Holocaust-Gedenktag: Orte, die erinnern und mahnen | DW Reise | DW | 26.01.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Holocaust-Gedenktag

Holocaust-Gedenktag: Orte, die erinnern und mahnen

Ob Buchenwald, Dachau, Sachsenhausen - an diesem Sonntag (27.1.2019) wird der Holocaust-Gedenktag wieder viele Gäste in die deutschen NS-Gedenkstätten ziehen. Das Holocaust-Mahnmal in Berlin geht es eher still an.

Das Holocaust-Mahnmal in Berlins Mitte ist am Sonntag wie jeden Tag für die Besucher aus aller Welt geöffnet. Unübersehbar steht es für das Leid der sechs Millionen jüdischen Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Die Erinnerungsstunde der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas aber findet an einer kleineren Gedenkstätte statt: an dem Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, das sich in unmittelbarer Nähe, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor befindet. Am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Tiergarten gibt es ebenfalls ein stilles Gedenken.

Rose am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin (Imago)

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin

Alljährlich wird am 27. Januar an die Millionen Opfer der NS-Schreckensherrschaft zwischen 1933 und 1945 erinnert. Mit Gedenkkonzerten, Zeitzeugengesprächen oder Führungen in Gedenkstätten. Es ist der Tag, an dem das größte Konzentrationslager der Nationalsozialisten, Auschwitz im damals von Deutschland besetzten Polen, von sowjetischen Truppen befreit wurde.

2005 hat die UN-Vollversammlung diesen Tag zum weltweiten Holocaust-Gedenktag erklärt. In Deutschland wird das Datum bereits seit 1996 feierlich begangen.

Interesse an Mahnorten ungebrochen

Heute gibt es in Deutschland rund 300 Gedenkstätten, Gedenksteine oder -tafeln an authentischen Orten des Holocausts. Die ehemaligen Konzentrationslager haben im vergangenen Jahr mehr als 2,5 Millionen Gäste besucht. Fast alle Einrichtungen verzeichneten 2018 gleichbleibende oder steigende Besucherzahlen. 

Die größten ehemaligen Konzentrationslager in Deutschland sind auch für viele Touristen aus aller Welt ein wichtiges Ziel. Dazu zählt insbesondere Dachau bei München, das von 900.000 Besuchern in 2018 und damit einem Besucherrekord ausgeht. Auch die Gedenkstätte Sachsenhausen nördlich von Berlin meldet einen  Zuwachs auf über 700.000 Besucher. Das ehemalige KZ Buchenwald bei Weimar verzeichnete mit 500.000 Besuchern einen so starken Anstieg, dass die Einrichtung laut einem Sprecher inzwischen an die Grenze ihrer Kapazitäten kommt.

AfD-Politiker unerwünscht

Im Vorfeld des Holocaust-Gedenktags erklärte die Gedenkstätte Buchenwald, dass zur offiziellen Kranzniederlegung am heutigen Freitag (25.1.19) Politiker der Thüringer AfD unerwünscht sind. Die Gedenkstätte begründet den Schritt damit, dass sich die Fraktion immer noch nicht von ihrem Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke distanziere, der unter anderem das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte.

Deutschland Gedenkstätte Buchenwald (picture-alliance/dpa/M. Schutt)

Buchenwald 2018: Zeitzeugen legen Kränze und Blumen nieder

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags vor einer wachsenden Geschichtsvergessenheit in Deutschland und Europa gewarnt. Das mangelnde historische Wissen und die fehlende Empathie mit den Opfern der Schoah führten zu Gleichgültigkeit, fürchtet Zentralratspräsident Josef Schuster. Der Holocaust-Gedenktag soll hiergegen ein deutliches Zeichen setzen.

Die Redaktion empfiehlt