Von der Leyen zu Truppenbesuch in Afghanistan eingetroffen | Aktuell Asien | DW | 24.03.2018
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Bundeswehreinsatz am Hindukusch

Von der Leyen zu Truppenbesuch in Afghanistan eingetroffen

Wegen der geplanten Truppenaufstockung in Afghanistan besucht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die dort stationierten Bundeswehrsoldaten. Sie landete am Abend in Masar-i-Scharif im Norden des Landes.

Afghanistan Verteidigungsministerin von der Leyen (picture-alliance/dpa/M. Kappeler)

Die Verteidigungsministerin wird von General Wolf-Jürgen Stahl (rechts) und Generalkonsul Robert Klinke begrüßt

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird von Abgeordneten des Verteidigungsausschusses des Bundestages begleitet. Im deutschen Feldlager in Masar-i-Scharif wollen die CDU-Ministerin und die Parlamentarier sich ein Bild von der Lage machen. Es ist von der Leyens erste Einsatzreise in ihrer zweiten Amtszeit als Verteidigungsministerin. Sie war zuletzt kurz vor Weihnachten in Afghanistan auf Truppenbesuch.

Der Bundestag hatte am Donnerstag der Entsendung von mehr Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan zugestimmt. Er billigte zugleich die Verlängerung der deutschen Beteiligung an der NATO-Ausbildungsmission "Resolute Support" um ein Jahr bis Ende März 2019. Wegen der verschärften Sicherheitslage am Hindukusch wird die Obergrenze von 980 Soldaten auf 1300 Soldaten erhöht. Nach Angaben der Bundeswehr werden zusätzliche Schutzkräfte gebraucht, die die deutschen Ausbilder und Berater im Einsatz begleiten.

Die Bundeswehr soll neben Kabul, Bagram und Masar-i-Scharif künftig auch durchgängig in Kundus afghanische Sicherheitskräfte ausbilden, beraten und unterstützen. Bisher sind deutsche Soldaten in Kundus nur in Einzelfällen und zeitlich begrenzt im Einsatz. Vorgesehen ist zudem, dass die Bundeswehr in Zukunft "in besonderen Not- und Gefährdungslagen" die Sicherung und den Schutz deutscher Auslandsvertretungen in Afghanistan übernimmt. Der verlustreichste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr läuft bereits seit mehr als 16 Jahren.

Erneut Bombenanschlag in Kabul

In Kabul ging am Samstag ein Sprengsatz hoch. Nach offiziellen Angaben gab es ein Todesopfer und 13 Verletzte. Die Explosion ereignete sich im Bezirk Chaman-e-Hozoori. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, die Bombe sei neben einem Zelt gezündet worden, das Vertreter der Zivilgesellschaft zur Unterstützung von Paschtunen errichtet hatten, die Opfer von Gräueltaten in Pakistan wurden.

Einen Tag nach einem blutigen Selbstmordattentat vor einem Sportstadion im Süden Afghanistans forderten die Vereinten Nationen die sofortige Einstellung aller Angriffe auf afghanische Zivilisten. "Ein Angriff auf Zivilisten, die eine fröhliche Sportveranstaltung verlassen, kann nur als moralisch verwerflich bezeichnet werden; solche Angriffe müssen unverzüglich aufhören", erklärte der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Afghanistan, Tadamichi Yamamoto.

Bei dem Autobomben-Anschlag in Laschkagar, der Hauptstadt der umkämpften südlichen Provinz Helmand, waren mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. 55 Personen wurden verletzt. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist unklar. Der Anschlag ist bereits der zweite während der afghanischen Neujahrsfeiern. Erst am Mittwoch hatte sich in der Hauptstadt Kabul ein Attentäter der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nahe einer Schiitenmoschee in die Luft gesprengt. Dabei starben mehr als 30 Menschen. Laut Jahresbericht der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) über zivile Opfer wurden dort im vergangenen Jahr 3438 Zivilisten getötet und 7015 verletzt.

kle/hf (dpa, afp, ape)

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