″Sea-Watch 4″ startet ersten Rettungseinsatz | Aktuell Europa | DW | 15.08.2020
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Mittelmeer

"Sea-Watch 4" startet ersten Rettungseinsatz

Das neue Seenotrettungsschiff hat seinen spanischen Hafen verlassen, um vor Libyen schiffbrüchige Migranten aufzunehmen. Die "Sea-Watch 4" ist das einzige Rettungsschiff, das derzeit im Mittelmeer im Einsatz ist.

"Das Auslaufen der Sea-Watch 4 ist auch eine klare Ansage an die Europäische Union: Wir hören nicht auf zu retten, solange ihr Menschen zur Abschreckung ertrinken lasst", sagte der Sprecher der privaten deutschen Seenotrettungsorganisation Sea Watch, Chris Grodotzki. Die "Sea-Watch 4" ist ein gemeinsames Projekt von United4Rescue, Sea-Watch und Ärzte ohne Grenzen.

Sea-Watch leitet den Einsatz operativ und wird durch Ärzte ohne Grenzen medizinisch unterstützt. Die "Sea-Watch 4" war im Januar vom Bündnis United4Rescue mit Spendengeldern ersteigert und im Februar im Kieler Hafen in Schleswig-Holstein getauft worden.

Spanien Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 in Burriana (epd/T. Lohnes)

Die Crew der "Sea-Watch 4" hat sich vor dem Auslaufen im Hafen von Burriana an Deck versammelt

Mit der "Sea-Watch 4" wird erstmalig eine Mission der zivilen Seenotrettung von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen: Über 550 Bündnispartner unterstützen United4Rescue aktuell. "Sie alle eint die Überzeugung, dass man Menschen nicht ertrinken lassen darf. Man muss sie retten. Dazu lauft Ihr jetzt aus", sagte der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in einer Videobotschaft an die Crew. Ausgangspunkt für die Gründung des Bündnisses war eine auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 verabschiedete Resolution, die die EKD aufforderte, selbst ein Schiff zur Seenotrettung zu schicken.

Nach der Überführung in den spanischen Hafen Burriana und Umbauten musste die "Sea-Watch 4" wegen der Corona-Pandemie mehrere Monate auf das erste Auslaufen warten. Wegen Behinderungen vor allem durch die italienischen und maltesischen Behörden ist nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen derzeit kein anderes ziviles Rettungsschiff im Mittelmer unterwegs.

qu/wa (dpa, afp)

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