Donald Trump, Twitter und ein manipuliertes Video | Aktuell Amerika | DW | 09.03.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

US-Wahlkampf

Donald Trump, Twitter und ein manipuliertes Video

Das soziale Netzwerk hat strengere Regeln zu verfälschten Inhalten erlassen - und schlägt prompt bei einem von Trump geteilten Video an. Es zeigt Trumps Konkurrenten, den Demokraten Joe Biden.

Seit wenigen Tagen gelten bei Twitter neue Regeln, mit denen das soziale Netzwerk verhindern will, dass es im diesjährigen Wahlkampf mit verfälschten Inhalten geflutet wird. Sogenannte Deepfakes und andere manipulierte Inhalte, die im Zusammenhang mit dem US-Präsidentschaftswahlkampf stehen, sollen besonders rigoros gelöscht werden. Laut Twitter ist von der Wahrscheinlichkeit und Schwere eines möglichen Schadens abhängig, ob Beiträge gekennzeichnet oder gelöscht werden.

Nutzer in den USA sehen unter einem Tweet des US-Präsidenten den Zusatz "manipulated media" - manipulierter Medieninhalt. Corpus delicti ist ein Tweet des Direktors für soziale Medien im Weißen Haus, Dan Scavino. Darin ist Joe Biden zu sehen, der frühere Vizepräsident unter Barack Obama, der derzeit gute Chancen hat, zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten nominiert zu werden. Trump und seine Entourage geben ihm oft den Spitznamen "Sleepy Joe", weil der 77-Jährige bei öffentlichen Auftritten ab und zu den Faden verliert. Das von Scavino geteilte Video endet mit der selbst für Biden überraschenden Aussage: "Wir können nur Donald Trump wiederwählen." In seinem Retweet feixt Trump, er stimme Biden zu.

Was Biden eigentlich sagt

Scavino protestierte gegen Twitters Einstufung: Das Video sei nicht manipuliert, schrieb er in einem anderen Tweet. Aus anderen Mitschnitten von Bidens Wahlkampfauftritt in Saint Louis im Bundesstaat Missouri lässt sich rekonstruieren, dass der Bewerber den entscheidenden Satz tatsächlich so gesagt hat - aber vor dem Satzende einen Bogen zu einer kritischen Aussage schlug: "Wir können nur Donald Trump wiederwählen, wenn wir uns wirklich dieser Selbstzerstörung hier hingeben".

ehl/pg (rtr, afp, Twitter)

Die Redaktion empfiehlt