Wieder mehr als 100 Tote im Mittelmeer? | Aktuell Afrika | DW | 11.09.2018
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Flucht

Wieder mehr als 100 Tote im Mittelmeer?

Erneut sollen zahlreiche Menschen vor der libyschen Küste ums Leben gekommen sein, darunter auch viele Kinder. Das haben Überlebende, die nach Libyen gebracht wurden, der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" berichtet.

Migranten auf dem Mittelmeer vor Libyen (Archivfoto: picture-alliance)

Migranten auf dem Mittelmeer vor Libyen (Archivbild)

Beim Untergang zweier Boote seien mehr als hundert Migranten, darunter mindestens 20 Kinder umgekommen, teilte die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" unter Berufung auf Überlebende mit. 

Menschen, die selbst an Bord waren, berichteten der Organisation, dass zwei Schlauchboote am 1. September von der libyschen Küste abgelegt hätten. Die Flüchtlinge stammten demnach aus dem Sudan, Mali, Niger, Kamerun, Ghana, Libyen, Algerien und Ägypten.

Zurück in den Bürgerkrieg

Die 276 Überlebenden seien bereits am 2. September von der libyschen Küstenwache gerettet und zurück in das Bürgerkriegsland Libyen gebracht worden. Eines der Boote habe einen Motorschaden gehabt, das andere - auf dem 165 Erwachsene und 20 Kinder gewesen seien - habe Luft verloren. Nur einige wenige Migranten hätten Rettungswesten angehabt. "Ärzte ohne Grenzen" zufolge waren unter den Überlebenden schwangere Frauen, Kinder und Babys. Einige erlitten demnach Verbrennungen durch ausgetretenen Treibstoff, andere Lungenentzündungen durch die lange Zeit im Wasser.

Hilfsorganisationen kritisieren nicht erst seit dem Wiederaufflammen von Kämpfen in Libyen, dass Flüchtlinge dorthin zurückgebracht werden. In dem nordafrikanischen Land kämpfen seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 rivalisierende Gruppen um die Vorherrschaft. Der Einfluss der international anerkannten Regierung reicht kaum über die Hauptstadt Tripolis hinaus.

Route nach Europa

Libyen hat sich unterdessen zum wichtigsten Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa entwickelt. Das Mittelmeer zu überqueren ist für Migranten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration deutlich gefährlicher geworden. Mehr als 1560 Migranten kamen in diesem Jahr bereits auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien ums Leben oder werden vermisst - trotz der immer wieder kritisierten Rettungsschiffe, die im Mittelmeer unterwegs sind.

jmw/wa (afp, dpa)

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