Kommentar: Der FC Bayern ist und bleibt unschlagbar | Kommentare | DW | 07.06.2020
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Bundesliga

Kommentar: Der FC Bayern ist und bleibt unschlagbar

Der FC Bayern München wird zum achten Mal in Folge deutscher Meister. Da Borussia Dortmund und andere Bundesliga-Topklubs auch künftig nicht mithalten können, wird die Serie aber noch länger, meint Andreas Sten-Ziemons.

Da ist sie wieder, die altbekannte Langeweile an der Spitze der Bundesliga-Tabelle: Der FC Bayern München liegt sieben Punkte vor dem Zweiten, Borussia Dortmund. Bei nur noch vier ausstehenden Spieltagen wird er diesen komfortablen Vorsprung nicht mehr aus der Hand geben. Das steht zwar im Grunde schon seit dem Sieg der Münchner im direkten Duell mit dem BVB vor knapp zwei Wochen fest, doch vielleicht - so war die Hoffnung der Bayern-Konkurrenten - ließe der Rekordmeister auf den letzten Metern der Saison ja doch noch hier oder dort ein paar Punkte liegen, und man käme noch einmal heran.

Diese Hoffnung hat sich allerdings zerschlagen. Auch Bayer Leverkusen, das am Samstag zwar sehr offensiv, aber zu fehleranfällig und hinten zu offen gegen die Bayern antrat, erwies sich nicht als Stolperstein. Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, SC Freiburg und der VfL Wolfsburg sind die restlichen Bayern-Gegner. Da wird nichts mehr anbrennen.

Starke Achse

Und auch für die kommende Saison muss man schon grenzenloser Optimist sein, um nicht an die nächste, die neunte Meisterschaft der Bayern in Folge zu glauben. Der FCB hat das Feld perfekt bestellt. Die Verträge mit Trainer Hansi Flick, sowie den Leistungsträgern Manuel Neuer, Thomas Müller und Alphonso Davies wurden kürzlich verlängert. Mit Robert Lewandowski weiß man immer noch den besten Stürmer der Bundesliga in seinen Reihen. Ihm zur Seite gestellt wird im Sommer wohl Leroy Sané, der von Manchester City zu den Bayern kommen soll.

Ergänzt wird diese Achse durch Mentalitätsspieler wie Joshua Kimmich, Leon Goretzka, David Alaba und den derzeit noch verletzten Niklas Süle. Hinzu kommen Ausnahmekönner wie Serge Gnabry, Thiago und Kingsley Coman. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, leistet man sich zur Krönung des Ganzen auch noch Kai Havertz, wobei man eine Verpflichtung des derzeit größten deutschen Talents und wahrscheinlich kommenden Weltstars gar nicht nötig hat. Auch ohne Havertz wird der Bayern-Kader, der schon jetzt zu stark für die Gegner ist, noch stärker.

BVB: Mangel an Titel-Gier

Kommentarbild von Andreas Sten-Ziemons (Slawa Smagin)

Andreas Sten-Ziemons

Die Konkurrenz kann da nicht mithalten, auch Dortmund nicht. Statt über namhafte Neuzugänge wird beim BVB derzeit ohnehin eher über einen drohenden Abschied spekuliert. Jadon Sancho, mit 17 Toren und 17 Vorlagen bester Scorer, wird heftig aus England umworben. Ein Wechsel zu Manchester United käme nicht überraschend. Ihn adäquat zu ersetzen wäre schwer, respektive unmöglich. Doch auch schon mit Sancho hat es nicht gereicht, um den FC Bayern im Titelkampf in Bedrängnis zu bringen.

Das liegt vor allem daran, dass vielen BVB-Profis die entsprechende Mentalität abgeht und die Fähigkeit, entscheidende Spiele zu gewinnen (zum Beispiel direkte Duelle gegen den FC Bayern). Was den Mangel an absoluter Titel-Gier angeht, ist über Trainer Lucien Favre bereits viel geschrieben worden. Seine Zukunft in Dortmund ist momentan ungewiss. Marco Reus und Julian Brandt, auch Thorgan Hazard sind brillante Fußballer, aber eben auch dafür bekannt, in den wichtigsten Spielen nicht ihr Top-Leistungslevel zu erreichen. Eine Handvoll "Mentalitätsmonster" (Emre Can, Mats Hummels, Axel Witsel) hat der BVB zwar in seinen Reihen, für einen Meisterkader reicht das aber nicht.

Namhafte Abgänge, fehlende Konstanz

Und der Rest? RB Leipzig verliert mit Timo Werner den Spieler, der in dieser Saison bislang 25 Bundesliga-Tore geschossen hat. Leverkusen wird mit Kai Havertz mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls seinen besten Spieler im Sommer abgeben. Beide Klubs sind aber insgesamt ohnehin zu inkonstant, um die Bayern ernstlich zu gefährden. Gleiches gilt für die Borussia aus Mönchengladbach, die zwar ihre gute Mannschaft zusammenhalten wird, sich aber zu häufig vermeidbare Patzer leistet, wie in den vergangenen Tagen und Wochen bei der Niederlage in Freiburg oder dem 0:0 in Bremen. 

Daher wird der deutsche Meister nicht nur 2020, sondern auch 2021 FC Bayern München heißen. Man könnte schon jetzt Geld darauf wetten. Allerdings: Lohnen würde es sich nicht - die Quote ist einfach zu schlecht.

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