Malta erteilt ″Sea-Watch 4″ eine Absage | Aktuell Europa | DW | 28.08.2020
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Flüchtlingsrettung im Mittelmeer

Malta erteilt "Sea-Watch 4" eine Absage

Im Mittelmeer warten rund 230 aus Seenot gerettete Bootsmigranten auf zwei Schiffen auf Zuweisung eines sicheren Hafens. Malta hat das Gesuch abgelehnt. Italien antwortet gar nicht erst.

Malta Flüchtlinge an Bord der Sea Watch 4 (Getty Images/AFP/T. Lohnes)

Banges Warten auf der "Sea-Watch 4"

Die "Sea-Watch 4", dass einzige Seenotrettungsschiff, das derzeit im Mittelmeer im Einsatz ist, hat bei seiner ersten Fahrt in internationalen Gewässern im Seegebiet vor Libyen am Sonntag und Montag insgesamt 202 Menschen an Bord genommen. Die Trägerorganisation Sea-Watch hat in Italien und Malta um Zuweisung eines sicheren Hafens gebeten. Die Verantwortlichen in Valletta hätten die Anfrage für die "Sea-Watch 4" abgewiesen, teilte das Rettungsbündnis mit. Von den italienischen Behörden liege weiterhin keine Antwort vor.

Migranten harren vor Malta seit drei Wochen auf Tanker aus

Auch das Frachtschiff "Maersk Etienne" wartet in der Nähe von Malta auf eine Erlaubnis zur Hafeneinfahrt, wie die Hilfssorganisation Sea-Watch berichtet. 27 Menschen harren seit mehr als drei Wochen auf dem dänischen Tanker aus, der die Migranten am 4. August aufgenommen hat. Ein Sprecher des Transportunternehmens Maersk bestätigte dies. Nach Reederei-Angaben werden die Menschen, darunter ein Kind und eine Schwangere, seitdem von der Crew versorgt. Allerdings sei der Tanker "nicht für Passagiere gebaut und es bedarf einer internationalen Lösung für die gestrandeten Migranten", hatte es in einer Erklärung des Unternehmens geheißen.

Blick hinüber von der Sea-Watch 4zum Tanker Maersk Etienne (Getty Images/AFP/T. Lohnes)

Blick hinüber von der "Sea-Watch 4" zum Tanker "Maersk Etienne"

Die "Sea-Watch 4" war Mitte August im spanischen Hafen Burriana ausgelaufen. Das umgebaute Forschungsschiff wird überwiegend aus kirchlichen Spenden finanziert. Betrieben wird es von den Organisationen Sea-Watch, Ärzte ohne Grenzen und United4Rescue. Mehr als 550 Bündnispartner sind mit dabei. Eine staatliche Seenotrettungsmission im Mittelmeer gibt es derzeit nicht.

Malta Flüchtlinge an Bord der Sea Watch 4 (Getty Images/AFP/T. Lohnes)

Kein sicherer Hafen in Sicht: Flüchtlinge an Bord der "Sea-Watch 4"

Sowohl Italien als auch Malta beklagen seit langem, dass sie mit den ankommenden Migranten von den EU-Partnern alleine gelassen würden. In Süditalien sind viele Auffanglager überfüllt. Rom setzt auch Quarantäne-Schiffe ein, denn die Migranten müssen wegen der Corona-Pandemie zwei Wochen in Isolation. Die Zahl der Menschen, die in Libyen und Tunesien ablegen und Italien ansteuern, war im Sommer sprunghaft gestiegen.

qu/ww (dpa, epd, ap)

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