News kompakt: US-Konzerne nach Social-Media-Sucht verurteilt
26. März 2026
In einem Prozess um das Suchtpotenzial sozialer Medien sind die Tech-Konzerne Alphabet und Meta zu Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe verurteilt worden. Die Geschworenen in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Unternehmen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken aufklärten. Geklagt hatte eine heute 20-Jährige, die erklärte, die Alphabet-Tochter YouTube und die Meta-Plattform Instagram hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach würden. Sie sei dadurch an Depressionen und Angststörungen erkrankt.
Das Gericht sprach der Frau drei Millionen Dollar zu, die zu 70 Prozent von Alphabet gezahlt werden müssen. Weitere drei Millionen Dollar wurden als Strafzahlung verhängt, die sich beide Konzerne teilen. Das Urteil gilt als wegweisend, ist aber noch nicht rechtskräftig. Im Sommer werden weitere Prozesse in Kalifornien erwartet, bei denen es ebenfalls um die Suchtgefahr von Plattformen geht.
USA drohen dem Iran mit der "Hölle"
Das Weiße Haus hat dem Iran mit einem noch härteren militärischen Vorgehen gedroht, falls Teheran ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs verweigern sollte. Präsident Donald Trump sei bereit, "die Hölle zu entfesseln", sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt. Zugleich betonte sie, die Verhandlungen mit der Islamischen Republik dauerten an und seien "produktiv". Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bestritt hingegen, dass es solche Gespräche gebe. Sein Land habe keine Absicht zu verhandeln, sagte er im Staatsfernsehen.
Das israelische Militär führte nach eigenen Angaben erneut "großangelegte" Angriffe in weiten Teilen des Irans aus. Dabei sei Infrastruktur unter anderem in der Millionenstadt Isfahan beschossen worden. Umgekehrt attackierte der Iran abermals Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate. Wie der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte, wurden im Großraum Tel Aviv mehrere Menschen verletzt.
UN-Sondergesandter für den Iran-Krieg ernannt
Im Zuge seiner Bemühungen um eine Lösung im Iran-Krieg hat UN-Generalsekretär António Guterres einen Gesandten eingesetzt. Auf den Posten berief er den Franzosen Jean Arnault. Dieser werde die Anstrengungen der Vereinten Nationen im Hinblick auf den Konflikt und dessen Folgen koordinieren, sagte Guterres in New York.
Arnault war bislang unter anderem als UN-Gesandter für Afghanistan, Kolumbien und Bolivien tätig. Guterres erklärte anlässlich der Ernennung, der Iran-Krieg sei inzwischen außer Kontrolle geraten. Er rief die USA und Israel auf, den Konflikt zu stoppen. Auch solle der Iran seine Angriffe auf die Golfstaaten beenden.
Briten gehen härter gegen russische Schattenflotte vor
Großbritannien hat angekündigt, Schiffe der russischen Schattenflotte zu beschlagnahmen, die eigene Hoheitsgewässer durchqueren. Dadurch werde man den Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin erhöhen, sagte ein Regierungssprecher in London. Die Regelung gelte auch für den Ärmelkanal, der die britische Insel vom Festland trennt. Man werde nicht zulassen, dass Moskau vom Krieg im Nahen und Mittleren Osten profitiere, indem es Erdöl zu höheren Preisen exportieren könne.
Mit der sogenannten Schattenflotte umgeht Russland internationale Sanktionen, die ursprünglich wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt wurden. Dabei werden oft marode Tanker eingesetzt, die unter falscher Flagge fahren.
Maduro erneut vor US-Gericht erwartet
Fast drei Monate nach seiner Gefangennahme durch US-Spezialkräfte soll der abgesetzte venezolanische Präsident Nicolás Maduro an diesem Donnerstag zum zweiten Mal vor Gericht erscheinen. Während seiner ersten Anhörung im Januar hatte sich der 63-Jährige vor einem Bundesgericht in New York für "nicht schuldig" erklärt und den Vereinigten Staaten vorgeworfen, ihn entführt zu haben.
Maduro ist unter anderem wegen "Drogenterrorismus" angeklagt. Demnach soll er sein Amt dazu genutzt haben, den Schmuggel Tausender Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. Mitangeklagt ist Maduros Ehefrau. Auch sie bezeichnete sich beim ersten Termin als unschuldig. Kritiker betrachten das US-Vorgehen in Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. Eine zentrale Frage ist auch, ob Maduro als Staatschef nicht besondere Immunität genoss - und entsprechend nicht hätte außer Landes gebracht und angeklagt werden dürfen.
Ausbildung von Imamen in Deutschland wird weiter gefördert
Das Islamkolleg Deutschland erhält noch bis mindestens 2029 finanzielle Unterstützung vom Bund. Das teilte das Innenministerium in Berlin auf Anfragen mehrerer Medien mit. Den Angaben zufolge fällt die Förderung künftig aber etwas geringer aus. Statt zuletzt rund einer Million sollen nur noch rund 850.000 Euro pro Jahr an die Einrichtung fließen. Der Vorstandsvorsitzende des Kollegs, Samy Charchira, versprach, die Kürzungen würden nicht dazu führen, dass an der Lehre gespart werde. Stattdessen werde man die "ein oder andere Fachtagung" streichen.
Das Islamkolleg hat seinen Sitz im niedersächsischen Osnabrück und bildet seit 2021 muslimische Seelsorger aus. Der zweijährige Lehrgang findet in deutscher Sprache statt. Jährlich werden etwa 20 Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen.
jj/gri/se (dpa, afp, rtr, epd, ndr)
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