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Politik

NATO-Manöver zur Abschreckung Russlands größer als erwartet

18. Januar 2024

Für die Übung "Steadfast Defender" aktiviert das westliche Militärbündnis NATO rund 90.000 Einsatzkräfte. Deutschland wird eine wichtige Rolle dabei spielen.

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NATO Flagge
NATO-Flagge am Fliegerhorst Schleswig in Jagel (Archivbild)Bild: Joerg Waterstraat/SULUPRESS.DE/picture alliance

Erklärtes Ziel der NATO-Übung "Steadfast Defender" - was so viel heißt wie "standhafter Verteidiger" - ist die Abschreckung Russlands. Die westlichen Verbündeten wollen mit dem auf vier Monate angelegten Manöver an der NATO-Ostflanke zeigen, dass sie in der Lage sind, schnell und schlagkräftig zu reagieren. Nach jüngsten Angaben der Allianz werden dafür ab Februar insgesamt mehr als 90.000 Streitkräfte im Einsatz sein. Bislang war von einer Größenordnung um 40.000 Teilnehmer die Rede.

Es ist nach den Worten des Oberbefehlshabers der NATO-Streitkräfte in Europa, Christopher Cavoli, die größte Übung des Verteidigungsbündnisses seit Jahrzehnten. Trainiert werden soll dabei insbesondere die Alarmierung und Verlegung von nationalen und multinationalen Landstreitkräften.

Deutliches Signal an Russland

"Wir bereiten uns auf einen Konflikt mit Russland und Terrorgruppen vor", sagte der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, der niederländische Admiral Rob Bauer, nach zweitägigen Beratungen im Brüsseler NATO-Hauptquartier. "Wenn sie uns angreifen, müssen wir bereit sein."

Admiral Rob Bauer am Rednerpult
Admiral Rob Bauer, Vorsitzender des NATO-MilitärausschussesBild: Dursun Aydemir/AA/picture alliance

Bei einem solchen Szenario würde der sogenannte Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags ausgerufen. Letzterer regelt die Beistandsverpflichtung in der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Die Ankündigung kommt gut vier Wochen vor dem zweiten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar.

Wichtige Rolle für die Bundeswehr

An der Militärübung beteiligen sich alle 31 Bündnisländer und der Beitrittsanwärter Schweden. Der Übungsraum bei "Steadfast Defender" erstreckt sich von Norwegen bis hin in Länder wie Rumänien. Einen besonders wichtigen Beitrag leistet nach eigenen Angaben die Bundeswehr. Sie wird sich unter anderem mit einem vierstufigen Großmanöver namens "Quadriga 2024" an "Steadfast Defender" beteiligen.

Ein Leopard-Panzer fährt durch staubiges Gelände
Deutscher Leopard-Panzer bei einer Übung in Litauen (Archivbild)Bild: Dirk Waem//dpa/BELGA/picture alliance

Dabei sollen bis Ende Mai mehr als 12.000 Soldaten im Einsatz sein und insbesondere Fähigkeiten zur schnellen Verlegung von Kräften an die NATO-Ostflanke trainieren. Von Mitte Mai an wird beispielsweise die 10. Panzerdivision auf verschiedenen Wegen Soldaten mit Gefechtsfahrzeugen nach Litauen verlegen und dort in einem simulierten Gefecht ihre Fähigkeit zum Kampf zeigen. Der NATO-Staat im Baltikum gehört zu den Ländern, die sich aufgrund ihrer geographischen Lage besonders von Russland bedroht fühlen. 

Größtes Manöver der NATO seit Jahrzehnten

Die bislang größte NATO-Übung seit dem Ende des Kalten Krieges war 2018 mit Schwerpunkt in Norwegen organisiert worden. An "Trident Juncture" waren rund 51.000 Soldaten beteiligt. Die bisher letzten NATO-Manöver, die größer waren als die nun geplante Übung, fanden vor der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 statt. Damals gab es unter anderem noch die Manöverreihe "Return of Forces to Germany" (Rückkehr von Streitkräften nach Deutschland). An ihr waren beispielsweise 1988 rund 125.000 Soldaten beteiligt.

mak/jj (dpa, afp, bundeswehr.de)