ESA legt neuen Kurs fest | Aktuell Welt | DW | 25.10.2018
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Raumfahrt

ESA legt neuen Kurs fest

Es ist ein Milliardenmarkt mit wachsendem Wettbewerb: Raketenanbieter buhlen um neue Aufträge. Die Europäische Weltraumorganisation positioniert sich gegen die US-Konkurrenz. 

Computeranimation einer Ariane 6 Rakete (picture-alliance/dpa/esa/D. Ducros)

Computeranimation einer Ariane 6 Rakete

"Ich bin sehr glücklich, wir haben einen klaren Kurs festgelegt", sagte der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Johann-Dietrich Wörner, nach einem Treffen mit vielen der für Raumfahrt zuständigen Minister der 22 Mitgliedstaaten. Wörner hatte den in Villanueva de la Cañada bei Madrid zusammengekommen Ministern einen "Fahrplan für die weitere nachhaltige und effiziente Finanzierung und Durchführung von Weltraumprogrammen in Europa" präsentiert. Einer der wichtigsten Punkte des Fahrplans ist "die Positionierung Europas als Hauptakteur der neuen Ära des globalen Vorhabens zur Exploration des Weltraums", so die ESA. "Auf zum Mond und anschließend zum Mars" soll es gehen.

Ministertreffen der Europäischen Weltraumorganisation ESA (picture-alliance/dpa/J. C. Rojas)

Johann-Dietrich Wörner (vorne, 2.v.r.) mit Gesprächspartnern bei der ESA-Tagung in Spanien

Dem europäischen Unternehmen Arianespace bereitet vor allem der Aufstieg der US-Konkurrenzfirmen "SpaceX" von Tesla-Chef Elon Musk und "Blue Origin" von Amazon-Gründer Jeff Bezos Sorgen. Die beiden amerikanischen Raketenanbieter erhalten hoch dotierte Aufträge von der Regierung in Washington und können so die Preise auf dem kommerziellen Markt drücken.

"Uneingeschränkter Rückhalt"

Als Antwort darauf lässt die ESA die neuen Trägerraketen Ariane 6 und Vega C entwickeln, die Fracht günstiger ins Weltall bringen können. Die Ariane 6, deren Oberstufe im norddeutschen Bremen montiert wird, soll im Juli 2020 erstmals vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abheben. Bislang liegen Arianespace sechs Startaufträge für dieses Modell vor. In einer Erklärung, die am Rande des Treffens in Villanueva unterzeichnet wurde, bringen Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Schweiz "ihren uneingeschränkten Rückhalt für die europäische Raumfahrzeugträger-Industrie" zum Ausdruck.

Arianespace-Chef Stéphane Israël hatte mit Blick auf die Tagung betont: "Wir werden billiger werden, aber wir brauchen die Unterstützung unserer Regierungen." Hundert Prozent der europäischen Aufträge sollten an europäische Raketen vergeben werden, forderte Israël.

wa/qu (dpa ap)

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