″Sea-Watch 3″ rettet erneut viele Migranten im Mittelmeer | Aktuell Europa | DW | 27.02.2021
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Migration

"Sea-Watch 3" rettet erneut viele Migranten im Mittelmeer

Die Helfer des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" haben vor der Küste Libyens 102 Menschen aus Seenot gerettet. Damit sind nun 146 Migranten an Bord.

Sea-Watch 3

Das Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3"

Bei der jüngsten Bergungsaktion im Mittelmeer kam das Team des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" wohl gerade noch rechtzeitig. Das Schlauchboot der Flüchtlinge habe bereits Luft verloren, teilte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch aus Berlin auf Twitter mit. Die Insassen hätten aber sicher an Bord der "Sea-Watch-3" gebracht werden können. Viele Migranten seien entkräftet und würden medizinisch versorgt.

Erst am Freitag hatten die ehrenamtlichen Helfer die Bergung von 45 Menschen aus Seenot gemeldet, darunter 15 Minderjährige. 

Die 55 Meter lange "Sea-Watch-3" patrouilliert vor der libyschen 24-Seemeilen-Zone und sucht dort aktiv nach Booten in Seenot. Nach Angaben der Betreiber war das Schiff seit November 2017 an der Rettung von mehr als 3000 Menschen beteiligt.

Sieben Monate Einsatzpause

Vor etwas mehr als einer Woche hatte das Schiff nach sieben Monaten "Zwangspause" den Hafen der spanischen Stadt Burriana verlassen. Am Donnerstag war die Crew im anvisierten Suchgebiet rund 30 Seemeilen vor der Küste Libyens angekommen.

Zuletzt hatte unter anderem der Ankerschlepper "Vos Triton" knapp 80 Migranten aus dem Meer gerettet und zur sizilianischen Küste gebracht. Nach UN-Angaben waren zuvor und bei der Rettungsaktion zahlreiche Menschen gestorben.

Neues Rettungsschiff steht bereit

Im Rostocker Hafen wird an diesem Sonntag ein neues Rettungsschiff der Flüchtlingsorganisation Sea-Eye getauft. Taufpate der "Sea-Eye 4" ist der 19-jährige Alpha Jor Barry, wie die Organisation ankündigte. Er gehörte zu den ersten 17 Flüchtlingen, die von dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" am 29. Dezember 2018 im Mittelmeer gerettet wurden. Finanziert wurde das neue Schiff größtenteils von dem Bündnis United4Rescue, an dem auch die Evangelische Kirche in Deutschland beteiligt ist.

Im zentralen Mittelmeer verloren nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr bislang etwa 170 Menschen ihr Leben. Dem italienischen Innenministerium zufolge kamen in diesem Jahr bislang rund 4500 Bootsmigranten in dem Mittelmeerland an. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch circa 2350. Italien ist oft das Ziel der Migranten, die von der Küste Libyens aus ablegen.

kle/hf (afp, dpa)

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