10 Bayern, die Filmgeschichte geschrieben haben | Filme | DW | 03.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Filmgeschichte

10 Bayern, die Filmgeschichte geschrieben haben

Bayern ist nicht Hollywood, aber für manche Liebhaber des deutschen Films schlägt das Herz des Kinos in München. Anlässlich des Münchner Filmfests blicken wir auf Bayern und stellen Ihnen zehn filmische Pfundskerle vor.

Zunächst eine Entschuldigung. 10 Filmgrößen - und keine Frau dabei? Und das in Zeiten, in denen zu Recht ganz besonders auf die Benachteiligung von Frauen im Filmgeschäft geschaut wird? Wie kann das angehen?

Wir haben uns in unserer Rückschau auf Regisseure beschränkt, nicht auf Schauspieler. Regisseurinnen wären also willkommen gewesen. Und unsere Filmgrößen sollten tatsächlich aus Bayern stammen. Die allermeisten Filmregisseurinnen, die man gemeinhin mit Bayern in Zusammenhang bringt, Doris Dörrie oder Caroline Link zum Beispiel, Leni Riefenstahl aus früheren Zeiten, sind "nur" Hinzugezogene.

Zehn bayerische Pfundskerle also, alle männlich - vielleicht sagt das aber auch etwas darüber aus, wie die bayerische Gesellschaft tickt. Man sollte einmal drüber nachdenken. Gerade in diesen Tagen, in der Politik in München vor allem von männlichen Alphatieren gemacht wird!

Hochschule für Film und Fernsehen in München (hff)

Bayrische Talentschmiede: Die Münchner Filmhochschule

Dass in Bayern auch ein Herz des deutschen Films schlägt, ist keine Frage. Schon zu Stummfilmzeiten wurde in München produziert und gedreht, Karl Valentin war einer der ersten. Fast ebenso früh wurden in der bayerischen Landeshauptstadt Studios errichtet, die großen Bavaria-Studios im Süden der Stadt zeugen bis heute davon. Auch sie sind Bestandteil bayerischer und deutscher Filmhistorie.

Eine der besten deutschen Filmhochschulen ist in München beheimatet, dort sind einige tolle Filmfestivals angesiedelt wie überhaupt die Kinoszene der bayerischen Landeshauptstadt eine der vitalsten der Republik ist.

Bayern, und nicht nur München, hat aber auch als Filmkulisse eine ruhmreiche Geschichte. Dass viele deutsche Regisseure, unsere zehn Genannten sowieso, die Landeshauptstadt aufsuchten um dort ihre Filme zu drehen, ist logisch. Bayern hat viel zu bieten. Das sprach sich auch im Rest der Filmrepublik rum. Auch Edgar Reitz, gebürtiger Rheinland-Pfälzer, erkor München irgendwann zu seiner Heimatstadt. Sein legendäres "Heimat"-Epos spielte im Hunsrück, seine wunderbare Fortsetzung "Die zweite Heimat - Chronik einer Jugend" spielte in München - und gehört zu den schönsten München-Filmen überhaupt.

Filmstill Ingmar Bergman Filmszene Das Schlangeneizwei Frauen und ein Mann auf einem Bett, davor sitzt ein weiterer Mann (picture-alliance/dpa/B. Reisfeld)

Ingmar Bergman drehte 1977 "Das Schlangenei" in den Bavaria-Studios

Auch ausländische Regisseure von Weltruf sind nach München und Bayern gekommen um dort zu drehen, oft in den Bavaria-Studios. Stanley Kubrick und Ingmar Bergman, Luchino Visconti und Orson Welles sind nur die bekanntesten.

Natürlich darf man das Bayern-Bild, das in vielen Heimatfilmen früherer Jahrzehnte von Land und Leuten gezeichnet wurde, auch kritisch sehen. In den 1950er Jahren waren die Regisseure des vielgescholtenen deutschen Heimatfilms selbst dran Schuld, dass Klischees von Heimat und Bayern in die Welt hinausposaunt wurden. Auch auf die sogenannten "Lederhosenfilme" der frühen 70er Jahre, als die Sexfilmindustrie in der Bundesrepublik blühte und ihr Herz in Bayern schlug, dürften die meisten heute verschämt zurückblicken. Die Regisseure jüngerer Generationen rückten dieses einseitige Bayern-Bild dann im sogenannten "Neuen Heimatfilm" später mehrfach wieder zurecht.

Viele Bayern sehen sich noch heute umgrenzt von Feinden, viele Filme haben das widergespiegelt. Diana Kainz schreibt im "Historischen Lexikon Bayerns": "Das Ausland wird aus bayerischer Perspektive über die Jahrzehnte hinweg stets als potentielle Bedrohung wahrgenommen. Was aus der Fremde kommt (und dazu zählt neben dem faktischen topographischen Ausland auch das nicht-bayerische Deutschland) wird in der Regel mit expliziter Ablehnung oder wenigstens skeptisch betrachtet. Bedrohung des Eigenen durch Fremdes findet sich in allen Genres als zentraler Anlass für Konflikte." In diesen Sätzen steckt auch viel von dem was zur Zeit in der politischen Debatte zu hören ist.

Bayern hat also viele Befürworter, aber mindestens ebenso auch viele Menschen, die sich an Bayern und Bayernbildern reiben. Film und Fernsehen zeigen dieses lebendige Bild des Bundeslands Bayern und der Landes-Hauptstadt München.

Die Redaktion empfiehlt

DW KINO-Moderatoren Hans Christoph von Bock & Scott Roxborough (DW/S. Bartlick)

Dossier KINO Favoriten: Die Besten des deutschen Films

Was sind die besten Dramen, die lustigsten Komödien, die Top-Schauspielerinnen und die größten Leinwandhelden? In der Serie "KINO Favoriten" präsentiert das DW-Filmmagazin seine ganz persönliche Auswahl.