Viele Tote bei Anschlag in Kabul | Aktuell Asien | DW | 21.03.2018
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Afghanistan

Viele Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einer Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es zahlreiche Opfer gegeben. Mindestens 31 Menschen seien getötet worden, erklärten Behördensprecher. Die Terrormiliz IS reklamierte die Bluttat für sich.

Polizisten treffen am Anschlagsort ein (Reuters/O. Sobhani)

Polizisten treffen am Anschlagsort ein

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Selbstmordanschlag am Neujahrstag des Landes mindestens 31 Menschen getötet worden. Weitere 65 Personen seien als verletzt gemeldet worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. 

Der Polizeisprecher der Stadt, Basir Mudschahid, erklärte, der Attentäter habe sich im Viertel Kart-e Sachi im Westen der Stadt in die Luft gesprengt. In der Nähe liegt der sogenannte Blaue Schrein, eine schiitische Moschee, an der alljährlich Neujahrsfeierlichkeiten stattfinden. Islamisten halten das Fest für heidnisch. 

Offenbar sei der Täter auf dem Weg zur Moschee gewesen, sagte Innenministeriumssprecher Rahimi. Weil die aber wegen der Feierlichkeiten streng bewacht werde, sei der Täter wohl nicht näher herangekommen und habe seine Ladung vorzeitig vor dem großen Aliabad-Krankenhaus im Viertel gezündet. Die meisten Opfer seien Passanten auf dem Weg zur Moschee gewesen. 

Die Taliban meldeten aber nur eine Stunde nach dem Anschlag per Twitter, sie seien es nicht gewesen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beanspruchte den Anschlag über ihr Propagandaorgan Amaq für sich. Der IS hat in den vergangenen Monaten immer wieder schiitische Moscheen angegriffen.

Afghanistan feiert immer um den 20. März herum "Nauros", den Beginn des neuen afghanischen Jahres. Unter vielen Afghanen ist es ein sehr beliebtes Familienfest. Sie besuchen sich gegenseitig zu Hause, picknicken in Parks und kommen auf Plätzen vor Moscheen zu Tausenden oder sogar Zehntausenden zusammen für Gebete und Gespräche.
 

stu/kle (dpa, afp, rtr)

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