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PolitikGlobal

News kompakt: Trump droht Iran mit noch heftigeren Angriffen

9. Juli 2026

Der USA-Iran-Krieg eskaliert erneut durch Angriffe und Gegenschläge. Russland kritisiert die Ukraine-Hilfe von NATO-Staaten. VW-Führung will Sparkonzept vorlegen. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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Iran Kuhestak 2026 | Von Feuer rot erleuchteter Rauch steigt über einem  nächtlichen Hafengelände auf (08.07.2026)
Folgen eines US-Angriffs auf iranische Hafenanlagen in KuhestakBild: Social Media/REUTERS

Die USA haben eine neue Welle von Militärschlägen gegen den Iran gestartet. Laut iranischen Regierungsangaben sind dabei mindestens 14 Menschen getötet worden. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit noch heftigeren Angriffen. Ziel ist nach Angaben der Vereinigten Staaten, Irans Fähigkeit einzuschränken, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu beeinträchtigen. Als Reaktion startete die Führung in Teheran Gegenschläge auf die mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain.

Bereits am Vortag hatte das US-Militär Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise an diesem Donnerstag auf den höchsten Stand seit Wochen getrieben.

Beerdigung von Ajatollah Chamenei

Mehr als vier Monate nach seiner Tötung zu Beginn des USA-Iran-Kriegs wird der langjährige oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, an diesem Donnerstag beigesetzt. Die Beerdigung in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes findet nahe des Imam-Resa-Schreins statt. Das schiitische Heiligtum wird jedes Jahr von Millionen Gläubigen besucht.

Irak Nadschaf 2026 | Vollverschleierte Frauen halten ein Bild von Ali Chamenei (08.07.2026)
Trauerzug in Nadschaf für Ajatollah Chamenei (am Mittwoch)Bild: Alaa Al-Marjani/REUTERS

Chamenei hatte den Iran mehr als 36 Jahre mit harter Hand geführt. Er kam durch einen gezielten Luftschlag am 28. Februar ums Leben, also am ersten Tag der Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran. Ein angekündigtes Staatsbegräbnis hatte die Führung in Teheran wegen des fortlaufenden Krieges auf diesen Donnerstag verschoben. In den vergangenen Tagen hatte es Trauerfeiern für Chamenei in der Hauptstadt sowie in Ghom, Nadschaf und Kerbela gegeben. Riesige Menschenmengen hatten an einem Trauerzug in Teheran teilgenommen. Die Bestattung selbst erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

IOM warnt vor lebensgefährlichen Migrationsrouten

Die Internationale Organisation für Migration, IOM, hat in der ersten Jahreshälfte fast 2700 Todes- und Vermisstenfälle auf den weltweiten Migrationsrouten registriert. Mehr als die Hälfte der Verschollenen hatte Europa als Ziel, so die UN-Organisation. Das ist ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Jeder dritte Todesfall ereignete sich auf der zentralen über das Mittelmeer, die weiterhin als gefährlichster Migrationsweg der Welt gilt. Besorgniserregend ist laut IOM auch die Entwicklung auf der östlichen Mittelmeerroute von Libyen zur griechischen Insel Kreta. Dort nahm die Zahl der dokumentierten Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um 167 Prozent zu.

WHO erwartet mehr Krebsfälle

Die Zahl der Krebsdiagnosen weltweit wird nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation stark steigen. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen könnten bis 2050 jährlich 35 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken - nach 20,6 Millionen im Jahr 2024. Als Hauptursachen nennt die WHO unzureichende Prävention sowie Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Schweiz Genf 2026 | Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz (02.07.2026)
WHO-Chef TedrosBild: Martial Trezzini/KEYSTONE/picture alliance

Zugleich beklagt die Organisation massive Unterschiede bei Diagnose und Behandlung. Während die Überlebensrate bei Brustkrebs in wohlhabenden Ländern bei rund 85 Prozent liegt, beträgt sie in ärmeren Staaten nur etwa 40 Prozent. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, die Überlebenschancen dürften nicht vom Geburtsort oder Einkommen abhängen. Zu den häufigsten Krebsarten zählen Brust-, Lungen-, Darm- und Prostatakrebs. Die größte Herausforderung sei inzwischen weniger das Wissen über die Krankheit als die Umsetzung wirksamer Maßnahmen, so die WHO.

Russland kritisiert Ukraine-Hilfe von NATO-Staaten

Russlands Regierung hat die Zusagen des NATO-Gipfels an die Ukraine als "verantwortungslos" verurteilt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wirft das Außenministerium in Moskau den Mitgliedsländern des Militärbündnisses "verantwortungslose Entscheidungen vor, die in eine Katastrophe münden könnten". Das Ministerium warnte demnach am Mittwochabend, die europäischen Mitgliedsstaaten der NATO würden sich "auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland" vorbereiten.

NATO-Gipfel 2026 | Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump bei bilateralem Treffen in Ankara (08.07.2026)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Staatschef Donald Trump in Ankara (am Mittwoch)Bild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance

Die von Russland angegriffene Ukraine hatte auf dem NATO-Gipfel in Ankara milliardenschwere Zusagen für militärische Unterstützung erhalten. US-Präsident Trump kündigte in der türkischen Hauptstadt zudem an, dass die Ukraine die Erlaubnis zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen erhalten soll.

VW-Aufsichtsrat berät über Sparpläne

Vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen bei Volkswagen kommt an diesem Donnerstag der Aufsichtsrat des deutschen Konzerns zusammen. Laut Medienberichten will der VW-Vorstand auf der Sitzung seine Pläne für den Autobauer darlegen. Die Gewerkschaften befürchten einen massiven Stellenabbau. Die IG Metall hat deshalb an allen Standorten des VW-Konzerns in Deutschland zu Aktionen aufgerufen.

Deutschland Wolfsburg 2026 | Blick auf das Verwaltungsgebäude des Volkswagen-Werks, das direkt an einem Kanal liegt (05.06.2026)
VW-Zentrale in WolfsburgBild: dts Nachrichtenagentur/IMAGO

Medienberichten zufolge gibt es bei Volkswagen drastische Sparpläne. Das "Manager Magazin" berichtet von global bis zu 100.000 geplanten Stellenstreichungen, zudem könnten vier Werke in Deutschland mittelfristig geschlossen werden. Der Konzern bestätigte die Zahlen nicht, sprach zuletzt jedoch von so wörtlich "tiefgreifenden" Veränderungen, die bevorstünden.

AR/as/pgr (afp, dpa, rtr, ap, epd, IOM)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.