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Presse

Rebecca Ritters: Von „Neighbours“ zu News

Sechs Stücke hat Rebecca Ritters in dieser Woche abgedreht. Immer ein neues Thema, Alltag im Nachrichtengeschäft. Ritters ist Reporterin im News-Team der DW. Und sie hat eine interessante Geschichte – als Serienstar.

Gerade hat die Australierin einen Beitrag über Flüchtlingspolitik produziert und Merkels Politik eingeordnet. Das sei recht kompliziert, sagt die Australierin und wohl ihre größte Herausforderung momentan: die richtige Darstellung. Fair zu berichten. Ausgewogen. Vom rigiden Kurs der australischen Politik grenze sie sich ab, schiebt sie schnell hinterher.

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Rebecca Ritters bestellt sich einen Schwarztee mit Milch. Sie wirkt sehr bodenständig. Als Hannah Martin war sie ein Star in Australien und England – seit ihrer Kindheit spielte sie in „Neighbours“, einer der populärsten Serien Australiens. Sie war einer der Hauptcharaktere. Täglich stand sie vor der Kamera. Als Achtjährige wurde sie in der Schule von einem Lehrer entdeckt. „Was danach kam, war alles nur Glück“, sagt Ritters. „Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Auf der Straße, im Supermarkt, überall wurde sie erkannt. Als Kind, als Teenager, als junge Frau. Als Hannah.

Wie viel Hannah steckt in Rebecca Ritters? Konnte sie sich mit ihrem Alter Ego identifizieren? „Ich bin ganz anders. Hannah war ein Troublemaker, eine Dramaqueen. Sie hatte immer Probleme“, lacht sie. Aber es habe großen Spaß gemacht. In die Rolle ist sie hineingewachsen und mit Hannah aufgewachsen. Gegen Ende ihrer Schulzeit wurde sie aus der Serie herausgeschrieben – weil Rebecca Ritters es wollte. „Ich wollte ein neues Leben.“ Ohne Hannah.

Danach sei sie in ein tiefes Loch gefallen. „Ich denke, ich habe es bereut.“ Ein großer, zu großer Teil ihres Lebens war die Schauspielerei. Aufgeben wollte sie sie damals noch nicht. Nach der Highschool zog es sie nach England und in die USA. Dort spielte sie am Theater, an der Schauspielschule. Dazwischen arbeitete sie als Bedienung, schlug sich mit Jobs als Ticketabreißerin durch. Das ist die Kehrseite.

Irgendwann wurde es ihr zu viel. Zwei Jahre habe sie für diese Entscheidung gebraucht: Sie ging zurück nach Australien und schrieb sich für das Politik-Studium ein. Nebenbei arbeitete sie als Producerin für ABC. Anschließend zog es sie zurück nach Europa. Deutsch lernen – das wollte sie schon immer. So ist sie nach Berlin gekommen und zur Deutschen Welle. Deutsch lernen – in Deutschland als Journalistin für DW-News arbeiten, „Teil bei etwas Neuem sein“ – das findet sie faszinierend. „Viele sagen mir, Du musst vor die Kamera! Aber das ist nicht das, was ich möchte. Ich bin selbstbewusst, muss aber nicht im Vordergrund stehen. Ich bin froh, hier zu sein, als Reporterin.“ Sie muss los. Ihren nächsten Beitrag machen. Sie wirkt, als sei sie in ihre neue Rolle hineingewachsen.