Frankreichs Präsident Macron will Ungeimpfte ″nerven″ | Aktuell Europa | DW | 04.01.2022
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COVID-19

Frankreichs Präsident Macron will Ungeimpfte "nerven"

Die Corona-Neuinfektionen erreichen in Frankreich seit Tagen immer neue Höchststände. Um die Welle zu brechen, werde er Nicht-Geimpften das Leben schwer machen und ihren Lebensradius beschränken, betont Präsident Macron.

Er werde für Ungeimpfte und Impfverweigerer soweit wie möglich den "Zugang zu den Aktivitäten des sozialen Lebens" einschränken, sagte der französische Staatschef Emmanuel Macron in einem Interview der Zeitung "Le Parisien". "Ich habe große Lust, die Ungeimpften zu nerven", fügte Macron hinzu. Deshalb werde seine Regierung dies auch weiterhin tun, "bis zum bitteren Ende".

"Ich werde sie nicht ins Gefängnis stecken, ich werde sie nicht zwangsimpfen. Und deshalb muss man ihnen sagen: Ab dem 15. Januar könnt ihr nicht mehr ins Restaurant gehen, ihr könnt kein Glas Wein in einer Bar mehr trinken, ihr könnt nicht mehr Kaffee trinken gehen, ihr könnt nicht mehr ins Theater gehen, ihr könnt nicht mehr ins Kino gehen."

Macrons Wortwahl polarisiert

Die saloppen, bissigen Bemerkungen Macrons weniger als vier Monate vor der nächsten Präsidentschaftswahl haben zu einem Aufschrei seitens der Opposition geführt. "Ein Präsident sollte so etwas nicht sagen", schrieb die extrem rechte Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National, Marine Le Pen, auf Twitter: "Emmanuel Macron ist seines Amtes nicht würdig." Bruno Retailleau, Fraktionschef der konservativen Republikaner im Senat, sagte, kein gesundheitlicher Notfall rechtfertige eine solche Wortwahl.

In dem Interview mit "Le Parisien" äußerte sich Macron auch zu seiner möglichen Präsidentschaftskandidatur für die Wahl im April. Er könne sich gut vorstellen, zur Wiederwahl anzutreten, sagte der 44-Jährige, kündigte dies aber nicht ausdrücklich an. In Frankreich gilt das aber nur als eine Frage der Zeit.

Opposition verzögert weitreichende 2-G-Regel

Im französischen Parlament wird derzeit ein erbitterter Streit um die Einführung eines Corona-Impfpasses geführt. Die Opposition verzögerte am Dienstag überraschend das Projekt.

Die Regierung in Paris möchte angesichts steigender Corona-Zahlen die Zugangsregeln etwa für die Gastronomie und Kulturbetriebe aber auch für Einkaufszentren und den öffentlichen Fernverkehr rasch verschärfen. Zurzeit gilt dort noch "3G", der Nachweis erfolgt in der Regel über einen sogenannten Gesundheitspass.

Künftig soll ein negativer Corona-Test alleine nicht mehr ausreichen, um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Zutritt zu vielen Orten haben dann nur noch vollständig gegen Corona geimpfte Menschen oder Personen mit dem Genesenen-Status - genannt "2G".

Fallzahlen steigen seit Wochen

Am Dienstagabend meldete nationale Gesundheitsbehörde in Paris einen neuen Tageshöchststand an Neuinfektionen von mehr als 270.000. Mittlerweile dominiert in Frankreich die besonders ansteckende Omikron-Variante des Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Menschen - liegt bei 1851. Gut 3600 COVID-19-Patienten liegen auf der Intensivstation, etwa zehn Prozent mehr als in der Vorwoche. Etwa 80 Prozent von ihnen sind nach offiziellen Angaben nicht geimpft.

qu/wa (afp, rtr, dpa)

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