Pentagon prüft Entsendung von US-Truppen in Nahost-Region | Aktuell Amerika | DW | 23.05.2019
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Konflikt um iranisches Atomprogramm

Pentagon prüft Entsendung von US-Truppen in Nahost-Region

Kriegsschiffe und Patriot-Raketen sind wegen der Spannungen mit dem Iran schon in der Golfregion. Jetzt geht es um die mögliche Abkommandierung von bis zu 10.000 US-Soldaten. Deutschland will in dem Konflikt vermitteln.

Symbolbild US-Truppen im Irak und Syrien (imago/StockTrek Images)

US-Soldaten bei einer Übung im Irak (Archiv)

Angesichts der verschärften Lage in der Golfregion prüft das US-Verteidigungsministerium die Entsendung zusätzlicher Soldaten in die Region. Die Rede ist von 5000 bis 10.000 Mann, wie zwei Regierungsbeamte mitteilten, die anonym bleiben wollten. Die Armee habe einen entsprechenden Antrag gestellt, hieß es weiter. Es sei aber unklar, ob das Pentagon dem nachgeben werde. Das Ministerium erhalte immer wieder entsprechende Anfragen. Die Behörde selbst wollte sich dazu nicht äußern.

"Rein defensive Mission" 

Die Beamten erläuterten weiter, falls Truppen entsandt werden sollten, würde ihre Mission einen rein defensiven Charakter haben. Man müsse dann aber auch über weitere Luftabwehrbatterien, Kriegsschiffe und ähnliches nachdenken.

Berlin will vermitteln

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Die Sorge vor einem Krieg wächst. Die Bundesregierung bemüht sich laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" jetzt um Vermittlung. Der Politische Direktor im Auswärtigen Amt, Jens Plötner, werde an diesem Donnerstag Teheran besuchen, schreibt das Blatt. Unter anderen solle er mit Vizeaußenminister Abbas Araktschi zusammentreffen, einem der Verhandler des 2015 geschlossenen internationalen Atomabkommens. 

Die Lage im Persischen Golf und in der Region sei "ausgesprochen ernst", zitiert die "Süddeutsche" aus dem Auswärtigen Amt. Es bestehe eine "reale Eskalationsgefahr - etwa auch aufgrund von Missverständnissen oder eines Zwischenfalls". In dieser Situation sei "Dialog von hoher Bedeutung".

Vor wenigen Tagen drohte US-Präsident Donald Trump dem Mullah-Regime mit Vernichtung. Unter Verweis auf eine nicht näher begründete "unmittelbare Bedrohung" verlegte das Pentagon zwei Flugzeugträger, eine Bomberstaffel und ein Raketenabwehrsystem des Typs Patriot in die Nahost-Region. Die US-Soldaten im Irak und in Syrien wurden in "hohe Alarmbereitschaft" versetzt, nicht benötigtes Botschaftspersonal wurde aus dem Irak abgezogen. Die USA verhängten zudem neue Sanktionen gegen die Führung in Teheran. Der Iran erhöhte seinerseits die Uran-Produktion.

se/cvo (ap, rtr, afp)

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