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Presse

Lateefa Ja'Afar: Der Traum vom Radio

Die 33-jährige Journalistin kommt 2012 aus dem Norden Nigerias nach Deutschland zur DW. Sie reist ohne Deutschkenntnisse und ohne ihre Familie nach Bonn, um sich als Radiojournalistin ein neues Leben aufzubauen.

Lateefa Ja'Afar träumt schon als Siebenjährige davon, für das Radio zu arbeiten. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften erfüllt sich ihr Traum. Sie kann als Redakteurin beim Freedom Radio in Kano anfangen. Als dort eine Arbeitskollegin kurzfristig ein Angebot der DW absagen muss, übernimmt sie die Jobofferte. Plötzlich geht alles ganz schnell. Sie macht sich auf den Weg in ein fremdes Land, auf einem anderen Kontinent.

Neues erkunden

„Ich erinnere mich genau an den Tag, an dem ich in Deutschland ankam. Es war der 1. Oktober 2012. Es war für mich anfangs eine spannende, aber auch sehr harte Zeit“, sagt Lateefa. Deutsch lernt sie durch einen Sprachkurs und mithilfe ihrer Kollegen. Nach zwei Jahren allein in der Fremde kommen ihre Kinder und ihr Mann nach Deutschland: „Dadurch bin ich erst wirklich hier angekommen.“ Heute gehen ihre drei Söhne auf die Schule beziehungsweise in den Kindergarten, ihr Ehemann macht gerade einen Sprachkurs.

Die Ja'Afars haben sich in Bonn eine neue Existenz aufgebaut. Die Mitarbeiterin schätzt die Toleranz und die Hilfsbereitschaft der Deutschen – jedenfalls gelte das für „die große Mehrheit der Menschen in diesem Land“, so Lateefas Erfahrung.

Sie liebt es zu reisen, neue Dinge zu erkunden. Viel Zeit hat sie nicht, aber „in Hamburg war ich schon“. Entspannung findet sie im engen Kreis der Familie. Lateefa hat sich an das Leben in Deutschland gewöhnt, obwohl „es ziemlich kalt ist“.

Frauen ermutigen

Als eine von drei Frauen ist sie in der 13-köpfigen Haussa-Redaktion zu einer festen Größe geworden. Sie produziert zwei Radioprogramme, ein Umwelt- und ein Frauenmagazin. Einmal die Woche spricht die Journalistin gezielt die Probleme der Frauen im Sendegebiet der Haussa-Redaktion an. Das sei auch dringend notwendig, denn „in einer patriarchalischen Gesellschaft wie Nigeria kann eine Frau nicht selbst entscheiden, welchen Beruf sie ergreifen möchte“. Frauen haben in Nigeria eine stark untergeordnete Rolle. „Die Religion wird von Männern missbraucht, um es Frauen zu erschweren, ihren eignen Weg zu gehen“, erklärt Lateefa.

Trotzdem zieht es sie immer wieder zurück in ihre Heimat, das letzte Mal war sie 2013 für vier Wochen in Kano. Dort sucht sie gern den Dialog mit Hörerinnen: „Die Frauen sind froh, dass wir mit unserem Magazin ihre Probleme und Sorgen ansprechen, sie geben mir das Gefühl, dass ich etwas verändern kann.“ Lateefa hofft, Kinder zum Träumen zu bringen. Ganz nach ihrem Motto: „Das Radio lässt Träume in Erfüllung gehen.“

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