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Russland will seine Schulden im Westen mit Gold und Diamanten begleichen

20. August 2002

– Finanzminister Kudrin sucht Diamantminen in Jakutsk auf

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Moskau, 20.8.2002, KOMSOMOLSKAJA PRAWDA, russ., Andrej Sedow

Der Vizepremier und Finanzminister Russlands, Aleksej Kudrin, hat eine neue Lösung für das Schuldenproblem 2003 gefunden. Bekanntlich muss Russland im kommenden Jahr an seine Kreditgeber eine Riesensumme von 17,3 Milliarden Dollar zurückzahlen. Weder im Haushalt noch bei den Finanzreserven sind solche Mittel aufzutreiben. Kudrin begab sich letztes Wochenende zu den Diamantminen von Jakutsk, um sicherzugehen, dass es möglich sein wird, die Schulden mit Steinen und Gold zu begleichen. Kudrin zufolge können aus den staatlichen Depots Russlands im Jahr 2003 ruhig Wertgegenstände im Volumen von 20 Milliarden Rubel mehr verkauft werden, als in die Depots fließen müssen. (...)

Der "Komsomolskaja prawda" vorliegenden Angaben zufolge hatte Gochran (das staatliche Depot – MD) allein in diesem Jahr vor, bei den Goldgräbern 30 Tonnen des Edelmetalls zu erwerben. Nach Schätzungen der Londoner Börse hat dies einen Wert von zehn Milliarden Rubel. Für etwa die gleiche Summe erwirbt der Staat auch Diamanten aus Jakutsk. Der Gochran füllt jedoch nicht nur seine Keller mit Wertgegenständen auf, er verkauft sie auch. Im Haushalt für das Jahr 2003 sind Einnahmen von 20,3 Milliarden Rubel aus solchen Verkäufen vorgesehen. Es sieht so aus, als ob der Gochran sich im kommenden Jahr von etwa der Hälfte seiner jährlichen Vorräte an Wertgegenständen trennen würde, um die Staatsschulden zu begleichen. (lr)