Salzburger Festspiele 2015 eröffnet | Musik | DW | 18.07.2015
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Musik

Salzburger Festspiele 2015 eröffnet

In der Mozart-Stadt beginnt das wohl umfangreichste Festivalprogramm der Welt in den Sparten Konzert, Oper und Theater. Eine besondere Rolle spielt diesmal der Begriff "Ungleichkeit".

Ganz im Sinne des Festspiel-Mitbegründers Max Reinhardt "Die ganze Stadt ist Bühne" beginnen die Salzburger Festspiele in der 150.000-Einwohner-Stadt am 18. Juli mit einem "Fest im Fest". Insgesamt 73 Veranstaltungen an 29 Spielstätten gibt es auch in diesem Jahr zum Nulltarif. Besonders beliebt sind die kostenlosen Festspielnächte mit aktuellen und historischen Festspielproduktionen auf der Großleinwand - als Medienereignis.

Der eigentliche Auftakt der Salzburger Festspiele ist die "Ouverture spirituelle". Auf die traditionelle Eröffnung mit Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" (musikalische Leitung: Marc Minkowski) folgt eine Woche geistlicher Musik mit Hinduismus als Schwerpunkt. Am zweiten Festspieltag, dem 19. Juli, gibt es die rituelle Freiluftaufführung von "Jedermann", dem Schauspiel des Festspiel-Mitgründers Hugo von Hofmannsthal.

Plácido Domingo tritt mit Anna Netrebko auf

In den sechs Wochen Festspielsommer locken internationale Stars das Publikum in die Geburtsstadt von Wolfgang Amadeus Mozart. Dazu gehört Startenor Plácido Domingo, der sein ganz persönliches Jubiläum feiert: Vor 40 Jahren stand der berühmte spanische Tenor zum ersten Mal hier auf der Bühne. Diesmal tritt der 74 Jahre alte Sänger neben der russischen Starsopranistin Anna Netrebko in Verdis "Il Trovatore" auf.

Salzburger Festspiele 2014 Il Trovatore Anna Netrebko Placido Domingo

Stars der Oper: 2014 waren Anna Netrebko und Placido Domingo in Salzburg schon dabei

Hierarchische Verhältnisse in Geschichte und Gesellschaft - aber auch in persönlichen Beziehungen - wollen Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Interimsintendant Sven-Eric Bechtolf mit dem Festivalmotto "Ungleichheit" intensiver beleuchten. Die profilierteste Opern-Neuinszenierung auf dem Programm: "Die Eroberung von Mexico" von Wolfgang Rihm. Darin trifft der siegreiche Conquistador Hernan Cortez auf den unglücklichen Aztekenkönig Montezuma. Die Regie führt Altmeister Peter Konwitschny, die musikalische Leitung hat Ingo Metzmacher.

Viele Neuinszenierungen

In einer Neuinszenierung von Mozarts Oper "Figaros Hochzeit" steht Dan Ettinger am Pult der Wiener Philharmoniker. In der Handlung wird das Thema "Ungleichheit" anhand der Versöhnung zwischen Männern und Frauen, zwischen Herren und Dienern beleuchtet. In einer weiteren interessanten Neuinszenierung, dem "Fidelio" von Ludwig van Beethoven, führt Claus Guth Regie, Franz Welser-Möst hat die musikalische Leitung, und die Protagonisten Leonore und Florestan werden von Adrianne Pieczonka und Jonas Kaufmann dargestellt.

Umzug zur Jedermann-Aufführung (Foto: picture alliance/APA/ picturedesk.com)

Das Publikum genießt das Ritual: hier beim Umzug zur "Jedermann"-Aufführung

Zum ersten Mal bringen die Salzburger Festspiele die "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Komponist Kurt Weill auf die Bühne - einmal konzertant, in der Originalversion mit dem Sänger Max Raabe als Macheath, und einmal szenisch, in einer musikalischen Neubearbeitung.

Knapp 200 Aufführungen insgesamt

Solokonzerte werden bei den Festspielen von prominenten Künstlern wie dem Cellisten Yo-Yo Ma oder den Pianisten Maurizio Pollini und Pierre-Laurent Aimard bestritten. Die Reihe "Salzburg contemporary“ führt ein Porträt des Komponisten Pierre Boulez auf, der am 26. März 90 Jahre alt wurde. Die Konzertreihe "Die Wiener Philharmoniker und ihre Komponisten" präsentiert Werke, die im Auftrag des österreichischen Orchesters komponiert wurden oder eine besondere historische Bedeutung haben.

Mit 250.000 Eintrittskarten und einem Budget von 61 Millionen Euro gelten die Salzburger Festspiele als das größte und auch renommierteste Musik- und Theaterfestival der Welt. Vom 18. Juli bis 30. August finden 188 Aufführungen an zwölf Spielstätten statt. Rahmenveranstaltungen runden das Programm ab. Dazu gehören etwa das "Young Directors Project" - ein renommierter Dirigentenwettbewerb der Festspiele - oder eine Aufführung von Rossinis "Der Barbier von Sevilla" in einer Version für Kinder.

rf/gri (dpa, Salzburger Festspiele)

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