1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Zwei Wochen Pause für die Bundesliga

25. Januar 2022

Weil im Sommer 2020 aufgrund der Corona-Pandemie Länderspiele verschoben wurden, bekommen die Bundesliga-Profis eine zweite, kurze Winterpause. Mancher Klub kann sich in der freien Zeit aber alles andere als ausruhen.

https://p.dw.com/p/4633f
Bochum Stehtribuene im Vonovia-Ruhrstadion
Die Fans müssen 14 Tage auf das nächste Spiel ihres Klubs wartenBild: Anke Waelischmiller/Sven Simon/imago images

Für Bayern-Verfolger Borussia Dortmund kommt die Pause sicherlich gelegen. Schließlich hat sich BVB-Torjäger Erling Haaland am vergangenen Samstag eine Muskelverletzung zugezogen und könnte an diesem Wochenende wohl auf keinen Fall auflaufen. Auch die beiden größten "Krisenherde" der Liga, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg, nehmen die Extrawoche zur Vorbereitung auf das nächste Spieler sicher gerne in Kauf. Fakt ist: Am kommenden Wochenende ruht der Ball, die Bundesliga befindet sich - wie alle anderen großen europäischen Ligen - in einer Art zweiten Winterpause. Weiter geht es erst am 4. Februar mit der Partie Hertha BSC gegen VfL Bochum. Einen Tag später trifft dann der FC Bayern auf RB Leipzig, Borussia Dortmund empfängt Bayer 04 Leverkusen.

FIFA-Entscheid vom August 2020

Grund für die "Zwangspause" ist ein Beschluss des Fußball-Weltverbands FIFA, der vor etwa anderthalb Jahren gefasst wurde. Wegen der Corona-Pandemie hatten damals Länderspiele abgesagt werden müssen. Diese werden nun nachgeholt. "Das Länderspielfenster vom 31. August bis 8. September 2020 wird durch ein Fenster vom 24. Januar bis 1. Februar 2022 ersetzt - für alle Konföderationen außer der UEFA" , heißt es wörtlich im betreffenden FIFA-Entscheid aus dem August 2020.

Spielszene aus dem Länderspiel Deutschland gegen Spanien vom 3. September 2020: Ilkay Gündogan im Zweikampf mit Sergio Ramos
Die deutsche Nationalelf hat bereits "vorgearbeitet" - im September 2020 gegen SpanienBild: Stefan Matzke/sampics/picture alliance

In Europa wurde damals trotzdem gespielt. Die deutsche Mannschaft trennte sich in der UEFA Nations League jeweils 1:1 von Spanien und der Schweiz. Dementsprechend steht für die Nationalspieler europäischer Nationen jetzt eine Pause an, Auswahlspieler aus Asien sowie Süd- und Nordamerika müssen dagegen ran. Und die Afrikaner sind wegen des Afrika-Cups ohnehin beschäftigt.

Die Nord- und Zentralamerikanische und Karibische Fußballkonföderation CONCACAF spielt die 3. Runde der WM-Qualifikation für Katar aus. Unter anderem treffen die USA auf El Salvador, Mexiko muss auf Jamaika antreten. Auch in Südamerika geht es um die Plätze für Katar. Für Brasiliens Selecao steht das wegen der Höhe der Hauptstadt Quito stets unangenehme Auswärtsspiel in Ecuador an. Anschließend geht es zu Hause gegen Paraguay. Die Argentinier um Lionel Messi treten erst in Chile, danach zu Hause gegen Kolumbien an.

Zeit für dringende Hausaufgaben

Für die deutschen Bundesliga-Klubs geht es - je nach aktueller Situation - darum, die gute Form zu wahren oder einen Negativlauf zu durchbrechen. Besonders prekär ist die Lage nach elf Pflichtspielen ohne Sieg in Serie und dem Absturz auf Platz 15 für Wolfsburgs Trainer Florian Kohfeldt. Der 39-Jährige hat nun zwei Wochen Zeit, seine Elf auf die Partie gegen Schlusslicht Greuther Fürth vorzubereiten, von dem für ihn selbst viel abhängt. "Dass dieses Spiel einen Endspiel-Charakter besitzt, will ich nicht verhehlen", sagte Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke lokalen Medien: "Aber nicht nur für den Trainer, sondern für alle Beteiligten. Dieses Spiel wird maßgeblich Einfluss nehmen auf den Rest der Saison."

Wolfsburgs Trainer Florian Kohfeldt bläst enttäuscht die Backen auf
Es läuft seit Wochen nicht mehr rund für Florian Kohfeldt und den VfL WolfsburgBild: Christian Schroedter/imago images

Neben der sportlichen Arbeit mit dem vorhandenen Kader und der Pflege von Verletzten steht auch die Verpflichtung möglicher Verstärkungen auf der To-Do-Liste einiger Klubs. Noch bis zum 31. Januar um 18 Uhr MEZ können neue Spieler unter Vertrag genommen werden. Außerdem gilt es, gegebenenfalls noch den einen oder anderen Spieler, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, gewinnbringend abzugeben.

Wolfsburgs Geschäftsführer Schmadtke, der beim VfL auch nur noch bis Ende Juni unter Vertrag steht, ist eher auf der Suche nach einem Zugang. Wer genau noch zum Kader dazustoßen könnte, scheint allerdings noch unklar. "Ich wünsche mir einen Spieler, der uns hilft", sagte Schmadtke.

Stuttgart im Trainingslager

Der VfB Stuttgart ist als einziger Bundesligist sogar für ein kurzes Trainingslager nach Spanien gereist. Der Tabellenvorletzte, seit fünf Spielen sieg- und torlos, verlegte seine Übungseinheiten trotz weltweit steigender Corona-Zahlen für eine knappe Woche in die Sonne von Marbella, "Wir haben natürlich abgewogen, ob es Sinn ergibt oder nicht", sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. "Aber unsere Experten haben uns Grünes Licht gegeben, weil wir sozusagen in eine Bubble reinfliegen."

Da man im Trainingscamp weitgehend alleine sei, sei es dort fast sicherer als zu Hause bei der Familie, so Matarazzo. "Wir wissen 24 Stunden lang, wo unsere Spieler sind."