News kompakt: Trump droht EU mit neuen Zöllen
8. Mai 2026
US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union mit einer drastischen Erhöhung von Zöllen gedroht, sollte die EU das Handelsabkommen mit den USA nicht bis zum 4. Juli umsetzen. Er habe mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gesprochen und ihr diese Frist gesetzt, sagte Trump.
Die EU hatte sich vergangenen Sommer mit den Vereinigten Staaten auf ein Handelsabkommen verständigt, um hohe US-Zölle insbesondere auf Auto-Einfuhren abzuwenden. Von der Leyen erklärte in einer ersten Stellungnahme nach ihrem Gespräch mit Trump, sie sehe gute Fortschritte auf dem Weg zu einer Senkung der Zölle bis Anfang Juli.
Lage am Persischen Golf bleibt angespannt
Die zwischen den USA und Iran vereinbarte Waffenruhe wird auf eine neue Probe gestellt. Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Straße von Hormus hat das US-Militär als Reaktion Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Das teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte mit.
Das iranische Militär warf den USA vor, damit die ohnehin fragile Waffenruhe verletzt zu haben. Kurz darauf meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate die Abwehr neuer iranischer Angriffe. US-Präsident Trump forderte Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber trotz der Angriffe weiter.
Russland und die Ukraine greifen sich weiter mit Drohnen an
Die von Russland einseitig ausgerufene Waffenruhe im Ukraine-Krieg wird offenbar von beiden Seiten nicht eingehalten. Das ukrainische Militär startete schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, mit. Tote und Verletzte gebe es nicht.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben auch russische Streitkräfte ihre Angriffe in der Nacht zu Freitag fortgesetzt. Dies zeige, dass Russland nicht einmal einen symbolischen Versuch unternommen habe, das Feuer an der Front einzustellen, so Selenskyj. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, sie habe in der Nacht 56 russische Drohnen nahe der Front abgefangen. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte aus Anlass der geplanten Militärparade zum Sieg über Hitler-Deutschland vor 81 Jahren ab diesem Freitag eine zweitägige Waffenruhe angekündigt.
EU-Meteorologen warnen vor starkem El-Niño-Effekt
Die Meere heizen sich weiter auf. Dies gelte für alle Ozeane außerhalb der Polarregion, teilte der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mit. In tropischen Regionen des Pazifiks wurden im April sogar neue Rekordtemperaturen an der Meeresoberfläche gemessen. Dies seien Anzeichen für einen Übergang zum El-Niño-Wetterphänomen in den kommenden Monaten.
Das natürliche Wetterphänomen taucht alle zwei bis sieben Jahre auf. Es beginnt immer mit einer Erwärmung der Temperatur der Meeresoberflächen. El Niño kann in einigen Weltregionen zu extremen Regenfluten führen und anderorts gleichzeitig starke Dürren auslösen.
Belgien verteidigt Verfahren gegen jüdische Beschneider
Der belgische Außenminister Maxime Prévot hat die geplante strafrechtliche Verfolgung von zwei jüdischen Beschneidern gegen Kritik aus Israel und den USA verteidigt. In Belgien seien die Religionsfreiheit und die körperliche Unversehrtheit "insbesondere von Kindern" streng geschützt. Beides in Einklang zu bringen, sei "nicht einfach", sagte Prévot dem Evangelischen Pressedienst. Es dürfe aber "keine politische Einmischung in eine Rechtssache geben".
Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Antwerpen. Sie wirft den Beschneidern unter anderem vorsätzliche Körperverletzung aufgrund mangelnder medizinischer Ausbildung vor. Nach belgischem Recht dürfen nur entsprechend qualifizierte Personen bei Jungen eine Vorhaut entfernen. In Deutschland dürfen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt eines Kindes neben Ärzten auch Personen eine Beschneidung durchführen, die eine von einer Religionsgesellschaft anerkannte Ausbildung dafür haben.
Der Fall hat diplomatische Spannungen ausgelöst. Israels Außenminister Gideon Sa'ar sprach von einem "Schandfleck für die belgische Gesellschaft". Der US-Botschafter in Belgien, Bill White, kritisierte das Vorgehen als "antisemitisch". Auslöser für die Ermittlungen gegen die Beschneider war eine Anzeige aus der belgischen jüdischen Gemeinschaft im Jahr 2024.
IOC lässt belarussische Athleten wieder zu Wettkämpfen zu
Das Internationale Olympische Komitee hebt die Sanktionen gegen Sportlerinnen und Sportler aus Belarus auf. Das hat die IOC-Spitze in Lausanne entschieden. Die Athleten aus dem osteuropäischen Staat dürfen künftig wieder unter Landesflagge und Nationalhymne an allen internationalen Events teilnehmen, auch an Mannschaftswettbewerben. Die Beschränkungen gegen Russland bleiben dagegen in Kraft.
Mit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor mehr als vier Jahren hatte das IOC sowohl Sportler aus Russland als auch aus dem verbündeten Belarus ausgeschlossen. Nur Einzelathleten, die den Krieg nicht aktiv unterstützen, durften unter neutralem Status starten. Die anhaltenden Sanktionen gegen Russland begründete das IOC damit, dass das Nationale Olympische Komitee des Landes weiterhin wegen Verstößen gegen die Olympische Charta suspendiert sei.
AR/ie/se (dpa, rtr, afp, epd)
Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.