Italien setzt ″Sea-Watch 3″ fest | Aktuell Europa | DW | 22.03.2021
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Seenotrettung im Mittelmeer

Italien setzt "Sea-Watch 3" fest

Die italienische Küstenwache hält das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 3" im Hafen von Augusta auf Sizilien fest. Begründet wird dies unter anderem mit Sicherheitsbedenken und Überladung.

Seenotrettungsschiff Sea-Watch 3

Das Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3" Ende Februar unterwegs im Mittelmeer

Nach Angaben der privaten Rettungsorganisation Sea-Watch hatten die Behörden nach einer Sicherheitskontrolle am Sonntag bemängelt, dass das Schiff überfüllt sei: Die "Sea-Watch 3" sei entsprechend der Besatzungszahl nur zur Beförderung von gut 20 Menschen ausgestattet. An Bord befänden sich aber mehr als 350 Menschen.

Weiterhin wurde den Helfern vorgeworfen, im Hafen von Augusta die Hafengewässer und den Kai mit Öl verschmutzt zu haben. Im Rahmen einer Hafeninspektion an Bord des Schiffes seien überdies Mängel bei Brand- und Umweltschutzmaßnahmen festgestellt worden.

Das zivile Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3" hatte Anfang März 363 in Seenot geratene Bootsmigranten vor der libyschen Küste gerettet und in den sizilianischen Hafen gebracht.

Hilfsorganisationen sprechen von reiner Schikane

Sea-Watch sprach von "Schikane" und kündigte rechtliche Schritte gegen die Blockade des Schiffes an. Es war der erste Einsatz des Hilfsschiffs nach mehrmonatiger Zwangspause, bei der die "Sea-Watch 3" nach einem Rettungseinsatz im Juni ebenfalls in Italien beschlagnahmt worden war.

Italienische Kontrolleure halten immer wieder Rettungsschiffe in Häfen fest. Sie machen dabei Sicherheitsmängel und andere Regelverstöße geltend. Die verschiedenen betroffenen Hilfsorganisationen stufen das Vorgehen als Schikane ein, mit der ihre Einsätze im Mittelmeer behindert werden sollen.

Der Seeweg über das Mittelmeer gilt als eine der wichtigsten Migrationsrouten nach Europa. Nach einer Zählung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind fast 530.000 Menschen seit Anfang 2015 auf diesem Weg nach Italien gelangt, darunter etwa 6000 seit Jahresbeginn.

Die Meerespassage zwischen Nordafrika und Sizilien ist jedoch zugleich eine der gefährlichsten Routen. Allein seit Januar sind nach Angaben der IOM mehr als 200 Migranten auf dem Weg nach Italien oder Malta im Mittelmeer ertrunken oder gelten als vermisst.

qu/ww (dpa, afp, epd)

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