Facebook sperrt Webseiten wegen Fake News | Aktuell Europa | DW | 13.05.2019
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Internet

Facebook sperrt Webseiten wegen Fake News

Laut einer Bürgerrechtsorganisation verbreiteten die Seiten Falschinformationen und hetzten gegen Einwanderer - zugunsten der Regierungsparteien Italiens. Ein Zusammenhang mit der Europawahl scheint nicht ausgeschlossen.

Facebook Zentrale in Dublin (picture-alliance/empics/N. Carson)

Facebook-Zentrale in Dublin (Archivbild)

Facebook hat nach eigenen Angaben mehrere Seiten wegen Verstößen gegen die Authentizitätsrichtlinien des Unternehmens gesperrt. Das Online-Netzwerk hatte zuvor Hinweise von der Bürgerrechtsorganisation Avaaz erhalten, die sich gegen die Verbreitung von Falschmeldungen im Internet einsetzt. Die Organisation berichtete, mindestens die Hälfte der insgesamt 23 gesperrten Seiten hätten die rechtsradikale Lega-Partei oder die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung unterstützt.

Hetze und Verschwörungstheorien

Die Seiten hatten insgesamt mehr als 2,5 Millionen Fans und enthielten laut Avaaz ausländerfeindliche und antisemitische Propaganda sowie Verschwörungstheorien der Anti-Impf-Bewegung. So zeige ein Video angeblich Geflüchtete, die ein Polizeiauto zerstören, während es sich in Wahrheit um eine Filmszene handele, teilte Avaaz mit.

Facebook in der Kritik

Der Zeitpunkt dieser versuchten Einflußnahme erscheint wenige Wochen vor der Europawahl nicht zufällig. So warnte auch EU-Justizkommissarin Vera Jourová vor Wahlmanipulation durch gezielte Desinformationskampagnen im Internet. Nach der US-Präsidentschaftswahl 2016 und dem Brexit-Referendum war Facebook massiv kritisiert worden, weil das Unternehmen aus dem Silicon Valley nicht genug gegen die politisch motivierte Verbreitung von Falschinformationen getan habe.

Irland Dublin Mark Zuckerberg (picture-alliance/PA Wire/N. Carson)

Facebookchef Mark Zuckerberg in Dublin (Archivbild)

Nachdem das Unternehmen seine Rolle zunächst heruntergespielt hatte, entschuldigte sich später der Vorstandsvorsitzende und Gründer, Mark Zuckerberg. Ein Sprecher des Unternehmens sagte nun: "Wir fühlen uns verpflichtet, die Integrität der Wahlen in der Europäischen Union und in der ganzen Welt zu schützen."  In der irischen Hauptstadt Dublin hat Facebook eine Operationszentrale speziell für die Europawahl eingerichtet. Datenanalysten und Techniker sollen von dort aus den Missbrauch des Netzwerks für politische Zwecke verhindern.

pb/jj (ape, afp)

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