Regisseur und Produzent Luc Besson feiert 60. Geburtstag | Filme | DW | 18.03.2019
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Film

Regisseur und Produzent Luc Besson feiert 60. Geburtstag

Seine Karriere weist große Erfolge, aber auch finanzielle Flops auf. Luc Besson gilt als mächtigster Mann des französischen Films. Er ist sowohl zu Hause als auch in Hollywood eine Größe. Doch er ist nicht unumstritten.

Eine erfolgreiche Karriere liegt hinter ihm, doch zuletzt ging es bei Luc Besson (geb. am 18.3.1959) um etwas anderes als Kino: Mehrere Frauen warfen dem Regisseur und Produzenten 2018 sexuelle Übergriffe vor. Die Ermittlungen wurden im Februar dieses Jahres eingestellt, doch eine Schauspielerin will das Urteil anfechten. Die Vorwürfe gegen ihn hatte Besson stets bestritten.

Konkurrenz zu Hollywood: "Valérian"

Auch in Sachen Film gab es keine positiven Nachrichten. Sein neuester Film, das Science-Fiction-Opus "Valérian - Die Stadt der tausend Planeten", der weltweit 2017 in die Kinos kam, spielte weit weniger ein als erhofft. Er gilt als teuerster französischer Film aller Zeiten. Die Story, die auf einem 50 Jahre alten Comic basiert, ist eine Art "Star Wars"-Version auf Französisch.

Film Valerian - Die Stadt der tausend Planeten von Luc Besson (Universum Film)

Junge Darsteller für ein junges Publikum: "Valérian"

Und obwohl viele Menschen den Film sehen wollten und das weltweite Einspielergebnis beachtlich war, geriet Bessons Kino-Imperium ins Wanken. Bei einem 200-Millionen-Budget muss solch ein Blockbuster viel Geld einspielen, um tatsächlich zu einem nachhaltig kommerziellen Erfolg zu werden. Besson war nicht nur Regisseur des Films, sondern auch Produzent. Hinter "Valérian" steht seine eigene Produktionsfirma "EuropaCorp".

Mit seinen Regiearbeiten feierte er auch künstlerische Erfolge

"EuropaCorp" hatte der umtriebige Besson im Jahr 2000 gegründet und sich damit endgültig zum mächtigsten Mann der heimischen Filmindustrie aufgeschwungen. Zwar hatte Luc Besson in den 1980er Jahren als Regisseur begonnen und mit Erfolgen wie "Im Rausch der Tiefe", "Léon - der Profi" und "Das fünfte Element" beachtliche Erfolge an den Kassen und auch bei der Kritik feiern können, doch endgültig in seinem Element schien der 1959 in Paris geborene Besson erst mit der Gründung einer eigenen Produktionsfirma zu sein.

Filmszene Das fünfte Element von Luc Besson (picture-alliance/dpa)

Mit dem Film "Das fünfte Element" schrieb Besson europäische Filmgeschichte

Ende der 1990er Jahre spülten die Einnahmen erfolgreicher Filme wie "Taxi" und "Taken", die dann jeweils in Serie gingen, Millionen in die Kassen von Bessons Firma. Der Franzose arbeitete von nun an zweigleisig. Seine Regiearbeiten erreichten nur noch selten die große künstlerische Kraft vergangener Tage. Immerhin konnte er mit "Lucy" mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle auch in den USA einen großen Erfolg feiern. Doch Besson war zu diesem Zeitpunkt schon eher der Produzent populärer Massenware als künstlerisch ambitionierter Filmemacher: Das französische Kino auf (kommerzielle) Augenhöhe mit Hollywood zu hieven - das schien sein Ziel.

Hat er sich mit dem Film "Valérian" übernommen?

Das ging auch eine Zeitlang gut. Ob er sich mit dem Großprojekt "Valérian" nun aber möglicherweise verhoben hat, werden die kommenden Monate zeigen. Derzeit gilt seine Produktionsfirma "EuropaCorp" als verschuldet und finanziell angeschlagen. Seit Monaten sucht sie nach Investoren. Auch in den USA. Die Anschuldigungen gegen ihn, er habe Frauen sexuell belästigt, kommen in dem Land, in dem der Fall Harvey Weinstein ein Beben in der Filmwelt auslöste, natürlich alles andere als gut an.

Man darf also gespannt sein, wie die Sache für Luc Besson, den Mann, der von Paris aus die Filmwelt erobern wollte, ausgeht. Seinen 60. Geburtstag wird er wohl nicht nur in reiner Champagner-Laune genießen.

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