Mehr als 2000 Ebola-Tote in der Demokratischen Republik Kongo | Aktuell Afrika | DW | 30.08.2019
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Epidemie

Mehr als 2000 Ebola-Tote in der Demokratischen Republik Kongo

13 Monate nach dem Ausbruch ist die tödliche Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo noch nicht gestoppt. Zuletzt wurden pro Woche im Durchschnitt 77 Fälle erfasst. Gewalt und Misstrauen behindern den Kampf.

Demokratische Republik Kongo | Ebola Epidemie (Getty Images/AFP/A. Wamenya)

Auch Kinder werden gegen das Ebola-Virus geimpft, wie hier Anfang August in Goma

Seit Beginn der Epidemie vor einem Jahr starben insgesamt 2006 Menschen an dem Virus, wie die kongolesischen Gesundheitsbehörden mitteilten. 902 Menschen gelten als geheilt. Insgesamt gab es bisher mehr als 3000 Fälle, darunter viele Kinder. Die Dunkelziffern an Erkrankten und Toten könnten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch weitaus höher liegen.

Betroffen ist vor allem der Osten der Demokratischen Republik Kongo. Im Juli hatte die WHO wegen der Epidemie den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. In der Region wurden inzwischen rund 200.000 Menschen gegen Ebola geimpft.

Demokratische Republik Kongo | Ebola Epidemie (Getty Images/AFP/P. Tulizo)

Um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern, hatte Ruanda Anfang August die Grenze zum Nachbarland geschlossen

Im Nachbarland Uganda starb nach Behördenangaben eine Neunjährige an dem Virus. Das Mädchen war nach einem Besuch im Kongo erkrankt und in ein Ebola-Behandlungszentrum eingeliefert worden. Es ist der vierte tödliche Ebola-Fall in Uganda. Die Behörden haben Impfstoffe an die Grenze gebracht und nehmen dort auch medizinische Checks vor, um zu verhindern, dass Ebola eingeschleppt wird.

Die Eindämmung der Epidemie wird durch Kämpfe zwischen Milizen und Banden sowie erhebliches Misstrauen der Bevölkerung behindert. Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal werden immer wieder zur Zielscheibe bewaffneter Gruppen.

Demokratische Republik Kongo | Ebola Epidemie (Getty Images/AFP/P. Tulizo)

Helfer mischen Wasser und Chlor, womit beispielsweise verseuchte Gegenstände gesäubert werden können

Die gesundheitliche Lage im Kongo ist verheerend. Für rund jeden sechsten Einwohner ist der WHO zufolge die Versorgung mit Lebensmitteln nicht gesichert. In diesem Jahr grassierten auch Cholera (mehr als 15.000 Fälle und fast 300 Tote) und die Masern (mehr als 161.000 Fälle und 3.000 Tote). Außerdem sterben laut WHO jedes Jahr 48.000 Menschen an Malaria.

Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, kündigte an, er werde das Land an diesem Wochenende zusammen mit UN-Generalsekretär António Guterres besuchen.

Uganda Mpondwe | Medizinisches Personal misst Temperatur - Ebola-Epidemie im Kongo (picture-alliance/dpa/AP/R. Kabuubi)

Nahe der Grenze zum Kongo hat auch Uganda eine Krankenstation errichtet (Archiv)

Das Ebola-Virus wurde erstmals 1976 im Norden der Demokratischen Republik Kongo registriert und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Die Betroffenen leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Krankheit endet laut WHO je nach Viren-Stamm in 25 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Übertragen wird das Virus durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter. Ein wirksames Heilmittel gibt es bislang nicht.

Der aktuelle Ausbruch im Kongo ist der zweitgrößte in der Geschichte. Beim bislang schwersten Ebola-Ausbruch waren zwischen 2014 und 2016 in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Menschen erkrankt, rund 11.300 starben.

ust/hf (dpa, epd, afp, who)

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Ebola: Furcht auch in den Nachbarländern (20.06.2019)

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