Trump-Favorit Asfura gewinnt Präsidentenwahl in Honduras
25. Dezember 2025
Die Wahlbehörde in Honduras hat den von US-Präsident Donald Trump unterstützten rechtsgerichteten Kandidaten Nasry Asfura zum Gewinner der Präsidentenwahl erklärt. Der 67-jährige Unternehmer sei mit 40,1 Prozent der Stimmen zum neuen Staatschef gewählt worden, erklärte die Präsidentin der Behörde.
Der ebenfalls zum rechten politischen Lager gehörende Fernsehmoderator Salvador Nasralla kam demnach auf 39,5 Prozent. Die Kandidatin der linksgerichteten Regierungspartei Libre, Rixi Moncada, erhielt 19,2 Prozent. Wer bei der Wahl die meisten Stimmen erringt, wird Präsident des mittelamerikanischen Landes. Eine Stichwahl ist nicht vorgesehen.
Zuletzt mussten noch zahlreiche Wahlbögen wegen Unregelmäßigkeiten überprüft werden. Aus verschiedenen politischen Lagern wurden Betrugsvorwürfe laut. Die Auszählung zog sich deshalb länger hin als geplant. Berichten zufolge erklärten zwei der drei Mitglieder der Wahlkommission die umstrittene Wahl vom 30. November nun für gültig. 8000 Einsprüche und Nichtigkeitsklagen wurden somit verworfen.
Glückwünsche von der US-Regierung
US-Außenminister Marco Rubio gratulierte Asfura zu seinem Wahlsieg. Die Vereinigten Staaten freuten sich darauf, mit der neuen honduranischen Regierung zusammenzuarbeiten, um unter anderem die illegale Einwanderung in die USA zu beenden und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu stärken, erklärte er. Mit Blick auf den langwierigen Auszählungsprozess rief Rubio alle Seiten dazu auf, "die bestätigten Ergebnisse zu respektieren", damit die Behörden "rasch einen friedlichen Machtwechsel" gewährleisten könnten.
Vor der Abstimmung hatte US-Präsident Trump zur Wahl von Asfura aufgerufen. Danach griff er die Wahlbehörde an, weil diese auf der Grundlage erster Ergebnisse von einem "technischen Gleichstand" zwischen Asfura und Nasralla gesprochen hatte.
"Es sieht so aus, als würde Honduras versuchen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen zu ändern", erklärte Trump, ohne Belege für seine Anschuldigung vorzulegen. Später forderte der jetzt unterlegene Nasralla aufgrund angeblicher Unregelmäßigkeiten eine Neuauszählung der Stimmen.
Ein instabiles Land
Honduras gilt als eines der instabilsten Länder Lateinamerikas. Den letzten Putsch gab es im Jahr 2009. Fast zwei Drittel der elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner leben in Armut.
Die über Jahrzehnte übliche Migration in die USA mit der Weiterleitung von Einkünften an die Familien in der Heimat ist seit Trump kaum noch möglich. Bisher machten Überweisungen von Migranten fast ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes von Honduras aus.
gri/haz (afp, dpa, epd)