50 Prozent weniger Mittelmeer-Flüchtlinge | Aktuell Europa | DW | 14.09.2018
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Flucht nach Europa

50 Prozent weniger Mittelmeer-Flüchtlinge

74.500 Menschen haben 2018 die gefährliche Flucht über das Mittelmeer geschafft und EU-Land erreicht. Das sind wesentlich weniger als die Jahre davor. Die UN-Zahlen lassen einen neuen Trend erkennen.

Spanien Flüchtlinge an der Küste (Foto: picture-alliance/dpa/M. Moreno)

Aus Seenot gerettete Menschen kommen im spanischen Algeciras an

Deutlich weniger Menschen haben zwischen Januar und September 2018 über das Mittelmeer die europäischen Küsten erreicht als in den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 74.500 Migranten und Flüchtlinge über das Mittemeer nach Europa gekommen. 2017 zählte die Internationale Organisation für Migration (IOM) bis Mitte September noch knapp 130.000 angekommene Migranten und Flüchtlinge, im Jahr 2016 seien es fast 300.000 Menschen gewesen. Fast 1.600 Männer, Frauen und Kinder seien seit Anfang Januar 2018 bei der gefährlichen Überfahrt gestorben, teilte die IOM in Genf mit.

Die IOM erklärte den starken Rückgang mit der restriktiven Migrations- und Flüchtlingspolitik vieler europäischer Staaten, wie die Sperrung der italienischen Häfen für private Seenotrettungsschiffe oder der Schließung der sogenannten Balkanroute durch Südosteuropa. 

Restriktionen der Regierungen

Die für den Westbalkan zuständige IOM-Expertin Ivona Zakoska berichtet, die gestiegenen See- und Landankünfte in Griechenland und der längere Aufenthalt von Migranten in verschiedenen Aufnahmezentren und anderen Unterkünften in Transitländern hätten zu einer Zunahme der Sekundärmigration durch den Westbalkan, insbesondere durch Albanien, Montenegro und Bosnien und Herzegowina beigetragen.

Die Statistik offenbart auch einen neuen Trend: Spanien nimmt inzwischen mehr Menschen auf als Italien. In Spanien gingen mit mehr als 32.000 die meisten Migranten und Flüchtlinge in diesem Jahr an Land. Es folgten Griechenland mit rund 21.000 angekommenen Menschen und Italien mit mehr als 20.000 Menschen. Den Angaben zufolge fiel die Zahl der Migranten und Flüchtlinge, die zwischen Januar und Mitte September Italien erreichten, auf den niedrigsten Stand seit 2014.

Die meisten Menschen, die 2018 über das Mittelmeer nach Europa gelangten, stammten der IOM zufolge aus afrikanischen Ländern wie Tunesien, Eritrea und dem Sudan. Sie werden oft von kriminellen Schleppern auf nicht seetauglichen Booten über das Mittelmeer geschleust.

sam/hf (epd, IOM)

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