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Ebola-infizierter US-Bürger wird nach Deutschland gebracht

19. Mai 2026

Die Todeszahlen nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Sorge. Deutschland hilft bei der Behandlung eines amerikanischen Infizierten.

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Symbolbild Ebola-Virus | Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Ebola-Viruspartikels
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Ebola-ViruspartikelsBild: Frederick Murphy/CDC/AP Photo/picture alliance

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, die US-Behörden hätten "die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-amerikanischen Staatsbürgers gebeten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat". Dazu würden nun Vorkehrungen getroffen. Weitere Details wollte das Ministerium zunächst nicht nennen, verwies aber darauf, dass Deutschland für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten über ein bundesweites Expertennetzwerk verfüge.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte am Montag erklärt, dass ein US-Bürger sich "im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo" mit dem Ebola-Virus infiziert habe. Der Mann, der als Missionar in dem zentralafrikanischen Land tätig war, habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am Sonntag positiv auf das gefährliche Virus getestet worden. Bereits am Wochenende hatte die US-Behörde erklärt, dass sie daran arbeite, eine kleine Zahl von "direkt von dieser Epidemie betroffenen" US-Bürgern heimzuholen.

WHO-Chef Tedros ist "sehr besorgt"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Epidemie am vergangenen Wochenende eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen - ihre zweithöchste Alarmstufe.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich "sehr besorgt" über das "Ausmaß und die Geschwindigkeit" der Ebola-Ausbreitung. Die WHO berief eine Krisensitzung ein.

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WHO-Chef Tedros bereiten die schnell steigenden Infizierten-Zahlen im Kongo große SorgenBild: AFP

Das Epizentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba sprach von einem deutlichen Anstieg der mutmaßlich durch Ebola verursachten Todesopfer. 131 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach mittlerweile, insgesamt gebe es 513 Verdachtsfälle. (Stand: Dienstag)

Impfstoff gegen Erreger-Variante fehlt

Ebola ist eine ​seltene, aber lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die Bekämpfung der aktuell grassierenden Seuche im Kongo wird durch Angriffe von ⁠regierungsfeindlichen Milizen im ​Osten des Landes erschwert. Ruanda schloss seine Grenzen zum Kongo, um ein Übergreifen ​des Virus zu ⁠verhindern.

Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es bislang keinen eigenen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Die WHO berät aber über einen möglichen Einsatz des vom US-Pharmakonzern ‌Merck ​hergestellten Vakzins Ervebo.

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Gegen die aktuell aufgetretene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es noch keinen ImpfstoffBild: Jospin Mwisha/AFP

Ervebo ist eigentlich für die Zaire-Variante des Ebola-Virus zugelassen, hat jedoch in Tierversuchen eine gewisse Schutzwirkung gegen den Bundibugyo-Erreger gezeigt. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante des Erregers in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

haz/wa (afp, rtr, dpa)