Merkel mahnt Gesellschaft zum Holocaust-Gedenktag | Aktuell Europa | DW | 26.01.2019
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Nationalsozialismus

Merkel mahnt Gesellschaft zum Holocaust-Gedenktag

Die Kanzlerin ruft vor dem Holocaust-Gedenktag dazu auf, keine Toleranz gegenüber Antisemitismus und Hass zu zeigen: "Dieser Tag lässt uns daran erinnern, was Rassenwahn, Hass und Menschenfeindlichkeit anrichten können."

Merkel in Yad Vashem (Foto: Getty Images)

Merkel besuchte im vergangenen Oktober die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel

Jeder Einzelne in der Gesellschaft habe die Aufgabe, "auch Verantwortung dafür zu tragen, dass wir null Toleranz gegen Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit, Hass und Rassenwahn zeigen", sagte Angela Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Und das sei leider in unserer heutigen Zeit wieder "von großer Dringlichkeit".

"Verschiedene Formen des Antisemitismus"

Die Kanzlerin verwies auch auf das Engagement der Bundesregierung gegen antisemitische und menschenfeindliche Hetze. Dazu zähle die Einsetzung eines Beauftragten für die Fragen des jüdischen Lebens in Deutschland und für den Kampf gegen den Antisemitismus. Bei ihm solle es künftig eine Meldestelle geben, um antisemitische Vorfälle zu erfassen. "Denn wir sehen heute sehr verschiedene Formen des Antisemitismus: einmal der Hass auf Juden durch die hiesige Bevölkerung, aber auch durch zugewanderte muslimische Menschen, die diesen Hass auf ganz andere Weise noch einmal zum Ausdruck bringen."

Der Internationale Holocaust-Gedenktag wird an diesem Sonntag begangen. An dem Tag wird der sechs Millionen ermordeten europäischen Juden gedacht, der Sinti und Roma, der Zwangsarbeiter und der vielen anderen Opfer des Nationalsozialismus. "Es ist ein Tag der Mahnung, damit sich so etwas niemals wiederholt", sagte Merkel.

Immer weniger Zeitzeugen

In Zukunft werde es darauf ankommen, Gedenken neu zu gestalten, weil die Zeitzeugen immer weniger werden. "Und deshalb glaube ich, sind die verschiedenen Formen des Gedenkens, die wir in Deutschland haben, die Förderung von Gedenkstätten, aber eben auch private Initiativen, wie zum Beispiel die sogenannten Stolpersteine, die an Menschen jüdischer Herkunft vor Ort erinnern, die sind ganz wichtig und werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen."

jmw/jj (dpa, kna)

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