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UN: Millionen Kinder sterben an vermeidbaren Ursachen

18. März 2026

Weltweit sind 2024 laut den UN 4,9 Millionen Kinder unter fünf Jahren verstorben. Viele Todesfälle wären durch medizinische Versorgung und bessere Ernährung vermeidbar gewesen. Besonders betroffen: Afrika und Südasien.

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Sudan El Fasher 2025 | Eine Frau hält ein Kind in einem Flüchtlingslager in der Region Nord-Darfur
Kinder in Konfliktregionen wie im sudanesischen Darfur sind besonders gefährdet (Archivbild)Bild: UNICEF/Xinhua/picture alliance

Pro Minute sterben laut Schätzungen der Vereinten Nationen etwa neun Kinder unter fünf Jahren. Demnach gab es im Jahr 2024 weltweit geschätzt 4,9 Millionen Todesfälle unter Babys und Kleinkindern in dieser Altersgruppe. Die meisten davon wären durch kostengünstige Maßnahmen und Zugang zu einer Gesundheitsversorgung vermeidbar, heißt es in dem Bericht, den das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in New York gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt hat.

"Kein Kind sollte an Krankheiten sterben, die wir verhindern können", sagte UNICEF-Chefin Catherine Russell. Die Zahl der Todesfälle vor dem fünften Geburtstag sei zwar seit dem Jahr 2000 weltweit um mehr als die Hälfte gefallen, heißt es im Bericht. Doch seit 2015 hätten sich die Fortschritte stark abgebremst. Gleichzeitig würden weltweit Budgets gekürzt, sagte Russell. Die drastischen Streichungen von US-Hilfsgeldern erwähnte sie nicht direkt.

Afrika und Südasien besonders stark betroffen

Kindersterblichkeit ist global sehr unterschiedlich verteilt, so wie auch der Zugang zu medizinischer Versorgung. Afrikanische Länder südlich der Sahara verzeichneten 58 Prozent aller Todesfälle unter fünf Jahren. Dort spielen Infektionskrankheiten eine große Rolle. Rund 25 Prozent aller Fälle wurde in Südasien registriert, wo viele Säuglinge kurz nach der Geburt sterben. Europa und Nordamerika kommen zusammen auf nur 1,1 Prozent.

In Kriegs- und Krisengebieten ist das Risiko für Neugeborene, Babys und Kleinkinder besonders stark ausgeprägt: Die Sterbewahrscheinlichkeit in betroffenen Ländern sei fast dreimal so hoch wie anderswo, heißt es im Bericht.

Gaza Gaza-Stadt 2025 | Ein Kind und Frauen mit leeren Gefäßen vor einer Station zur Ausgabe einer Mahlzeit
Kinder im Gazastreifen leiden wegen fehlender Lebensmittel besonders (Archivbild)Bild: Ali Jadallah/Anadolu/picture alliance

Mangelernährung mit ein Grund für Kindersterblichkeit

Russell forderte mehr Investitionen und den politischen Willen, Kinder besser zu schützen. 2024 seien mehr als 100.000 Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter Mangelernährung gestorben. Das tatsächliche Ausmaß sei jedoch deutlich größer, wenn man die indirekten Auswirkungen der Mangelernährung berücksichtige.

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Mangelernährung schwäche das Immunsystem und erhöhe das Risiko, an Kinderkrankheiten zu sterben. Zudem werde sie häufig nicht als zugrunde liegende Todesursache dokumentiert. Neugeborene mit einem Alter unter einem Monat seien in den Schätzungen ebenfalls nicht enthalten.

Malaria, Durchfall und Lungenentzündung 

Zu den Ländern mit den höchsten direkten Todesfallzahlen durch Mangelernährung zählen den Angaben zufolge Pakistan, Somalia und Sudan. Hauptursachen für die Sterblichkeit von Neugeborenen sind laut dem Bericht in gut jedem dritten Fall Komplikationen im Zusammenhang mit Frühgeburten sowie in gut jedem fünften Fall Komplikationen während der Wehen und der Geburt. Nach dem ersten Lebensmonat bleiben demnach Infektionskrankheiten wie Malaria, Durchfall und Lungenentzündung Hauptursachen der Sterblichkeit.

Südsudan Juba 2018 | Mutter hält ihr Neugeborenes im Juba Teaching Hospital in den Armen
Bei Frühgeburten gibt es oft Komplikationen, die zum Tod der Säuglinge führen (Archivbild)Bild: Stefanie Glinski/AFP/Getty Images

Auch Infektionen und angeborene Anomalien seien gefährlich. Nach dem ersten Lebensmonat seien bei Kindern unter fünf Jahren Infektionskrankheiten wie Malaria, Durchfall und Lungenentzündung die häufigsten Todesursachen.

Todesursachen bei Teenagern

Die UN-Organisationen erstellten auch Daten für die Altersgruppe fünf bis 24 Jahre: Im Jahr 2024 starben demnach geschätzt 2,1 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Während im Kindesalter noch Infektionskrankheiten und Verletzungen die häufigsten Todesursachen sind, verschiebt sich das Bild bei den Jugendlichen: Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren kommen am häufigsten durch suizidales Verhalten ums Leben. Jungen in diesem Alter sterben am häufigsten durch Verkehrsunfälle.

as/se (dpa, afp, epd, kna)

Redaktionsschluss: 17.00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.