The Implant Files | DocFilm | DW | 14.07.2019
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The Implant Files

More and more people are dying or suffering injury from unsafe medical devices such as prostheses, pacemakers or breast implants. In Germany, such incidents have tripled over the last 10 years, whilst in the USA it’s five times as many.

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Jürgen Thoma, der 2005 eine neue Hüfte brauchte, sagt "Wir waren die Meerschweinchen". Ihm wurde ein neues Produkt empfohlen, eine "Innovation", die besser ist als alles andere auf dem Markt. Aber diese "Innovation" hat wahrscheinlich Hunderten von Menschen massives Leid gebracht. Das Metall in den Prothesen verschlechterte sich durch Abrieb, und viele Patienten litten an einer Metallvergiftung, die sich in den Knochen fraß. Thomas Woska litt jahrelang unter Schmerzen, bis eine defekte Bandscheibe bei längerer Operation vom Rücken entfernt wurde. Die Prothese hatte sich aufgelöst und hatte Plastikstreifen entlang des Kanals seines Rückenmarks verteilt. Interne Dokumente von Unternehmen und Ministerien sowie unzählige Gespräche mit Vertretern der Industrie und Hinweisgebern zeigen, dass Nebenwirkungen immer wieder verborgen bleiben. Die Behörden überlassen es in der Regel den Herstellern, defekte Produkte zurückzurufen oder Sicherheitswarnungen auszuliefern. Seit 2010 ist dies etwa 1000 Mal pro Jahr passiert, im Durchschnitt etwa dreimal am Tag, aber die Behörden scheinen im selben Zeitraum nur sechs Rückrufe angeordnet zu haben. Über fehlerhafte Produkte wird oft nichts unternommen. Ärzte implantieren regelmäßig Produkte, die kaum getestet wurden. Interne Dokumente aus dem Jahr 2016 zeigen, dass selbst das Gesundheitsministerium davon ausgeht, dass nur jedes zehnte Medizinprodukt klinisch getestet wurde und die Risiken der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Durch die Verknüpfung der Entschädigungszahlungen mit den Geheimhaltungsverpflichtungen verhindern Unternehmen, dass Patienten über ihre Fälle sprechen.