Max Verstappen mit knappem Sieg in Kanada | Sport | DW | 19.06.2022
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Formel 1

Max Verstappen mit knappem Sieg in Kanada

Mit dem Erfolg beim Rennen in Montreal vergrößert Formel-1-Weltmeister Max Verstappen seinen Vorsprung in der WM. Ferrari-Pilot Carlos Sainz jr. beißt sich gegen Ende am Niederländer die Zähne aus.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen fährt beim Großen Preis von Kanada knapp vor Ferrari-Pilot Carlos Sainz jr. her

Am Ende 0,993 Sekunden vor Verfolger Carlos Sainz jr. (l.): Weltmeister Max Verstappen (r.)

Dreimal gab es beim Großen Preis von Kanada in Montreal eine Safety-Car-Phase, die dritte sorgte dafür, dass das Rennen auf den letzten 16 Runden noch einmal richtig spannend wurde: Mit weniger als einer Sekunde Rückstand raste Ferrari-Pilot Carlos Sainz jr. dicht hinter dem WM-Führenden Max Verstappen im Red Bull her. Immer wieder schien der Spanier nah genug dran zu sein, um zum Überholen anzusetzen, letztlich aber schaffte er es nicht, am amtierenden Weltmeister vorbeizukommen. Verstappen gewann den Grand Prix vor Sainz, über den dritten Rang freute sich Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

"Das Safety Car hat sicher nicht geholfen, aber Ferrari war generell sehr schnell im Rennen", sagte Verstappen im Siegerinterview und freute sich: "Es war spannend am Schluss. Ich habe alles gegeben, Carlos auch, Er hat gepusht. Es hat richtig Spaß gemacht." Für Verstappen war es im neunten Rennen bereits der sechste Saisonsieg. Seinen Vorsprung in der WM baute er damit weiter aus.

Zweimal virtuelles Safety Car

Der Red-Bull-Pilot gewann den Start und schaffte es, sich gleich auf den ersten Runden einige Sekunden von der Konkurrenz abzusetzen, weil er eine schnellste Runde nach der anderen fuhr. Seine Verfolger waren "Altmeister" Fernando Alonso und Sainz. In der dritten Runde schob sich Sainz an Alonso vorbei und nahm die Verfolgung von Verstappen auf.

Dann griff zum ersten Mal das Safety-Car ins Geschehen ein: Grund war der Ausfall von Monaco-Sieger Sergio Perez in der neunten Runde. "Der Motor ist aus. Ich hänge in einem Gang fest", gab Verstappens Teamkollege über Funk an die Box durch. Perez musste seinen Boliden am Streckenrand abstellen, die Rennleitung entschied sich für die Dauer der Bergung für eine Virtual-Safety-Car-Phase. Verstappen und Lewis Hamilton nutzten das für einen Reifenwechsel. Verstappen kam als Dritter hinter Sainz und Alonso wieder auf die Strecke. Ende der zehnten Runde wurde das Rennen wieder freigegeben.

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In der 15. Runde überholte Verstappen im überlegenen Red Bull Alonsos Alpine Renault und war nun Zweiter. Sainz, der Führende, hatte knapp fünf Sekunden Vorsprung. Dann kam das zweite virtuelle Safety Car, diesmal wegen Mick Schumacher: Auf Platz sieben liegend gab dessen Motor in Runde 20 den Geist auf. Statt den sechsten und damit besten Startplatz seiner Formel-1-Karriere in die ersten WM-Punkte umzumünzen, endete ein Rennwochenende einmal mehr enttäuschend für den Deutschen. "Es ist natürlich ein unschönes Gefühl, weil wir die Pace hatten, um Punkte mitzufahren", sagte Schumacher im Sky-Interview und sah aber das Positive. "Ich habe trotzdem mega-viel Spaß gehabt. Auch im Rennen haben wir gezeigt, dass wir vorne mitfahren können."

Tsunodas Reifen gehorchen nicht

Da Sainz sich neue Reifen holte, lag Verstappen nach 21 Runden wieder vorne. Kurz danach gab die Rennleitung das Rennen wieder frei. Die Führung des Niederländers war einigermaßen komfortabel und hielt, bis dieser in der 44. Runde noch einmal an die Box ging. Mit frischen Reifen machte er sich auf die Verfolgung von Sainz. Doch erneut war es ein Unfall, der das weitere Renngeschehen bestimmte. In der 49. Runde lenkte Yuki Tsunoda nach seinem Boxenstopp am Ende der Boxenausfahrt zwar verzweifelt ein, seine noch kalten Reifen gehorchten ihm aber nicht. Der Japaner fuhr mit seinem AlphaTauri geradeaus in die Streckenbegrenzung und das Safety Car - das echte diesmal - musste ausrücken. Sainz nutzte das, um den nötigen letzten Reifenwechsel vorzunehmen, wodurch Verstappen wieder in Front war.

Anfangs der 55. Runde hielt der Weltmeister die Konkurrenz beim fliegenden Neustart souverän hinter sich, musste sich aber die restlichen Runde lang den erbitterten Angriffen von Sainz erwehren, der weniger als eine Sekunde hinter ihm auf einen Fehler lauerte. Da Verstappen ihm diesen Gefallen nicht tat, muss der Spanier weiter auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg warten. "Ich habe voll gepusht, nichts ausgelassen und alles versucht, die Lücke noch zu schließen", sagte Sainz anschließend. "Das Positive ist, dass wir im ganzen Rennen schneller waren, es hat nur ein bisschen gefehlt, um zu überholen."

Leclercs (letztlich) vergebliche Aufholjagd

Immerhin auf den fünften Rang kam Sainz' Teamkollege und Verstappens WM-Konkurrent Charles Leclerc. Der Monegasse war aus der letzten Startreihe ins Rennen gegangen war, weil an seinem Ferrari nach dem Grand Prix in Baku Motorenteile ausgetauscht werden mussten. Er arbeitete sich Position um Position nach vorne, war nach 15 von 70 Runden Zwölfter, nach dem zweiten virtuellen Safety Car bereits Achter. Seine Aufholjagd kam erst zum Erliegen, als er auf Rang sechs mehr als zehn Runden lang hinter Esteban Ocon im Alpine Renault festhing, an dem er mit seinen abbauenden Reifen einfach nicht vorbeikam.

Als Leclerc sich nach der 41. Runde schließlich neue Pneus holte, patzte dann auch noch seine Boxencrew und brauchte sehr lange für den Stopp. Nur als Zwölfter fädelte sich der Ferrari-Pilot wieder ein. Doch der 24-Jährige gab nicht auf, machte sich erneut auf die Aufholjagd, schob sich schließlich noch auf den fünften Platz nach vorne und durfte sich damit trösten, dass die Fans ihn zum "Fahrer des Tages" kürten. "Eigentlich bin ich sehr frustriert", sagte er dennoch. "Ich habe im Mittelteil lange hinter Esteban festgesteckt. Am Ende hat es dann Spaß gemacht. Platz fünf ist sicher das bestmögliche Ergebnis."

Der Grand Prix von Kanada in Zahlen:

Rennergebnis:
1.
Max Verstappen (Red Bull), 2. Carlos Sainz jr. (Ferrari) +0,993 Sek., 3. Lewis Hamilton (Mercedes) +7,006, 4. George Russell (Mercedes) +12,313, 5. Charles Leclerc (Ferrari) +15,168, 6. Esteban Ocon (Alpine) +23,890, 7. Fernando Alonso (Alpine) +24,945, 8. Valtteri Bottas (Alfa Romeo) +25,247, 9. Zhou Guanyu (Alfa Romeo) +26,952, 10. Lance Stroll (Aston Martin) +38,222, 11. Daniel Ricciardo (McLaren) +43,047, 12. Sebastian Vettel (Aston Martin) +44,245, 13. Alexander Albon (Williams) +44,893, 14. Pierre Gasly (Alpha Tauri) +45,183, 15. Lando Norris (McLaren) +52,145, 16. Nicholas Latifi (Williams) +59,978, 17. Kevin Magnussen (Haas) +1:08,180 Min.

Ausfälle:
Sergio Perez (Red Bull), Mick Schumacher (Haas), Yuki Tsunoda (Alpha Tauri)

WM-Wertung nach 9 von 22 Rennen:
1. Max Verstappen - 175 Punkte
2. Sergio Perez - 129
3. Charles Leclerc - 126
4. George Russell - 111
5. Carlos Sainz jr. - 102
6. Lewis Hamilton - 77 

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