Wim Wenders′ Kinofilm ″Grenzenlos″ startet in Deutschland | Filme | DW | 02.08.2018
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Kino

Wim Wenders' Kinofilm "Grenzenlos" startet in Deutschland

Der neueste Film von Wim Wenders, "Grenzenlos", führt uns an besondere Orte: Der Thriller erzählt eine Liebesgeschichte, folgt Dschihadisten in die Wüste und erforscht die Tiefen des Ozeans.

Filmemacher, Fotograf, Dramatiker, Autor, Operndirektor: Wim Wenders hat schon eine ganze Reihe von Hüten getragen in seiner illustren Karriere. Seit seinem Regiedebüt "Summer in the City" (1970, auf dem Höhepunkt des "Neuen Deutschen Films") werden Wenders' Filme, ihre einzigartigen Storylines und die dramaturgische Betonung der filmischen Orte, weltweit von Fans des unabhängigen Kinos verehrt. Diese Kombination erreicht in Wenders' aktuellem Film "Grenzenlos" (Originaltitel: Submergence) nochmal eine vollkommen neue Dimension. Der Film feierte seine Premiere bereits 2017 auf dem Toronto Film Festival und ist seit dem 2. August in den deutschen Kinos zu sehen.

Wenders suchte und fand "vollkommene Schönheit" in der Normandie

Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander und James McAvoy spielen die Hauptrollen in dem romantischen Thriller, der auf einem Roman des Journalisten J.M. Ledgard basiert. Die Liebesgeschichte beginnt, als sich die beiden Protagonisten, James und Danielle, in einem abgelegenen Hotel in der Normandie treffen, einer vom Wind gepeitschten Küstengegend in Frankreich.

Der Regisseur und sein Produktionsdesigner Thierry Flamand durchkämmten den ganzen Kontinent, um diesen Zufluchtsort zu finden. An "vollkommene Schönheit" erinnert sich Wenders: "Ich wusste, dass der gesamte Film davon abhängt, so einen absolut magischen Ort zu entdecken. Wir haben ihn überall in Europa gesucht", so Wenders.

Submergence Filmstill (Samuel Goldwyn Films)

Geheimagent James (James McAvoy) ist schwer verliebt in die Wissenschaftlerin Danielle (Alicia Vikander)

Der Herzschlag des Films ist die Liebesgeschichte, die sich zwischen den Mauern des Hauses und im nahegelegenen Park an der Küste der Normandie entwickelt. Dieser Ort ist aber nur einer von vielen, die dem Film seine Stimmung verleihen: Nachdem James, der in geheimer Mission für den britischen Geheimdienst unterwegs ist, nach Somalia aufbricht, wird das Setting kahl - eine öde Wüstenlandschaft. Gedreht in Dschibuti, einem kleinen Land am Horn von Afrika, zeigt uns der Film, wie James von Dschihadisten gekidnappt wird. Die ausgewaschenen Farben deuten auf die Verzweiflung hin, die sich den Figuren in einem Land aufdrängt, in dem es kaum Möglichkeiten gibt.

Dieses Setting steht im bewussten Kontrast zur Umgebung, in der sich Danielle wiederfindet: in der Küstenstadt Brest in Nordfrankreich. Danielle ist eine Bio-Mathematikerin, die sich darauf vorbereitet, die Tiefen des Ozeans zu erforschen, um dort die Ursprünge des Lebens zu suchen: eine literarische Suche, die metaphorisch wird - und persönlich, als Danielle von James' Entführung erfährt.

Wenders erkennt, was andere übersehen 

Obwohl der Film auf dem Roman von J.M. Ledgard bzw. dem Drehbuch von Erin Dignam basiert, blüht er unter Wenders' Regie erst richtig auf. Der Filmemacher, der sich in den 1980er Jahren mit Independent-Klassikern ("Paris, Texas", "Der Himmel über Berlin") einen Namen machte, hat ein Auge für filmische Orte, die andere übersehen würden.

Wenders bewies das kürzlich in einer Ausstellung seiner Fotografien: Sie zeigen Orte im amerikanischen Südwesten, die trostlos, einsam und verlassen scheinen. Ausgehend von dieser Perspektive hat Wenders den Film "Grenzenlos" auf ein künstlerisches Niveau gehoben, das in gewöhnlichen Thrillern oder Romanzen so noch nie zu sehen war. Es lohnt sich, den Film anzuschauen - vor allem wegen seiner fantastischen Kameraarbeit.

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