Elon Musk hat seine Raumfahrtfirma SpaceX und seinen Entwickler für Künstliche Intelligenz, xAI, zusammengelegt. SpaceX plane, Satelliten im Weltraum als Datenzentren einzusetzen und mit ihrer Hilfe Solarenergie zu produzieren, erklärte Musk. So könne der wachsende Energiebedarf auf der Erde für die Infrastruktur Künstlicher Intelligenz abgedeckt werden.
SpaceX plant demnach den Start von einer Million Satelliten als Datenzentren. Das Raumfahrtunternehmen betreibt das Satellitennetzwerk Starlink. Zudem hat SpaceX lukrative Verträge mit der US-Raumfahrtagentur NASA geschlossen. Das KI-Unternehmen xAI von Musk sorgte zuletzt wegen des umstrittenen Chatbots Grok für massive Kritik.
Heftige russische Angriffe auf Kyjiw und Charkiw
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und die zweitgrößte Stadt Charkiw in der Nacht wieder massiv mit Raketen und Kampfdrohnen angegriffen. Die Nachrichtenagentur Ukrinform sprach von mehreren Explosionen in der Hauptstadt. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zwei Wärmekraftwerke getroffen. Später hieß es, es gebe Brände in Wohngebäuden und einem Kindergarten. Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, mehrere Menschen seien verletzt worden.
Die Großstadt Charkiw im Osten des Landes wurde nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow von mindestens zwei Raketen getroffen. Zudem habe es einen "Massenangriff" mit Kampfdrohnen gegeben.
Zuvor hatte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor neuen Gesprächen über ein Ende des russischen Angriffskriegs zuversichtlich gezeigt. Das Erreichen eines würdigen und dauerhaften Friedens sei realistisch, sagte Selenskyj nach Beratungen mit seinem Verhandlungsteam in Kyjiw. Die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA sollen am Mittwoch und Donnerstag in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, fortgesetzt werden.
Frankreichs Regierung bringt Haushalt durch das Parlament
Nach einer monatelangen politischen Hängepartie ist in Frankreich der Etat für 2026 verabschiedet worden. Die Minderheitsregierung unter Premierminister Sébastien Lecornu überstand im Zusammenhang mit dem Budgetstreit zwei weitere Misstrauensvoten der Opposition in der Nationalversammlung in Paris. Damit gilt der Haushalt als offiziell beschlossen - und die Regierung bleibt im Amt.
Nach dem nun verabschiedeten Etat soll das Staatsdefizit Frankreichs von 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf unter fünf Prozent sinken. Wegen der hohen Schulden ist derzeit ein EU-Defizitverfahren gegen Frankreich anhängig.
Weimer empört über Festnahme von Drehbuchautor im Iran
Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die Festnahme des Drehbuchautors Mehdi Mahmoudian im Iran verurteilt. Wer Autorinnen und Autoren einsperre, bekämpfe nicht die Kunst, sondern die Freiheit, sagte der parteilose Politiker. Zugleich forderte er die Freilassung Mahmoudians. Der iranische Autor schrieb mit am Drehbuch des Films "Ein einfacher Unfall", der im vergangenen Jahr die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes gewann. Aktuell ist der Politthriller in den Kategorien "bestes Original-Drehbuch" und "bester internationaler Film" für einen Oscar nominiert. Der Film setzt sich mit staatlichem Unrecht im Iran auseinander.
Laut Bundesregierung wurde Mahmoudian nach übereinstimmenden Berichten am Wochenende festgenommen. Er habe kurz zuvor eine Erklärung unterzeichnet, in der das gewaltsame Vorgehen des iranischen Regimes gegen Demonstrierende kritisiert worden sei. Auch andere Unterzeichner der Erklärung seien festgenommen worden.
Rohstoffe für erneuerbare Energien könnten knapp werden
Der Europäischen Union drohen Probleme, sich mit genügend Rohstoffen für die Energiewende einzudecken. Zu dieser Einschätzung kommt der Europäische Rechnungshof. Als Grund wird in einem Bericht der Luxemburger Behörde die starke Abhängigkeit von nur wenigen Lieferländern genannt, darunter China. Zugleich kämen Produktion und Recycling in Europa selbst kaum voran. Sollte es bei Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden zu einem Mangel kommen, könnte es Engpässe bei technischen Komponenten geben, die für die Erzeugung erneuerbarer Energien gebraucht werden, heißt es in dem Bericht weiter. Dazu gehörten etwa Batterien, Windräder oder Solaranlagen.
Die EU hatte 2024 eine Verordnung zu kritischen Rohstoffen beschlossen, um die Abhängigkeit von anderen Ländern zu verringern. Darin enthalten sind unverbindliche Ziele bis 2030. Die bis dahin angestrebte sichere Rohstoffversorgung hält der Rechnungshof jedoch für unwahrscheinlich.
se/gri (dpa, afp, rtr, ap, kna, epd)
Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.