Woody Allen will 68 Millionen von Amazon | Aktuell Amerika | DW | 08.02.2019
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Kino

Woody Allen will 68 Millionen von Amazon

Der vierfache Oscar-Preisträger hat die Amazon Studios verklagt. Es geht in dem Fall um gebrochene Verträge, stornierte Projekte, zurückgehaltene Filme - und "jahrzehntealte Vorwürfe".

US-Regisseur Woody Allen ist inzwischen 83 Jahre alt und produziert noch immer jedes Jahr mindestens einen neuen Film. Zuletzt kam "Wonder Wheel" mit Kate Winslet, Justin Timberlake und Juno Temple heraus. Das war 2017, das Jahr in dem viele Hollywood-Stars auf Distanz zu dem Altmeister des Kinos gegangen waren.

Seit der "MeToo"-Bewegung werden die seit Jahrzehnten bekannten Missbrauchsvorwürfe gegen Allen neu und anders bewertet. Colin Firth, Timothée Chalamet, Mira Sorvino, Greta Gerwig, Ellen Page und andere wollen zukünftig nicht mehr mit ihm drehen.

Film ohne Publikum

Dennoch hat Allen auch 2018 einen neuen Film fertiggestellt. Die romantische Komödie "A Rainy Day in New York" hält die Filmgesellschaft jedoch unter Verschluss. Die Amazon Studios sollen deshalb 68 Millionen Dollar wegen Vertragsverletzung zahlen.

Allens Anwälte haben eine entsprechende Schadenersatzklage bei einem New Yorker Gericht eingereicht. Sie begründen ihre Forderung damit, dass der Onlinekonzern ihrem Mandanten die Finanzierung seines neuen Films verweigert habe. Es habe einen Vertrag gegeben, in dem sich Amazon verpflichte, dem Regisseur neun Millionen Dollar für die Produktion von "A Rainy Day in New York" zu zahlen. Im vergangenen Juni habe das Unternehmen dann versucht, sich aus dem Vertrag zurückzuziehen. Die Zahlung sei bislang ausgeblieben.

Woody Allen Mia Farrow und Kinder (picture-alliance/dpa)

Woody Allen 1988 mit seiner Lebensgefährtin Mia Farrow, der Adoptivtochter Dylan und dem gemeinsamen Sohn Satchel

Amazon soll zur Begründung auf den Vorwurf verwiesen haben, wonach Allen seine sieben Jahre alte Adoptiv-Tochter Dylan Farrow auf dem Dachboden des Elternhauses missbraucht hat. Die Anschuldigung war das erste Mal 1992 nach der Trennung von Allen und Mia Farrow im Zuge eines erbitterten Sorgerechtsstreits aufgekommen. Die Polizei ermittelte damals, ohne dass es zu einer Anklage kam. Hollywood "habe die Augen verschlossen", kommentierte Dylan Farrow später in einem offenen Brief. Allen weist alle Vorwürfe stets zurück.

"A Rainy Day in New York" hat Woody Allen schließlich ohne die Amazon-Finanzierung fertiggestellt. An diesem Film wirkten unter anderem Rebecca Hall, Elle Fanning, Timothée Chalamet und die Sängerin Selena Gomez mit. Gezeigt wurde das Werk bis jetzt aber noch nie. 

rb/Bor (ap, afp, dpa, rtr)

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