Viele Tote bei Bombenanschlag in Afghanistan | Aktuell Asien | DW | 23.03.2018
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Terrorismus

Viele Tote bei Bombenanschlag in Afghanistan

Die perfide Logik des Täters ging offenbar auf: Er zündete seinen Sprengsatz, während die Menschen aus einem Sportstadion herausströmten. Wer hinter der Tat steckt, ist noch unklar.

Bei einem Terroranschlag vor einem Sportstadion in der südafghanischen Provinz Helmand sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Viele weitere wurden verletzt. Unter den Opfern seien auch Kinder, sagte Provinzratsmitglied Mohammad Karim Atal. Er gab an, nur 30 Meter von der Detonation im Ort Lashkar Gah entfernt gewesen zu sein.

"Es war eine fürchterliche Szene", berichtete Atal. "Ich war gerade dabei, aus dem Stadiontor zu treten, als die Explosion geschah. Es war wie in einem Actionfilm. Ich sah eine riesige Flamme aufsteigen, mit Autoteilen darin und vielleicht Menschenteilen. Ich habe nur durch Gottes Gnade überlebt."

Nach Ende eines Wrestling-Turniers

Ein anderes Mitglied des Provinzrates, Hadschi Abdul Ahad Sultansoi, sagte, vermutlich sei an einem Tor eine Autobombe detoniert. Im Stadion sei gerade ein Wrestling-Turnier mit Ringern aus vielen Provinzen und vielen Zuschauern zu Ende gegangen. Die Bombe sei gezündet worden, als die Menschen nach Hause gehen wollten.

Wer hinter dem Anschlag steckt, ist noch unklar. Die Provinz Helmand ist eine Hochburg der radikalislamischen Taliban, die mehr als 80 Prozent des Territoriums halten. Sie versuchen schon seit längerem, auch in die Provinzhauptstadt einzudringen.

Nauros-Fest als Stein des Anstoßes

Es ist schon der zweite schwere Anschlag während der afghanischen Neujahrsfeierlichkeiten um das Nauros-Fest am 21. März. Erst am Mittwoch hatte sich in der Hauptstadt Kabul ein Attentäter der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nahe einer großen Moschee in die Luft gesprengt, die ein Zentrum der Festlichkeiten ist. Dabei wurden mehr als 30 Menschen getötet.

Nauros ist auch ein beliebtes Familienfest. Familien gehen picknicken, zu Festtagsgebeten und besuchen einander. Islamisten betrachten es aber als vorislamisches Ritual und sehen die Feierlichkeiten als heidnisch und gotteslästerlich an.

jj/qu (dpa, rtr, ap)